Startup-Mentalität trifft auf Konzerndenken

Unternehmenskultur mit Selbstorganisation neu ausrichten

Wenn Menschen aus der Startup- oder Freelancer-Szene auf Konzernmitarbeiter treffen, kann es aufgrund von unterschiedlichen Werten und Sichtweisen zu Missverständnissen oder Konflikten kommen. Wie man wieder ins Gespräch kommt und die gewonnenen Erkenntnisse für einen Kulturwandel nutzt, erklärt Peter Rubarth anhand eines Beispiels aus einem Corporate Startup.
Für eilige Leser (Management Summary)
Als Abonnent erhalten Sie die wichtigsten Thesen des Beitrags zusammengefasst im Management-Summary.
Mehr Infos zum Abo oder Login.

Ein eigenes Startup im (Groß-)Unternehmen – ein Ort, an dem schnell und unabhängig von starren Hierarchien Innovationen entwickelt werden. Projektleiter und Management versprechen sich viel von dynamischen und agilen Subsystemen – z.B. Ideen und Produkte, die die Zukunftsfähigkeit und Innovationskraft des Unternehmens sichern sollen. Wenn dort Menschen aus der Startup- und Freelancer-Szene auf klassische Konzernmitarbeiter treffen, kann es aufgrund von unterschiedlichen Werten und Sichtweisen zu Missverständnissen oder Konflikten kommen.

Als Agile Coach in einem solchen Startup, auch „Corporate Startup“ genannt, stand ich genau vor dieser Herausforderung: Konzerndenken trifft auf agile Startup-Mentalität, kulturell und sprachlich unterschiedlich geprägte
Kollegen müssen einen gemeinsamen Arbeitstakt finden, junge und erfahrene Mitarbeiter haben verschiedene Auffassungen von Prozessen und der Zusammenarbeit.

Wie geht man mit so einer Situation um? "Meinen" Weg vom Culture Clash hin zum Dialog, zu teambasierten Zielen und kultureller Veränderung beschreibe ich in diesem Beitrag.

Konzern gründete Startup – eine Bestandsaufnahme

Das Unternehmen

Das Startup mit Hauptsitz in Berlin gehört zu einem bekannten deutschen Medienkonzern mit etwa 15.000 Beschäftigten. Es entstand 2015 aus einem Kooperationsprojekt, welches in eine juristisch selbständige Einheit ausgegliedert wurde. Der Zweck des Startups war und ist, eine publizistische App (weiter) zu entwickeln, mit der eigene redaktionelle Beiträge und externe Quellen dem Nutzer personalisiert angeboten werden.

Die Mitarbeiter

Die initiale Belegschaft des Unternehmens wechselte aus dem Projekt der Muttergesellschaft in das neu geformte Unternehmen. Zu Beginn wurde das Entwicklerteam der App durch Mitarbeiter einer Agentur verstärkt, welche nach einiger Zeit durch feste und freie – auch konzernfremde – Mitarbeiter ersetzt wurden. Die Belegschaft des Startups ist mittlerweile auf ca. hundert Mitarbeiter angewachsen, wobei etwa die Hälfte am Hauptsitz arbeitet. Die übrigen Mitarbeiter verteilen sich auf sieben weitere europäische Standorte. Da der überwiegende Teil der Mitarbeiter nicht aus Deutschland kommt, ist die Unternehmenssprache überwiegend Englisch.

Im Alltag stoßen die nicht deutschsprechenden Mitarbeiter häufig auf Sprachbarrieren, da beispielsweise konzerninterne Portale nur auf Deutsch verfügbar sind, Veranstaltungen auf Deutsch abgehalten werden oder die persönliche Kommunikation mit anderen Teilen der Muttergesellschaft schwierig ist.

Die Unternehmensführung

Die Geschäftsführung des Startups setzt sich aus erfahrenen Konzernmanagern

Anzeige
Jetzt kostenlos weiterlesen!
Abonnenten des Projekt Magazins wissen mehr!
Starten Sie jetzt unser 4-wöchiges Kennenlern-Angebot: Die Anmeldung dauert nur ein paar Minuten – Sie können also gleich weiterlesen.
  • KostenlosDas Kennenlern-Angebot kostet Sie nichts.
  • Kein RisikoSie können jederzeit kündigen, ohne dass Ihnen Kosten entstehen.
  • Einen Monat lang alles lesen4 Wochen Online-Zugriff auf alle Inhalte des Projekt Magazins.
Tech Link