Story Mapping

English
Story Mapping, User Story Mapping

Story Mapping stellt die auf ein Produkt bezogene Kundenreise ("Customer Journey") strukturiert nach. Die so entstandene Story Map erleichtert es den Stakeholdern, die Entwicklung zusammengehöriger Bausteine (z.B. Features, User Storys) zu verstehen, diese in eine Reihenfolge zu bringen und sie in bearbeitbare Pakete zu fassen. 

Story Mapping

Story Mapping

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Story Mapping, User Story Mapping

Story Mapping stellt die auf ein Produkt bezogene Kundenreise ("Customer Journey") strukturiert nach. Die so entstandene Story Map erleichtert es den Stakeholdern, die Entwicklung zusammengehöriger Bausteine (z.B. Features, User Storys) zu verstehen, diese in eine Reihenfolge zu bringen und sie in bearbeitbare Pakete zu fassen. 

Story Mapping

Einsatzmöglichkeiten

  • strukturiertes Vorgespräch zur Auftragsklärung
  • Erarbeitung von Lösungsansätzen im Team,
  • Justierung eines bestehenden Lösungsansatzes
  • Einarbeitung neuen Personals hinsichtlich Kunden und Produkte
  • Strukturierung und Priorisierung eines bestehenden Backlogs
Daniel Reinold live erleben auf der PM Welt am 21. April 2020!

Erleben Sie den Vortrag "5+ visuelle Quick-Hacks - Für eine bessere Kommunikation und Kooperation" sowie 30 weitere Speaker in 7 Streams auf der PM Welt 2020.

Das Thema der Konferenz lautet
Stark durch Kooperation! Zusammen.Arbeiten.Grenzenlos.
Die Teilnehmer erhalten in den unterschiedlichen Vorträgen, Diskussionen und Workshops konkrete Anleitungen und Tipps für ihren Projektalltag.

 

Ergebnisse
  • Story Map, deren Hauptelemente entlang der Kundenreise geordnet sind. Die Story Map ist ein "lebendes"Übersichtsdokument, welches im Laufe der Lösungserstellung weiter verfeinert werden sollte.
  • Die Hauptelemente der Story Map können z.B. Epics, Storys / Features eines Produkts oder Aufgabenbereiche eines Projekts sein.
  • Die Hauptelemente sind weiter strukturiert, evtl. bis zur Ebene von Arbeitspakten oder Aufgaben.
  • Sammlung von Detailinformationen, die für die spätere Projektplanung oder zur Strukturierung eines Product Backlogs verwendet werden können
  • Evtl. Liste von Elementen für andere Story Maps
Vorteile
Strukturierte Analyse der Kundenbedürfnisse
Praxisorientierte Zusammenfassung und Sortierung der Kundeninteraktionen
Vollständige und übersichtliche Darstellung der bekannten Themen und Aufgaben
Für alle Beteiligten leicht verständliche Darstellung
Erzielen eines gemeinsamen Verständnisses durch die Erstellung im Team
Einfache Erstellung
Leichter Abgleich der Anforderungen mit exemplarischen Kunden
Intuitive Methode, die kein Vorwissen erfordert
Grenzen, Risiken, Nachteile
Fehlende Kundeninteraktion oder fehlendes Kundenfeedback führen mitunter zu Spekulationen. Die Methode ersetzt nicht den Austausch mit dem Kunden, sondern erleichtert diesen und veranschaulicht die Ergebnisse.
Die Bearbeitung mit Story Mapping als Einzelperson ist möglich, aber riskant. Ein tiefes Verständnis aller produktrelevanten Aspekte (technisch und fachlich) ist für ein realistisches Ergebnis zwingend nötig. Dieses erreicht im Rahmen einer komplexen Produktentwicklung ein Team leichter als eine Einzelperson.
Story Mapping liefert kein finales Ergebnis. Wiederholungen inklusive kritischer Prüfungen dienen der Aktualität und dem Einplanen von Veränderungen.
Voraussetzungen
  • Es muss bereits eine klare Vision des geplanten oder aktuellen Produkts geben, mit welchem die Kunden interagieren können.
  • Bereitschaftder Beteiligten, sich auf diese visuelle, kundenorientierte Herangehensweise einzulassen und sie diszipliniert anzuwenden
Qualifizierung

Für die Durchführung der Methode bedarf es keiner speziellen Qualifikation. Unter den Mitwirkenden müssen Personen mit Expertise in Produktentwicklung sowie fachlichem Knowhow für den behandelten Gegenstand sein, sodass die Arbeitsgruppe für die Lösungsfindung relevante technische Abhängigkeiten erkennen kann.

