50.000 Teilnehmer aus 160 Ländern Virtueller PM-Kongress zum "International Project Management Day 2012"

Eine breite Themenvielfalt prägte den diesjährigen virtuellen Kongress zum "International Project Management Day", der am 15.11.2012 zum neunten Mal stattfand. Prominente Vertreter des Projektmanagements wie Harold Kerzner und Gregory Balestrero stellten aktuelle Trends vor und beschrieben die Herausforderungen, vor denen Projektmanager in aller Welt künftig stehen werden. Nicolai Rathmann gibt Ihnen einen Überblick über die Veranstaltung und zieht ein kritisches Resümee über das mit mehr als 50.000 Teilnehmern aus über 160 Ländern größte Projektmanagement-Event der Welt.

 

50.000 Teilnehmer aus 160 Ländern Virtueller PM-Kongress zum "International Project Management Day 2012"

Eine breite Themenvielfalt prägte den diesjährigen virtuellen Kongress zum "International Project Management Day", der am 15.11.2012 zum neunten Mal stattfand. Prominente Vertreter des Projektmanagements wie Harold Kerzner und Gregory Balestrero stellten aktuelle Trends vor und beschrieben die Herausforderungen, vor denen Projektmanager in aller Welt künftig stehen werden. Nicolai Rathmann gibt Ihnen einen Überblick über die Veranstaltung und zieht ein kritisches Resümee über das mit mehr als 50.000 Teilnehmern aus über 160 Ländern größte Projektmanagement-Event der Welt.

 

Wie jedes Jahr im November wurde auch der diesjährige "International Project Management Day" (IPM Day) durch einen virtuellen Kongress begleitet, der vom International Institute for Learning (IIL) veranstaltet wird. Aber auch eine internationale und virtuelle Veranstaltung kann von lokalen Bedingungen stark beeinflusst werden. Die ursprünglich für den 1. November geplante Veranstaltung musste aufgrund des Hurricans Sandy um zwei Wochen verschoben werden – viele Teilnehmer an der amerikanischen Ostküste und auch der Ausrichter hatten für einige Tage ganz andere Sorgen als die strategische Bedeutung von Projektmanagement für Unternehmen.

In ihrer Begrüßung beschrieb die Vorsitzende des Kongresses E. LaVerne Johnson, Gründerin, Präsidentin und CEO des IIL, die Geschichte des virtuellen Kongresses zum IPM Day. Das Event habe eine enorme Entwicklung hinter sich: 2004 startete es mit einigen hundert virtuellen Besuchern, 2012 ist es mit mehr als 50.000 registrierten Teilnehmern das größte Projektmanagement-Event der Welt. Für Johnson zeigt sich in dieser Entwicklung nicht nur die immer größere Verbreitung des Internets, sondern vor allem die zunehmende Bedeutung von Projektmanagement und seiner Bewertung in den Unternehmen.

Bis zum 31. Dezember 2012 besteht noch die Möglichkeit, die Beiträge des virtuellen Kongresses anzusehen. Hierzu ist lediglich eine kostenlose Registrierung auf der Event-Homepage (s.u.) erforderlich.

Von den insgesamt 36 Vorträgen greife ich die zwei Keynotes von Harold Kerzner und Gregory Balestrero heraus, um ihre wesentlichen Aussagen zusammenzufassen. Um Ihnen einen Eindruck vom Programm zu vermitteln, stelle ich kurz die Themen von fünf weiteren Vorträgen vor, die mich besonders ansprachen. Im Fazit ziehe ich eine persönliche Bilanz der Veranstaltung. Anschließend können Sie sich selbst eine Meinung bilden, ob Sie an diesem und den nächsten virtuellen Kongressen des IIL zum IPM Day teilnehmen wollen.

Harold Kerzner: Die Integration von Projektmanagement in die Strategische Planung

Über die Bedeutung von Projektmanagement als Mittel, strategische Planungen in die Realität umzusetzen, sprach Dr. Harold Kerzner, bekannter Buchautor und Senior Executive Director des IIL, in seinem Vortrag "The Integration of Project Management in Strategic Planning Activities".

Strategische Planung oder auch Strategieberatungen beantworten für Organisationen die Frage "Was ist zu tun?", sie geben aber den Entscheidern meist keine Antwort auf die Frage "Wie ist es zu tun?". Für Kerzner ist Projektmanagement die entscheidende Brücke zwischen Strategie und Umsetzung: Es liefere Antworten auf die Frage, wie strategisch getriebene Entscheidungen umzusetzen seien. Allerdings könne Projektmanagement derzeit die Unternehmen dabei nicht so effektiv unterstützen wie dies theoretisch möglich wäre, da es in den meisten Unternehmen nicht auf strategische Projekte ausgelegt sei. Um dies zu ändern, hält Kerzner einen Wandel in der Führung nötig – von traditioneller Führung zu strategischer Führung im Projektmanagement.

Kerzner vertritt die Ansicht, dass Projektmanager – mit ihren spezifischen Fähigkeiten und Fertigkeiten wie Integrationsmanagement, Umgang mit Änderungsanforderungen, Planungskompetenz usw. – Unternehmen besonders gut beim Meistern strategischer Projekte helfen können. Projektleiter würden viele Probleme strategischer Vorhaben aus ihren Projekten kennen und wüssten, wie sie damit umgehen müssen: die fehlende Berücksichtigung der unternehmerischen Rahmenbedingungen, ein schlecht definierter Inhalt und Umfang, ein fehlender Business Case, unklare Rollen, Konflikte zwischen Projekt und Linie, Kommunikationsprobleme usw.

In der traditionellen Aufgabenverteilung zwischen strategischer Planung und Umsetzung sei das Topmanagement für die strategische Planung sowie alle dafür notwendigen Analysen verantwortlich und würde diese Planungsergebnisse zur Umsetzung "über den Zaun werfen". Um eine bessere Umsetzung zu ermöglichen, ist für Kerzner vor allem eine klarere Rollenverteilung notwendig mit einer übergreifenden Verantwortung für den gesamten Prozess. Das Management solle für die Strategieentwicklung (Vision, Auftrag, Werte, strategische Ziele) verantwortlich sein, das Projektmanagement solle dann die Strategie mittels operativer Ziele und einer konkreten Projektplanung umsetzen.

Projektmanager sollten Kerzner zufolge aktiver in die Unternehmensführung integriert werden. Hierzu könnten Projektleiter den ersten Schritt machen, indem sie nicht nur reine Projektentscheidungen treffen, sondern das Unternehmen als Ganzes für ihre Entscheidungen in den Fokus nehmen.

Gregory Balestrero: Vertrauen, Moral und Werte entscheidend für den Unternehmenserfolg?

Der ehemalige Präsident des PMI, Gregory Balestrero, stellte in seinem Vortrag "Trust, Ethics, and Values: Critical Foundation for Success" die These auf, dass Vertrauen die wichtigste Basis für unternehmerischen Erfolg sei.

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