Lieferantenbewertung in der Veranstaltungsbranche

Obwohl Unternehmen in der Veranstaltungsbranche stark von der Leistung ihrer Lieferanten abhängig sind, scheuen viele den Aufwand für eine systematische Auswahl und Bewertung. Dass eine zuverlässige und transparente Lieferantenbewertung auch mit geringem Aufwand durchführbar ist, zeigen Thomas Sakschewski und Christian Urbanek in diesem Beitrag. Sie stellen ein praxisgerechtes Bewertungssystem vor, das als Grundlage für eine nachhaltige und vertrauensvolle Kooperation mit dem Lieferanten dienen kann.

Event-Unternehmen sind stark von der Leistung ihrer Lieferanten abhängig. Die Lieferanten müssen mitdenken, flexibel sein und bei Bedarf schnell und unbürokratisch unvorhergesehene Zusatzleistungen erbringen. Für Event-Unternehmen ist es deshalb wichtig, ihre Lieferanten überlegt auszuwählen und im Nachgang einer Veranstaltung zu bewerten. Tatsächlich führen die meisten Event-Unternehmen aber keine systematische Lieferantenauswahl und -bewertung durch, weil der Aufwand dafür zu hoch ist.

Wir haben Fragebögen entwickelt, mit denen eine schnelle, unkomplizierte und aussagekräftige Bewertung und Auswahl von Lieferanten möglich ist. Die Fragebögen beruhen auf den Ergebnissen einer Bachelorarbeit sowie auf den Erkenntnissen eines Praxistests.

Ziel unseres Bewertungssystems ist es nicht allein, eine zügige und aussagekräftige Bewertung der Lieferanten zu ermöglichen. Eine transparente, nachvollziehbare Bewertung ist auch die Grundlage für eine vertrauensvolle und nachhaltige Geschäftsbeziehung zwischen Event-Unternehmen und Lieferant - und somit für eine effiziente Zusammenarbeit.

Unsystematische und subjektive Lieferantenauswahl

Die Veranstaltungsbranche wird von kleinen Unternehmen geprägt, in denen selten mehr als 50 Mitarbeiter beschäftigt sind. Hier gibt es keine einheitlichen Standards für die Lieferantenbewertung. Einige Unternehmen schreiben mit großem Aufwand Dienstleistungen aus, andere arbeiten aus Erfahrung oder Bequemlichkeit immer mit denselben Partnern zusammen. Beide Vorgehensweisen bergen sowohl für die Event-Unternehmen also auch für die Lieferanten Nachteile.

Der günstigste Anbieter erhält den Zuschlag

Bei Event-Unternehmen, die mit immer wieder wechselnden Partnern zusammenarbeiten, ist die Geschäftsbeziehung zu den Lieferanten häufig nicht von Vertrauen und Kooperation geprägt, sondern von Misstrauen und Preiskampf. Der finanzielle Rahmen ist oft eng gesteckt, so dass die Event-Unternehmen rigide Preiskontrollen durchführen, bevor sie einen Lieferanten oder Dienstleister beauftragen. Meist erhält der günstigste Anbieter den Zuschlag. Die Qualität der Leistung rückt in dieser Projektphase oft in den Hintergrund.

Nach Abschluss der Projekte kontrollieren die Auftraggeber Leistung und Preis streng. Unter dem Deckmantel der Qualitätskontrolle suchen manche Auftraggeber sogar dort nach Mängeln, wo kaum welche zu finden sind. In der Regel finden sie Mängel und bestehen auf Preisnachlässen und Nachbesserungen. Die Lieferanten reagieren meist gelassen, denn sie kennen diese Vorgehensweise und haben

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