Benötigte Informationen
  • Bisher vorhandene Informationen über das geplante Produkt (z.B. Beschreibung der Vision) und die Rahmenbedingungen seines Einsatzes
  • Fachwissen über die relevanten Kundengruppen(sowohl aktuelle als auch potentielle Kunden)
  • Rahmenbedingungen für die Produktentwicklung
  • FachlicheAnforderungen und Abhängigkeiten
  • Informationen über Stakeholder hinsichtlich Einflussmöglichkeiten auf das Vorhaben
  • Informationen über die Machbarkeit des Produkt- oder Anpassungswunsches
Benötigte Hilfsmittel
  • Räumlichkeit: Der Raum muss ausreichend Platz für die Arbeitsgruppe und ausreichend Wandfläche, Moderationstafeln oder Flipcharts zur Erstellung der Story Maps bieten.
  • Haftnotizenbzw. Kartenund ausreichend Stiftein mehreren Farben und Dicken passend für die Arbeitsfläche, auf denen die Teilnehmer Ihre Ideen festhalten
  • Sorgen Sie für ein angenehmes, das Arbeitsklima förderndes Ambiente. Eine ruhige, ungestörte Umgebung und ein einfaches Catering (z.B. Getränke) erleichtern die konstruktive Zusammenarbeit in Gruppen.
Herkunft

Story Mapping geht auf Jeff Patton (Patton, Jeff: User Story Mapping – Nutzerbedürfnisse besser verstehen als Schlüssel für erfolgreiche Produkte, 2015). Auf der Website von Patton and Associates (s. "Weitere Informationen") finden sich weitere Hintergrundinformationen zur Entwicklung der Story Map.

Durchführung: Schritt für Schritt

Schritt 1: Bereiten Sie das Story Mapping vor!

"Story Mapping" bezieht sich auf die sog. "Kundenreise" ("Customer Journey"), d.h. auf die Berührungspunkte ("Touch Points"), die Benutzer im zeitlichen Verlauf mit dem betrachteten Produkt haben. Führen Sie sich zunächst vor Augen, welche Inhaltsebene bzw. welche Elemente dieser Kundenreise Sie bearbeiten möchten. Im Projektmanagement (unabhängig von der Vorgehensweise oder dem Framework) gibt es mehrere Detaillierungsgrade, die zu unterschiedlichen Zeitpunkten oder spezifischen Situationen relevant sind.

Detaillierungsgrad Features / User Storys

Ist das Produkt bereits in seinem Funktionsumfang definiert, dann geht es darum, für die Umsetzung konkrete User Storys zu strukturieren. Aus der Story Map können dann Sprint-Backlogs erstellt werden.

 Bild 1: Features in User Storys strukturieren

Bild 1: Features in User Storys strukturieren

Detaillierungsgrad Aufgabenbereiche

Bei einer traditionellen Projektplanung werden Arbeitspakete erstellt. Die Planer strukturieren hierzu das Vorhaben in Themenbereiche (oder Domains / Teilprojekte), die nach unterschiedlichen Kriterien gebildet werden können, z.B. nach Funktionen des Produkts. Diese werden dann in ausführbare und delegierbare Arbeitspakete gegliedert. Umgekehrt können auch bereits Arbeitspakete vorliegen, die dann entlang der Customer Journey geordnet und zu Gruppen zusammengefasst werden. Auf Basis der Story Map können dann Aufwände geschätzt sowie der Projektplan (Ablauf, Ressourcen usw.) erstellt werden. Ggf. können auch direkt Aufgaben im Team verteilt werden.

 Bild 2: Gruppierung und Strukturierung von Arbeitspaketen

Bild 2: Gruppierung und Strukturierung von Arbeitspaketen

Bei der folgenden Beschreibung der Durchführung arbeiten wir auf der Ebene der Features und User Storys weiter, um Übersichtlichkeit zu gewährleisten. Wenn Sie stattdessen mit Themenbereichen bzw. Teilprojekten und Arbeitspaketen arbeiten, tauschen Sie die Begrifflichkeiten einfach aus.

