Mit der Pareto-Analyse wird der Anteil von Einflussgrößen oder Faktoren an der Gesamtwirkung auf eine Ergebnisgröße bestimmt. Sie beruht auf dem Pareto-Prinzip (auch 80-zu-20-Regel), demzufolge meist nur ein kleiner Teil der beteiligten Faktoren einen großen Einfluss auf das betrachtete System hat. Ziel der Pareto-Analyse ist es, Ansatzpunkte für besonders wirksame Maßnahmen zu identifizieren. Hierzu werden die Daten im Pareto-Diagramm vereinfacht visualisiert.
Mit der Pareto-Analyse wird der Anteil von Einflussgrößen oder Faktoren an der Gesamtwirkung auf eine Ergebnisgröße bestimmt. Sie beruht auf dem Pareto-Prinzip (auch 80-zu-20-Regel), demzufolge meist nur ein kleiner Teil der beteiligten Faktoren einen großen Einfluss auf das betrachtete System hat. Ziel der Pareto-Analyse ist es, Ansatzpunkte für besonders wirksame Maßnahmen zu identifizieren. Hierzu werden die Daten im Pareto-Diagramm vereinfacht visualisiert.
Einsatzmöglichkeiten
Die Pareto-Analyse kann immer eingesetzt werden, wenn eine quantifizierbare Ergebnisgröße (z.B. Umsatz, Vermögen, Anwendungshäufigkeit, Fehlerhäufigkeit, Ausbeute usw.) den einzelnen Elementen einer Menge (z.B. Produkte, Kunden, Regionen, Ursachen, Einflussfaktoren usw.) zugeordnet werden soll. Das in ihrem Rahmen eingesetzte Pareto-Diagramm zählt zu den sieben Qualitätswerkzeugen und wird meist in Kombination mit weiteren Methoden verwendet. Tabelle 1 gibt einen Überblick über häufige Einsatzmöglichkeiten und typische Kombinationen mit anderen Methoden.
Einsatzmöglichkeiten
z.B. zusammen mit:
Fehlerartenanalyse
Fehlerklassifizierung, Kumulieren von Fehleranteilen, Fehlerkarten
Bewertung von Einflussfaktoren auf einen Prozess / Ablauf
Portfoliobewertung von Produkten oder Marktsegmenten
SWOT-Analyse, Blue Ocean Strategy, Sales Force Analysis
Abhängig von der Aufgabenstellung kann die Pareto-Analyse sowohl von einer Einzelperson als auch im Team eingesetzt werden. Der Aufwand ist, sofern die Daten vorliegen, sehr gering. Allerdings bedürfen die Interpretation und die Ableitung von Maßnahmen hoher Sorgfalt.
Ergebnisse
Liste der betrachteten, diskreten Größen (z.B. Marktsegmente, Produkte, Fehlerursachen oder Einflussgrößen) absteigend geordnet nach ihrem Beitrag zur analysierten Zielgröße (z.B. Gewinn oder Reklamationen)
Säulendiagramm zur Visualisierung dieser Liste mit absteigend von links nach rechts sortierten Säulen (siehe Bild 4)
Kurve der akkumulierten Zielgröße (siehe Bild 4)
Einteilung der analysierten Größen nach ABC-Klassen (siehe Bild 7)
Maßnahmenliste, nach ihrer erwarteten Wirkung priorisiert
Vorteile
Das Pareto-Diagramm visualisiert die Ergebnisse intuitiv verständlich.
Durch die leicht erfassbare Darstellung erkennt das Team schnell, auf welche Schwerpunkte es sich als erstes konzentrieren sollte, bzw. in welchen Bereichen weiterführende Maßnahmen zielführend sind.
In der Gruppe entsteht ein gemeinsames Bild der Dringlichkeit, das zielorientiertes Handeln begünstigt.
Die Methode lenkt die Konzentration unter Einbindung des gesamten Teamwissens faktenbasiert auf die identifizierten Prozessparameter und Kenngrößen.
Das Pareto-Prinzip – auch 80-zu-20-Regel genannt – bestätigt sich in sehr vielen unterschiedlichen Zusammenhängen. Allgemein besagt es, dass zwei korrelierte Populationen (Grundgesamtheiten) oder Größen häufig im Verhältnis von rund 80% zu 20% ihres jeweiligen Umfangs voneinander abhängen. Willkürlich ausgewählte Beispiele sind:
Rund 20 Prozent der Länder sind für rund 80 Prozent des weltweiten Handelsvolumens verantwortlich
Rund 20 Prozent der Websites im Internet machen rund 80 Prozent des Datenvolumens aus
Rund 80 Prozent der Stadtbewohner eines Landes leben in rund 20 Prozent der Städte
Kinder spielen rund 80 Prozent der Zeit nur mit rund 20 Prozent ihres Spielzeugs
Bei vielen Unternehmen werden rund 80 Prozent des Umsatzes mit rund 20 Prozent der Produkte oder Kunden gemacht.
Ausgangspunkt für eine Pareto-Analyse ist stets eine Fragestellung nach den Anteilen der Elemente einer definierten Menge (z.B. die Produkte im Portfolio des Unternehmens) an einer quantifizierbaren Zielgröße (z.B. Jahresumsatz), z.B.: "Welchen Anteil am Jahresumsatz haben die einzelnen Produkte unseres Portfolios?"
