Mergers & Acquisitions – IT-Infrastrukturen systematisch zusammenführen

Häufig scheitern Zusammenschlüsse ganzer Unternehmen (Mergers) und Eingliederungen von Fremdunternehmen (Acquisitions), weil die errechneten Synergiepotenziale nicht erreicht werden. Die Ursache liegt oft darin, dass mangels einer standardisierten Vorgehensweise nicht ausreichend präzise Daten vorliegen und somit z.B. die Aufwände für die Integration der Unternehmens-IT falsch eingeschätzt werden. Sven Kreimendahl beschreibt in diesem Artikel die Kernelemente einer Projektmanagement-Methode für IT-Integration und zeigt, welche Vorteile diese bringt.

In Zeiten globalen Wettbewerbs, aber auch teilweise stagnierender Märkte, lässt sich Wachstum häufig nur noch mit Hilfe von Unternehmenszusammenschlüssen, -übernahmen und Joint Ventures realisieren. So lag die weltweite Zahl der Unternehmenszusammenschlüsse in den Boom-Jahren 2006 und 2007 weltweit um mehr als 70% höher als 1995. Zielsetzung ist dabei neben der Erschließung neuer Märkte oder Technologien meist auch die Realisierung von Kostensynergien zwischen den fusionierenden Unternehmen.

Noch immer erfüllt jedoch die Mehrzahl der getätigten Transaktionen nicht die Erwartungen der Unternehmen, die Potenziale der beteiligten Unternehmen zu einem "besseren Ganzen" zu verbinden. Manche erweisen sich gar als komplette Fehlschläge. Dabei zeigt sich, dass Firmen, die ihre M&A-Aktivitäten ganzheitlich betrachten, den Integrationserfolg beträchtlich steigern können.

Die IT steht dabei im Mittelpunkt eines solchen umfassenden Ansatzes – nicht nur, weil IT-Basisdienste als Rückgrat der Firmenstruktur direkten Einfluss auf die Wettbewerbsfähigkeit haben. Vielmehr können organisationsübergreifende Geschäftsprozesse meist nur mit Hilfe der IT effizient entworfen und betrieben werden: Firmeninterne Kommunikation und Koordination greift umfänglich auf IT-Lösungen zurück, die IT ist essentiell an der Gestaltung und Umsetzung von Prozessinnovationen beteiligt.

Oftmals bildet daher die Effizienz und Geschwindigkeit der IT-Integration den Schlüssel zum Erfolg der Gesamtintegration: durch Quick Wins wie vereinfachter Kommunikation in der frühen Integrationsphase (Day1) ebenso wie durch die Bereitstellung von Software-Lösungen, welche exakt auf die Bedürfnisse der zusammengeschlossenen Geschäftsbereiche zugeschnitten sind. Dies lässt sich durch ein methodisches Vorgehen erreichen.

Zielsetzungen und Planungsphasen von M&A-Projekten

  • M&A-Projekte haben das Ziel, ein Unternehmen zu schaffen, welches nach dem Projekt besser im Markt positioniert ist als die einzelnen Unternehmen vor dem Projekt. Die Unternehmensleitung definiert die Akquisitionsstrategie, die verschiedene Ziele verfolgen kann, z.B.: Verbesserung der Wettbewerbsposition durch Erweiterung der Geschäftstätigkeit, Vergrößerung des Marktanteils in einem bestimmten Segment, Zugang zu neuen Märkten und Finanzierungsmöglichkeiten.
  • Ausbau von Synergien durch wertsteigernde Kombinationen der Ressourcen und Fähigkeiten des eigenen Unternehmens mit denen des Akquisitionskandidaten.
  • Verbesserung des Managements und nachhaltige Steigerung des Unternehmenswerts.

Die erwarteten Potenziale werden in Form einer konkreten Geldsumme beziffert. Ein M&A-Projektteam, das in der Regel mit Finanz-, Rechts- und Strategieexperten besetzt ist, bewertet dazu im Vorfeld des Projekts zunächst grob und qualitativ mögliche Synergiepotenziale des Kandidaten. Basis hierfür ist eine Marktanalyse, die konzeptionell auf die Suche geeigneter Kandidaten (Screening, vgl. Bild 1) ausgerichtet ist.

Die Transaktionsphase

Findet sich ein geeigneter Kandidat und

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