Das Story Mapping benötigt lediglich eine freie Fläche wie z.B. Wand, Fenster, Moderationswand oder Tischfläche. Liegt bereits eine ähnliche Aufbereitung oder Visualisierung vor, berücksichtigen Sie entsprechend zusätzliche freie Fläche für weitere Sortierungen nach der Kundenreise. Wenn Sie z.B. bereits erste Inhalte vorbereitet haben, kann es sich in der Gruppenarbeit herausstellen, dass diese aufgrund weiterer Abhängigkeiten anders gruppiert werden müssen. Erfahrungsgemäß ist es umständlich, die Elemente innerhalb des bestehenden Aufbaus umzusortieren. Auf einer weiteren freien Fläche können diese leicht Schritt für Schritt umgezogen und neu strukturiert werden.

Sehen Sie auch Platz vor zur Sammlung thematisch verwandter, aber nicht im laufenden Vorhaben zur berücksichtigenden Ideen. Wenn Sie z.B. für Produkt A eine Story Map aus User Storys und Aufgaben erstellen, identifiziert das Team Ideen für das ähnliche Produkt B. Diese Ideen passen zwar nicht zu Produkt A, sollen aber nicht verworfen werden. Sammeln Sie diese deshalb auf einer weiteren Fläche.

Stellen Sie die Arbeitsgruppe zusammen. Sorgen Sie dafür, dass alle benötigten Wissensträger teilnehmen.

Schritt 2: Erklären Sie die Aufgabenstellung und die Methode!

Wenn Sie das Story Mapping alleine durchführen, können Sie diesen Schritt überspringen.

Stellen Sie zunächst die Aufgabenstellung und das Thema vor, z.B. die Sammlung und Strukturierung von Features für eine App zum mobilen Online-Verkauf der Produkte Ihres Unternehmens. Falls Sie bereits vorgearbeitet haben, stellen Sie Ihre ersten Inhalte vor, die Sie auf Karten notiert und nach Ihrer Vorstellung angeordnet haben. Geben Sie Raum für Rückfragen zum aktuellen Arbeitsstand, so dass die Gruppe einen gemeinsamen Einstieg finden kann.

Erklären Sie dem Team die Methode, wie Schritt 3 sie beschreibt. Passen Sie dabei die Erklärung bei Bedarf an die von Ihnen gewählte Detaillierungsebene an. Erläutern Sie das Prinzip der Kundenreise, evtl. anhand eines kurzen Beispiels (vgl.: Reinold, Daniel: Die Customer Experience Journey – so "tickt" mein Kunde, Projekt Magazin Ausgabe 03/2017).

Erläutern Sie auch bei Bedarf die unten zusammengestellten Tipps zur Anwendung der Methode.

Wenn der Teilnehmerkreis größer ist (mehr als ca. 6 Personen) empfiehlt es sich, in Kleingruppen zu arbeiten (zu je drei bis fünf Personen). Das bewirkt für einen regen Austausch aller Teilnehmer bei gleichzeitig übersichtlich gehaltenen Diskussionen.

Zentral ist, die "richtigen" Wissensträger einzubinden. Fachliche und technische Expertise, Branchenwissen und Informationen über die Marktsituation tragen gleichermaßen zum Erfolg Ihrer Arbeit bei. Wenn Sie im Lauf des Story Mapping hier Defizite erkennen und nicht sofort lösen können, klammern Sie den davon betroffenen Bereich aus und notieren Sie den Bedarf für eine zweite Runde des Story Mappings.

Praxistipps ...

Varianten ...

Aufgabengebiete

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Alle Kommentare (2)

Horst
Schröder

Eine hervorragende Methode aus dem agilen Projektbereich, das Wesentliche vor dem weniger Wichtigen zu tun, um dadurch eine hohe Dynamik zu entwickeln. Dabei ist die Transparenz und der gute Überblick über das Ganze gewahrt. Stakeholder können sich schnell einen Überblick über die Themen der jeweiligen Releases verschaffen.

 

Guten Tag Herr Schröder, vielen Dank für Ihr positives Feedback. Wenn Sie sich für das Story Mapping interessieren, kann eben erschienener Artikel für Sie spannend sein: https://www.projektmagazin.de/artikel/agile-festpreisprojekte-der-praxis-teil-2_1132422 Viele Grüße Magdalena Riesch Redaktion