Formulieren Sie Ihre Fragestellung klar und eindeutig, bevor Sie mit der Portfolio-Analyse beginnen und stellen Sie folgende Punkte sicher:
Alle Elemente der untersuchten Menge sind bekannt (z.B. alle Fehlerursachen, alle Kundengruppen, alle Produkte).
Die betrachtete Zielgröße ist eindeutig diesen Elementen zuordenbar (z.B. muss jedes Produkt einen eigenen, unabhängigen Verkaufspreis haben und es darf keinen Umsatz geben, der nicht einem Produkt zugeordnet werden kann).
Die Erfassung der Zielgröße erfolgt lückenlos oder zumindest repräsentativ (z.B. darf für eine Website-Analyse nicht nur der Daten-Traffic während der Geschäftszeiten betrachtet werden).
Formulieren Sie zudem das Ziel Ihrer Pareto-Analyse, wie z.B.: "Wir wollen unsere Produktion und Lagerhaltung nach den Anforderungen unserer Kunden optimieren."
Beispiel: Fehleranalyse bei einem Beschichtungsprozess
Dichtblöcke, wie sie z.B. bei Zylinderköpfen oder Plattenwärmetauschern verwendet werden, bestehen aus Blechstapelbauteilen, die mit einem hitzebeständigen Dichtmittel beschichtet werden (Bild 1). Eine fehlerhafte Beschichtung sorgt für Undichtigkeiten im späteren Stapelverbund der Platten. Dies führt somit zu Ausschuss und – falls bei der Qualitätsprüfung nicht erkannt – zu Reklamationen durch die Kunden.
Bild 1: Kupferblech für einen Zylinderkopfdichtblock, der aus einem Stapel dieser Bleche aufgebaut wird
Als stark vereinfachtes, anschauliches Beispiel für eine zweistufige Pareto-Analyse untersuchen wir die Effizienz des Beschichtungsprozesses der Stapelbleche. Zuerst führen wir eine Häufigkeitsanalyse der Fehler durch und erfassen anschließend mögliche Ursachen für die häufigsten Fehler. Auf diese Fehlerursachen wenden wird nochmals die Pareto-Analyse an, um Optimierungsmaßnahmen des Beschichtungsprozesses zu priorisieren.
Schritt 1: Stellen Sie die Daten bereit!
Daten für eine Pareto-Analyse können aus unterschiedlichen Quellen stammen. Achten Sie beim Zusammenstellen der Daten auf Fehlerfreiheit, Validität und Reproduzierbarkeit. Hierzu gehören auch weitergehende statistische Analysen wie z.B. Darstellung der Fehlerintervalle, Ausreißertests oder Test auf Normalverteilung. Auf diese Analysen wird hier nicht weiter eingegangen, da dies den Umfang der Methodenbeschreibung sprengen würde.
Beispiel Daten aus der Qualitätskontrolle
Zur Analyse des Beschichtungsprozesses wurden die Daten der Qualitätskontrolle für die Dichtungsblöcke aus den letzten drei Monaten tabellarisch zusammengefasst und daraus Mittelwerte gebildet. Tabelle 1 zeigt diese Daten und die ermittelten statistischen Größen.
Tabelle 1: Datenbasis für die Pareto-Analyse
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Eine Konfliktanalyse identifiziert die Ursachen einer Konfliktsituation und ist damit einer der ersten Schritte im Konfliktmanagement. Oft sind es mehrere Aspekte, die bei einem Konflikt zusammen-wirken und die für eine konstruktive Lösung berücksichtigt werden müssen. Erst das Erkennen der Konfliktursachen ermöglicht es, die richtigen Maßnahmen zur Bewältigung zu ergreifen. [Weiterlesen]
Welche Art von Konflikten gibt es?
Es gibt acht unterschiedliche Konfliktarten:
Zielkonflikte
Methodenkonflikte
Rollenkonflikte
Ressourcenkonflikte
Bedürfniskonflikte
Glaubenssatzkonflikte
Haltungskonflikte
Kommunikationskonflikte
Die Ursachen 1 bis 4 (Ziel, Methode, Rolle und Ressource) sind sichtbarer bzw. leichter verhandelbar als die Ursachen 5 bis 8 (Bedürfnis, Glaubenssatz, Haltung, Kommunikation), die eher im Verborgenen liegen. Sie stehen außerdem selten für sich und werden in der Regel beeinflusst bzw. ausgelöst durch die Ursachen 5 bis 8. [Weiterlesen]
Was sind die Vorteile der Analyse von Konfliktursachen?
Die Einordnung eines Konflikts erleichtert die Suche nach einer passenden Lösung.
Die rationale Betrachtung der Konfliktursache kann den Teufelskreis gegenseitiger Beschuldigungen durchbrechen und eine konstruktive Lösung ermöglichen.
Es wird nicht unnötig Zeit und Energie in destruktiven Auseinandersetzungen vergeudet.
Wenn Konfliktursachen frühzeitig wahrgenommen und ggf. reduziert werden, können Ziele schneller und günstiger erreicht werden.