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Ishikawa-Diagramm

English
Cause-and-Effect Diagram, Fishbone Diagram, Fishikawa, Herringbone Diagram

Das Ishikawa-Diagramm visualisiert einen Problemlösungsprozess, bei dem nach den primären Ursachen eines Problems gesucht wird. Das hierbei entstehende Diagramm wird auch "Ursache-Wirkungs-Diagramm" oder "Fischgräten-Diagramm" genannt und zählt zu den sogenannten "Sieben Qualitätswerkzeugen".

 

Ishikawa-Diagramm

Ishikawa-Diagramm

English
Cause-and-Effect Diagram, Fishbone Diagram, Fishikawa, Herringbone Diagram

Das Ishikawa-Diagramm visualisiert einen Problemlösungsprozess, bei dem nach den primären Ursachen eines Problems gesucht wird. Das hierbei entstehende Diagramm wird auch "Ursache-Wirkungs-Diagramm" oder "Fischgräten-Diagramm" genannt und zählt zu den sogenannten "Sieben Qualitätswerkzeugen".

 

Ishikawa-Diagramm

Einsatzmöglichkeiten

Das Ishikawa-Diagramm kann während der gesamten Projektlaufzeit benutzt werden, wenn zu einem Problem Ursachen gesucht und Ideen bewertet werden sollen. Die Methode wird oft im Rahmen des Qualitätsmanagements und in Six-Sigma-Projekten verwendet, ist jedoch universell für alle Problemsituationen einsetzbar.

Ziel ist es, alle möglichen Ursachen für ein Problem zu ermitteln und den primären Auslöser zu identifizieren, so dass eine verlässliche Ausgangsbasis für weitere Planungen vorhanden ist.

 

Vorteile

  • Größte Stärke des Ishikawa-Diagramms ist das Zusammenführen vielfältiger Informationen von Teilnehmern unterschiedlicher Expertise.
  • Das Problem und seine Ursachen werden systematisch voneinander getrennt, so dass sich die Teilnehmer auf die Ursachen und Hintergründe fokussieren.
  • Es werden zunächst alle möglichen Ursachen identifiziert, damit keine vorschnellen Maßnahmen ergriffen werden, die nicht effizient oder sogar schädlich sein können.
  • Die Erarbeitung im interdisziplinären Team führt zu einer vielseitigen Betrachtungsweise.
  • Die grafische Darstellung gibt einen guten Überblick über das Problem und dessen Ursachen.
  • Das stufenweise Strukturieren von Haupt- zu Nebenursachen hilft dabei, die eigentliche Ursache zu finden.

Grenzen, Risiken, Nachteile

  • Das Ishikawa-Diagramm an sich dient lediglich der Identifikation von Problemursachen. Auswirkungen und Lösungen des Problems müssen in separaten Schritten erarbeitet werden.
  • Vorgegebene Haupteinflussfaktoren können bei manchen Teilnehmern das freie Denken einschränken.
  • Wird der Prozess nicht gut moderiert, besteht das Risiko, unwichtigen Ursachen zu viel Aufmerksamkeit zu schenken.
  • Kognitive Verzerrungen können zu falschen Ursachen führen, da die Methode auf den persönlichen Einschätzungen der Teilnehmer beruht und nicht auf Fakten und Messungen.
  • Besitzen die Teilnehmer nicht genügend Fachwissen, besteht die Gefahr, nur oberflächliche Ursachen zu identifizieren und den eigentlichen Auslöser des Problems zu übersehen.
  • Zeitliche Abhängigkeiten und Wechselwirkungen zwischen den Einflussfaktoren bleiben unberücksichtigt.

Ergebnis

  • Grafische Darstellung des Problems und möglicher Ursachen
  • Priorisierte Liste möglicher Ursachen
  • Ggf. Liste zu ergreifender Maßnahmen

 

Voraussetzungen

  • Positive Fehlerkultur der Organisation, d.h. die Bereitschaft, Fehlerursachen ohne Einschränkungen zu identifizieren und vorwurfsfrei zu analysieren.
  • Bereitschaft und Commitment der Teilnehmer zur kontinuierlichen Verbesserung des eigenen Verantwortungsbereichs

 

Qualifizierung

Der Moderator sollte Moderationserfahrung und Erfahrung in der Methode haben. Empfehlenswert sind vertiefte Kenntnisse im Qualitätsmanagement. Die Teilnehmer sollten über möglichst detaillierte Fachkenntnisse über die Problemstellung verfügen.

