Wertanalysen für Großbauprojekte Mit Value Engineering beste und kostengünstigste Projektergebnisse erzielen

Großbauprojekte mit Value Engineering kostengünstiger planen

Großbauprojekte zu kalkulieren ist schwierig. Zu viele Faktoren haben Einfluss auf die Kosten und treiben diese u.U. in astronomische Höhen. Hier kann Value Engineering sinnvoll unterstützen. Unser Autor Imran Sevis beschreibt, wie das Verfahren richtig durchgeführt wird.

Management Summary

Wertanalysen für Großbauprojekte Mit Value Engineering beste und kostengünstigste Projektergebnisse erzielen

Großbauprojekte mit Value Engineering kostengünstiger planen

Großbauprojekte zu kalkulieren ist schwierig. Zu viele Faktoren haben Einfluss auf die Kosten und treiben diese u.U. in astronomische Höhen. Hier kann Value Engineering sinnvoll unterstützen. Unser Autor Imran Sevis beschreibt, wie das Verfahren richtig durchgeführt wird.

Management Summary

Wir empfehlen zum Thema Planen
4 x 4 Stunden
14.11.2024
1.495,00,-
Methoden des modernen Portfoliomanagements

Die richtigen Dinge tun – für mehr Fokus, Agilität und Produktivität im Unternehmen! In unserem E-Learning-Seminar lernen Sie in nur 4 Workshops, wie Sie Ihr Portfolio mit modernen Methoden organisieren und ausbauen. Mehr Infos

Großbauprojekte zu kalkulieren ist sehr schwierig. Fachfremde Entscheider, zahllose Gewerke, Terminverschiebungen, Kommunikations- und Koordinierungsprobleme, Verzögerungen durch die Mitsprache unterschiedlicher Interessengruppen, eine unrealistische Planung, und, und, und: Zu viele Faktoren haben Einfluss auf die Kosten und sorgen dafür, dass die ursprünglich veranschlagte Summe oft um ein Vielfaches überschritten wird.

Großbauprojekte gehen fast immer schief

Der Oxford-Professor und Stadtplaner Bent Flyvbjerg (Flyvbjerg, Sunstein, 2016) untersuchte über 250 Großbauprojekte und fand heraus, dass in "neun von zehn Fällen" die ursprünglichen Baukosten nicht eingehalten werden konnten – im Positiven wie im Negativen:

  • Eines der bekanntesten Negativbeispiele ist der Eurotunnel, der unter dem Ärmelkanal von Nordfrankreich nach Großbritannien verläuft. Er ist mit 50 km Länge der längste Unterwassertunnel der Erde. Nach sieben Jahren Bauzeit wurde das Projekt 1994 eröffnet. Der Bau des Tunnels kostete 15 Milliarden Euro, doppelt so viel wie geplant.
  • Stuttgart 21 soll nun statt im Jahr 2019 erst 2025 fertig werden. Die Kosten: 9 Milliarden Euro, doppelt so hoch wie geplant.
  • Der Berliner Flughafen sollte ursprünglich 2 Milliarden Euro kosten und 2011 in Betrieb gehen. Er wurde mit neun Jahren Verspätung eröffnet und war über 8 Milliarden Euro teuer – viermal so viel wie ursprünglich geplant –, und immer noch gibt es Nachbesserungsbedarf hinsichtlich der Technik.
  • Aber es gibt durchaus auch Positivbeispiele, wie das Milliardenprojekt Gotthard-Basistunnel. Er ist ein Bauwerk der Superlative: der längste Eisenbahntunnel der Welt, 57 km lang und von 2400 Arbeitern gebaut. Nach 17 Jahren Bauzeit wurde das 11 Milliarden Euro teure Projekt im Juni 2016 im Budgetrahmen und ein Jahr früher als geplant eröffnet.

Ursachen für unrealistische Planung

Die Ursachen für die unrealistische Planung lassen sich grob in drei Kategorien zusammenfassen:

  1. Sozio-ökonomische Ursachen: Die Projektbefürworter verdienen an Großprojekten, ohne am Kostenrisiko beteiligt zu sein.
  2. Psychologische Ursachen: Es ist eine menschliche Tendenz, die Kosten geplanter Anlagen zu unterschätzen und gleichzeitig deren Nutzen zu überschätzen.
  3. Technische Ursachen: Zum größten Teil liegen die Ursachen in der fehlenden Projektanalyse am Anfang der Planungsphase. Die Projekte werden schnell teurer als ursprünglich geschätzt, weil sie zu Beginn oft nicht exakt analysiert werden.

Probleme lösen, aber wie?

Wir Menschen haben in der Regel eine lösungsorientierte Denkweise. In der heutigen Zeit des starken Wandels führen herkömmliche Lösungsansätze und Verhaltensmuster oft nicht mehr zum Erfolg. Gegenwärtig wird zu häufig eher einzelproblemorientiert oder eben lösungsorientiert gearbeitet. Die Einzelproblemlösungen sind aber selten optimal für die Projektergebnisse. Auch die lösungsorientierte Arbeitsweise wird nicht die besten Ergebnisse liefern.

Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind.
(Albert Einstein)

Am Anfang der Planungsphase ist ein Umdenken bzw. der Einsatz intelligenter Methoden und Instrumente für die Projektanalyse erforderlich. In der Regel wollen Investoren jedoch nur in die Funktionen eines Bauwerks investieren, aber nicht unbedingt in das Bauwerk selbst: Man will z.B. nicht stolzer Besitzer eines Pumpwerks sein, sondern man möchte Wasser von unten nach oben fördern. Dafür gibt es viele verschiedene Fördertechniken wie trockenaufgestellte Pumpen, nassaufgestellte Pumpen, Förderschnecken, den Transport in Behältern usw. Welches die beste ist, gilt es herauszufinden.

Vor Projektbeginn sollten wir folgende Grundsatzfragen klären:

  • Wissen wir, was die Investoren wirklich wollen?
  • Was wissen wir über das, was die Investoren brauchen?
  • Was sind die wirklichen Bedürfnisse der Investoren?

Was die Investoren wollen oder was sie brauchen, ist nicht immer die für das Projekt optimale Lösung. Um diese zu finden, müssen die Projektziele möglichst präzise formuliert und die wirklichen Bedürfnisse der Geldgeber ermittelt werden.

Eine Funktionenanalyse definiert deren Bedürfnisse. Dazu brauchen wir anstelle einer lösungsorientierten eine wertorientierte Denkweise.

Also müssen wir unsere Denkweise ändern!