Resilient trotz Rollenvielfalt

Der Projektleiter als "Fels in der Brandung"

Ein Projektleiter hat es wirklich nicht leicht. Er muss täglich mit den vielfältigen, sich teils widersprechenden Erwartungen der Stakeholder umgehen. Wenn er nicht über eine innere Stabilität verfügt, kann dies leicht zu Dauerstress und chronischen Krankheiten führen. Heinz-Detlef Scheer schildert zunächst anhand eines anschaulichen Beispiels die Wirkmechanismen von Burn-out. Dann erklärt er, welche Fertigkeiten ein Projektleiter benötigt, um die erforderliche Resilienz zur Bewältigung der vielfältigen Anforderungen zu stärken bzw. zu erwerben. Abschließend geht er auf Resilienz unterstützende Techniken ein, die der Projektleiter in seinen Alltag integrieren kann.

Die Stakeholder in einem Projekt stellen vielfältige Anforderungen an den Projektleiter. Diese stehen auch teilweise im Widerspruch zueinander. Neben den Erwartungen des Projektleiters an sich selbst können diese Anforderungen zu bedeutsamen Stressfaktoren mit Krankheitswert werden. Dagegen hilft nur ein Mittel: innere Stabilität.

Neuerdings wird ein Projektleiter, der wie ein "Fels in der Brandung" wirkt, gerne als "resilient" bezeichnet. Unter Resilienz versteht man

  • die "psychische Widerstandsfähigkeit" (Wikipedia) gegen Stress, Depression und Burn-out (Berndt, 2013),
  • ein ganzes Bündel an Fähigkeiten, besser Fertigkeiten, mit den Herausforderungen des Lebens realistisch und zugleich optimistisch umzugehen und Rückschläge jeder Art konstruktiv zu verwerten (Mourlane, 2015) oder schlicht
  • das "Ausmaß der Widerstandskraft einer Person, die es ihr ermöglicht, negativen Einflüssen standzuhalten, ohne z.B. eine psychische Störung zu entwickeln" (Margraf, Jürgen; Maier, Wolfgang (Hrsg.), 2012)

Ein Projektleiter, der sich in seinem Job aufreibt und "als leere Muschelschale am Strand" landet, erhält dagegen das Etikett "Burn-out-Patient". Die zu Burn-out führenden Umstände sind erst in den letzten Jahren in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Zudem hat ein Image-Wandel der Langzeitfolgen von Dauerstress zu einem leichteren Zugang zu Behandlungen dieser ernsthaften Gesundheitsgefahren sowie zur verstärkten Nutzung präventiver Angebote geführt, wie Work-Life-Balance-Kurse oder Coaching.

Während man früher eine "Depression infolge von Überlastung durch Arbeit" einem Kollegen oder gar Vorgesetzten kaum mitteilen konnte, ohne Gefahr zu laufen, als "nicht belastbar" oder gar "Memme" zu gelten, gilt ein Burn-out-Syndrom heute beinahe als Auszeichnung für großes, ja geradezu "kämpferisches" Engagement. Dennoch sollten Sie es nach Möglichkeit nicht so weit kommen lassen und frühzeitig Maßnahmen ergreifen, um die eigene Resilienz zu stärken.

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