Projektsanierung – auf diese Aspekte sollten Sie zusätzlich achten

Um Projekte in Krisensituationen zu retten, gibt es bekannte Erfolgsfaktoren, wie schnelles Handeln oder Projektmanagement-Kompetenz. Einige weitere wichtige Aspekte werden nach Erfahrung von Marcel Knodel jedoch oft nur unzureichend beachtet. Welche Aspekte Sie zusätzlich berücksichtigen sollten, damit die Sanierung klappt, zeigt dieser Tipp.

Projektsanierung – auf diese Aspekte sollten Sie zusätzlich achten

Um Projekte in Krisensituationen zu retten, gibt es bekannte Erfolgsfaktoren, wie schnelles Handeln oder Projektmanagement-Kompetenz. Einige weitere wichtige Aspekte werden nach Erfahrung von Marcel Knodel jedoch oft nur unzureichend beachtet. Welche Aspekte Sie zusätzlich berücksichtigen sollten, damit die Sanierung klappt, zeigt dieser Tipp.

Bei der Sanierung eines Projekts geht es immer um die Bewältigung einer Krise. Eine solche Krise kann interne oder externe Ursachen haben. Zu einem Sanierungsfall wird eine Krise dann, wenn das Projektteam nicht mehr aus eigener Kraft zu einer Lösung der Probleme beitragen kann.

Neben den bekannten Erfolgsfaktoren bei der Sanierung notleidender Projekte, wie schnelles Handeln, eine konsequente Führung, proaktives Stakeholdermanagement und eine fundierte Projektmanagement-Kompetenz, gibt es noch vier weitere Punkte, die weniger offensichtlich sind und denen in der Praxis häufig nur unzureichend Beachtung geschenkt wird.

Zu diesen weniger beachteten Erfolgsfaktoren gehören:

  • Auseinandersetzung mit den kritischen Projektinhalten
  • Expertise
  • Konfliktmanagement
  • Vor-Ort-Prinzip

Dieser Tipp richtet sich sowohl an Auftraggeber von Projekten, die in eine Notlage geraten sind, als auch an Interims-Projektleiter, die ein kritisches Projekt zurück auf Kurs bringen müssen. Ziel ist es, aufzuzeigen, auf welche Aspekte man bei der Projektsanierung neben den bekannten Erfolgsfaktoren besonders achten sollte.

Auseinandersetzung mit den kritischen Projektinhalten

Während sich viele Projektsanierer ausschließlich auf der Ebene des Projektmanagements bewegen, sollte besonders eine kritische Auseinandersetzung mit den Projektinhalten im Vordergrund stehen. Projekte scheitern meistens daran, dass sich Projektleiter und Management nicht intensiv genug mit den Inhalten auseinandergesetzt haben. Deshalb ist es wichtig, dass der Interims-Projektleiter neben einer ausreichenden Projektmanagement-Kompetenz auch über Problemlösungskompetenz verfügt und schnell in der Lage ist, fehlende Expertise zu erkennen und sofort Gegenmaßnahmen einzuleiten.

Der Projektsanierer sollte alle bislang erreichten Zielsetzungen, Annahmen, Konzepte und (Zwischen-)Ergebnisse gezielt hinterfragen, um Unstimmigkeiten und Potenziale aufzudecken, die bisher nicht erkannt oder sogar aktiv verschwiegen wurden. Auf diese Weise lassen sich Hebel aufspüren, die zur Sanierung inhaltlich kritischer Projekte angesetzt werden können.

Eine bewährte Problemlösungstechnik dafür ist die aus dem Toyota-Managementsystem übernommene Methode "5 mal Warum". Durch gezieltes Nachfragen können damit die Hintergründe auf verschiedenen Ursachenebenen ermittelt werden, sodass man zu den wahren Ursachen eines Problems gelangt. Häufig sind diese hinter Symptomen versteckt und lassen sich nur durch eine Analyse dieser Symptome aufdecken. Nachfolgend ein Beispiel aus einem Sanierungsprojekt:

Aussagen Warum-Fragen

Das zu entwickelnde Produkt (medizinische Messtechnik) hat noch nicht die geforderte Performance.

1. Warum nicht?

Weil die Fertigungsverfahren der Biomarker stark schwankende Toleranzen aufweisen.

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