 

Benötigte Informationen

  • Möglichst präzise Beschreibung des zu analysierenden Problems
  • Expertenwissen der Teilnehmer

 

Benötigte Hilfsmittel

  • Einfachste Variante: Zettel und Stift
  • Durchführung in einer Gruppe: Flipchart oder Whiteboard, Stifte, ggf. Karten oder Klebezettel
  • Optional: geeignete Software und Beamer

 

Durchführung ...

Praxistipps ...

Varianten ...

Herkunft

Das Fischgrätendiagramm wurde in den 1940er Jahren vom Japaner Kaoru Ishikawa (1915-1989) entwickelt, der als Wegbereiter des Qualitätsmanagements Japans gilt. Die Methode ist eines der sieben elementaren Qualitätswerkzeuge (Q7).

 

Fachartikel zur Methode

Im Qualitätsmanagement wird das bewährte Fishbone-Modell von Ishikawa zur Suche von Fehler-Ursachen verwendet. Das Multiple Cause Diagram hat einen anderen Ansatz: Es versucht, die Hauptursache eines Missstands herauszufinden.

Unlocked Content
Probleme in einem Projekt sind häufig sehr vielschichtig. Um solche Probleme zu lösen, ist es notwendig, dass der Projekteiter Ursachen und Auswirkungen möglichst vollständig versteht.
Konfliktursachen sind vor allem in komplexen Projekten und Situationen nicht immer leicht ersichtlich.

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Alle Kommentare

Werner
Motzet
Das größte Missverständnis steht schon im ersten Satz: "Das Ishikawa-Diagramm visualisiert einen Problemlösungsprozess", denn es geht dabei NICHT um Lösung, sondern NUR um "Ursache-Wirkung". Das wird hier zwar bei den Nachteilen deutlich thematisiert, kann aber nicht genug betont werden. Wie sehr das Ishikawa den Problemlösungsprozess behindern/bremsen kann habe ich als Gast-Blogger hier beschrieben: http://sinnvoll-fuehren.com/weg-mit-den-ishikawas/

 

Georg
Angermeier
Dr.
Hallo Herr Motzet, herzlichen Dank für Ihren wertvollen Kommentar! In Ihrem Blog-Beitrag beschreiben Sie die Gefahr, sich in Analysen zu verrennen sehr treffend. Dennoch möchte ich der Ursachenerkundung weiterhin das Wort reden. Die große Gefahr nämlich - und leider oft genug erlebt - ist es nämlich, bei der Suche nach einer Lösung ledigilich einen Workaround zu finden und die eigentliche Ursache gar nicht erkannt zu haben. Die typischen Konsequenzen: Weitere Fehler passieren, von denen alle Experten dann im Brustton der Überzeugung sagen: "Das ist eigentlich völlig unmöglich!" Aber Sie haben völlig Recht damit - und dies ist hier ja auch hinreichend deutlich hervorgehoben - dass das Ishikawa-Diagramm nur den ersten Schritt des Problemlösungsprozesses visualisiert, eben die analytische Suche nach den Ursachen. Die Ausarbeitung der Maßnahmen erfordert hingegen einen kreativen Denkvorgang. Deswegen haben wir auch für den Schwierigkeitsgrad dieser Methode "mittel" gewählt - ich wollte ihn fast schon als "hoch" angeben, denn die Ursachenanalyse ist eine sehr anspruchsvolle Aufgabe, in der man sich sehr leicht verrennen kann, wie Ihre Erfahrung zeigt. Deswegen die Suche nach Ursachen völlig zu ignorieren halte ich wiederum nicht für empfehlenswert. Meiner Erfahrung nach holen einen ignorierte Fehler im Rudel und mit katastrophalen Auswirkungen ein.

 

Werner
Motzet

Antwort auf von Georg Angermeier

Sehr geehrter Herr Dr. Angermeier, 1. ich will keine Ishekawas verbieten, noch Ursachenanalysen (von Fehlern). 2. Ishekawas sind für "Fehler-Usachen" gedacht und decken da die Bereiche von einfach bis kompliziert ab. 3. Ishekawas halte ich für ungeeignet bei komplexen Themen wie z.B. Problem. Die Unterscheidung zwischen Fehler und Problem halte ich für sehr wesentlich. Ihre Antwort enthält noch eine Menge weiterer vielschichtiger Themen u.a. Experten-Antworten und wie man die "richtigen" Fragen dazu stellt. Aber das würde den Rahmen hier sprengen, evtl. sehen wir uns ja am 30. März in Müchen bei der PM Welt und können uns weiter austauschen. Liebe Grüße

 

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