Kostenplanung gemäß PMBOK® Guide 5th edition

Den Begriff Kostenplanung kennt der PMBOK® Guide nicht, statt dessen definiert er im Wissensgebiet Projektkostenmanagement die Prozesse "Kosten schätzen" ("Estimate Costs") und "Budget festlegen" ("Determine Budget"). Ergebnis dieser Prozesse ist der Kostenbasisplan (cost baseline). Grund für diese Nomenklatur ist, dass Kosten streng genommen nicht geplantGeplantAttribut für alle Größen der Zeit- und Kostenplanung. Der englische Begriff "Scheduled" bezieht sich nur auf Größen der Zeitplanung. werden können, sondern nur das für eine Aufgabe zur Verfügung gestellte Budget.

Kostenplanung gemäß IPMA

In der ICB 3.0 (IPMA Competence BaselineIPMA Competence BaselineDie von der International Project Management Association herausgegebene Competence Baseline (ICB) bildete bis 2018 die Grundlage der IPMA-Zertifizierungen. Seit 2018 gilt hierfür die IPMA Individual Competence Baseline . 3.0) wird im Kompetenzelement Cost and Finance zwischen Kostenmanagement und Finanzmanagement unterschieden. Das Kostenmanagement umfasst die Kostenplanung und das ControllingControllingControlling ist die Überwachung und Steuerung eines Managementobjekts. Siehe Projektcontrolling ., während das Finanzmanagement die Projektfinanzierung behandelt.

Die ICB 4.0 (Individual Competence Baseline 4.0) bezeichnet das Kompetenzelement nur noch mit "Finance" und fasst dort alle Aufgabengebiete zusammen, die sich mit Kosten und Finanzierung beschäftigen.

Im Standardwerk der GPM (Kompetenzorientiertes Projektmanagement, PM3) beschreibt Seibert detailliert die betriebswirtschaftlichen Aspekte der ProjektkostenrechnungProjektkostenrechnungDie Projektkostenrechnung stellt während des gesamten Projektverlaufs Informationen über die Kostenentwicklung und Entstehung der Istkosten bereit. Sie liefert Daten für die Projektkalkulation und die Angebotskalkulation (z.B. Kostensätze ), den Kostenverlauf während der Projektdurchführung und die Nachkalkulation nach Projektabschluss. sowie die Methoden der AufwandsschätzungAufwandsschätzungAufwandsschätzung wird in drei Bedeutungen verwendet: Das Erstellen einer Prognose über den Aufwand, der erforderlich ist, um eine Aufgabe durchzuführen oder ein Produkt herzustellen Methode, um Aufwände zu prognostizieren Schätzwert für einen Aufwand (Seibert, Sigfried: Kosten und FinanzmittelFinanzmittelFinanzmittel sind Ressourcen, die zur Deckung der in einem Projekt entstehenden Kosten dienen. Erst die Verfügbarkeit von Finanzmitteln (z.B. durch Anweisung auf ein für das Projekt reserviertes Konto) gewährleistet die Liquidität des Projekts. Die Definition oder Genehmigung eines Projektbudgets ist noch nicht gleichbedeutend mit dem Vorhandensein von Finanzmitteln. Ggf. kann z.B. eine Zwischenfinanzierung der Projektarbeit durch Kredite erforderlich sein - die dadurch entstehenden Finanzierungskosten müssen ebenfalls im Budget berücksichtigt werden., in: Kompetenzorientiertes Projektmanagement (PM3), 2009, Seiten 755 ff). Für die Erstellung des Kostenplans geht Seibert (a.a.O.) auf die organisatorischen Aspekte durch das Zusammenspiel von Top-down- und Bottom-up-Budgetierung ein.

Kostenplanung gemäß PRINCE2®

Einerseits sind bei PRINCE2® die Kosten eine der sechs Steuerungsdimension des Projektmanagements, andererseits trifft PRINCE2® keine Aussagen über die operative betriebswirtschaftliche Behandlung von Projekten. Diese fällt bei PRINCE2® unter den Begriff "spezifische Techniken" und es verweist diesbezüglich allgemein auf andere Richtlinien. Hingegen behandelt PRINCE2® ausführlich die Management-Perspektiven auf Kosten und Finanzierung in den Themen "Business Case", "Pläne", "Änderungen" und "Fortschritt", z.T. auch im Thema "Risiko". Die Kostenplanung folgt bei PRINCE2® der Produktorientierung, d.h. zuerst wird der LeistungsumfangLeistungsumfangLeistungsumfang ist die Menge aller Leistungen, die für die Abnahme eines Projekts verpflichtend zu erbringen sind. geplant, dann erst die dafür erforderlichen Aktivitäten und zuletzt wird der Kostenplan erstellt. Die prognostizierten Kosten werden dann im Business Case dem geplanten Nutzen gegenübergestellt. Aus dieser Gegenüberstellung entscheidet der LenkungsausschussLenkungsausschussDer Lenkungsausschuss ist das verbindende Gremium zwischen Projekt- und Unternehmensorganisation. Seine Funktion und Rolle ist jedoch nicht einheitlich festgelegt. über die FreigabeFreigabeFreigabe ist die Bestätigung eines geplanten Ereignisses durch eine dafür befugte Person. Dies kann die Freigabe eines Produkts zur weiteren Bearbeitung, die Freigabe von Finanzmitteln oder die Freigabe einer nächsten Tätigkeit (Projekt, Phase, Arbeitspaket) sein. des Projekts oder gibt Vorgaben, wie das Projekt geplant werden soll, um genehmigungsfähig zu sein. Damit soll verhindert werden, dass das ProjektbudgetProjektbudgetDas Projektbudget bezeichnet die freigegebenen, maximal verfügbaren Kosten (betriebswirtschaftlich) oder Finanzmittel (finanzwirtschaftlich) im Projekt. Es wird durch Auftraggeber oder Lenkungsausschuss freigegeben. blind festgelegt wird, ohne das Verhältnis von zu erwartenden Kosten und angestrebtem Nutzen zu berücksichtigen.

Kostenplanung gemäß DIN

Die DIN 69901-2:2009 definiert den Prozess "Kosten- und Finanzmittelplan erstellen". Dort werden die Kosten und die Finanzierung des Projekts ermittelt und die entsprechenden Pläne erstellt. Auch ein Businessplan wird dabei erstellt.

Die seit 2009 ungültige DIN 69903:1987 definierte Kostenplanung als: "Ermittlung und Zuordnung der voraussichtlichen Kosten zu Vorgängen, Arbeitspaketen und Projekten unter Beachtung vorgegebener Ziele und Randbedingungen".

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