Eh-da-Kosten

"Eh-da-Kosten" oder auch "EDA-Kosten" ist eine Jargon-Bezeichnung für Kosten, die durch Ressourcenverbrauch entstehen, der weder genehmigt werden muss noch dem Controlling unterliegt.

Die Bezeichnung "Eh-da" bringt zum Ausdruck, dass diese Kosten "ohnehin", d.h. unabhängig von allen Managemententscheidungen anfallen und deshalb die Inanspruchnahme der sie erzeugenden Ressourcen ohne Genehmigung möglich ist. Betriebswirtschaftlich gesehen entsprechen Eh-da-Kosten den Fixkosten, die unabhängig von Art und Intensität der Geschäftstätigkeit anfallen. Hierzu zählen insbesondere Raumkosten und Personalkosten für fest angestelltes Personal ohne leistungsbezogene Vergütung.

Allerdings impliziert die Jargon-Bezeichnung "Eh-da", dass es gleichgültig für das Geschäftsergebnis ist, für welche Tätigkeiten diese Ressourcen eingesetzt werden. Weiterhin unterstellt sie, dass die "Eh-da-Ressourcen" nicht vollständig ausgelastet oder sogar überflüssig sind.

Wenn in einem Projekt Ressourcen als "Eh-da-Ressourcen" bezeichnet werden, dann soll damit zum Ausdruck gebracht werden, dass die durch sie verursachten "Eh-da-Kosten" nicht das Projektbudget belasten, wohl aber die erbrachte Leistung dem Projekt zugutekommt.

Erläuterungen und Kommentar

Im Projektmanagement sollten "Eh-da-Kosten" und "Eh-da-Ressourcen" eigentlich keine Rolle spielen, da Projekte mit einem definierten Budget ausgestattet sein sollten und keinen Zugriff auf Ressourcen über die ihnen zugewiesenen hinaus haben sollten. In Umfeldern mit geringem Projektmanagementreifegrad ist es jedoch häufig der Fall, dass Projekte nicht mit ausreichendem Budget ausgestattet werden oder sogar explizit mit den "ohnehin" verfügbaren Ressourcen der Linienorganisation durchgeführt werden sollen.

Wenn aber die Durchführung eines Projekts abhängig davon ist, ob Ressourcen der Linienorganisation zusätzlich zu ihren unverändert bestehenden Linienaufgaben Leistungen für das Projekt erbringen, führt dies unvermeidlich zu Konflikten zwischen Projekt- und Linienorganisation. Weiterhin kann das Projekt nicht zuverlässig geplant und gesteuert werden, da es keine verbindliche Ressourcenplanung gibt.

Auch aus Sicht der Unternehmensführung ist es als schädlich zu bewerten, wenn das Projektbudget mit Hilfe von "Eh-da-Kosten" geschönt wird, da das Projekt und sein Business Case nicht korrekt bewertet werden können.

Projektkalkulationen sollten daher konsequent alle für das Projekt notwendigen Aufwände vollständig ausweisen, insbesondere auch die zeit- und vorhabensanteilig ermittelten Personalkosten der festangestellten Mitarbeiter sowie Infrastrukturkosten.

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