Damit der Auslandsaufenthalt nicht zur Frustration wird

Projekteinsatz in China: Was Arbeitgeber und Arbeitnehmer beachten müssen

Im Zuge der Globalisierung gewinnt China als Produktions- und Investitionsstandort immer mehr an Attraktivität. Auch deutsche Firmen wickeln dort Projekte ab und entsenden ihre Mitarbeiter, um diese Projekte zu betreuen. Da die Mitarbeiter nicht nur auf fachlicher, sondern auch auf sozialer Ebene stark gefordert werden, ist es wichtig, diese sorgfältig auszuwählen und bestmöglich zu unterstützen. Nicole Gellner-Aschhoff erklärt aus Sicht des Projekt- bzw. Personalverantwortlichen, worauf man dabei achten sollte, damit der Auslandseinsatz nicht zum Flop, sondern zum Erfolg für alle Beteiligten wird.

Die Globalisierung ist in vollem Gange und viele Unternehmen expandieren ins Ausland, um neue Marktfelder zu akquirieren. China als interessanter, aber auch risikoreicher Produktions- und Investitionsstandort spielt dabei eine wichtige Rolle. Der chinesische Markt ist nicht nur geographisch und wirtschaftspolitisch, sondern auch kulturell weit entfernt von unseren üblichen Standards. In China abgewickelte Projekte sind komplex und kostenintensiv und ihr Erfolg kann nicht garantiert werden. Insbesondere in der Aufbauphase ist es für die Projektumsetzung notwendig, dass die bestqualifizierten deutschen Mitarbeiter vor Ort sind. Diese werden bei einem solchen Auslandseinsatz nicht nur auf fachlicher, sondern auch auf sozialer Ebene stark gefordert. Deshalb sollte das Unternehmen die entsprechenden Mitarbeiter sorgfältig auswählen und ihnen die bestmögliche Unterstützung bieten. Wurde die Entsendung schlecht vorbereitet, erhöht sich das Risiko, dass der Auslandseinsatz vorzeitig abgebrochen werden muss.

Die Auswahl geeigneter Kandidaten

Besteht die Notwendigkeit, einen Mitarbeiter ins Ausland zu entsenden, muss der Arbeitgeber bei der Auswahl geeigneter Mitarbeiter verschiedene Aspekte berücksichtigen. Die fachliche Qualifikation des Expatriate (kurz: Expat) wird von den chinesischen Kollegen vorausgesetzt. Da er meist aber auch chinesische Beziehungsnetzwerke ("Guanxi") aufbauen möchte, muss der Expat über interkulturelle Kompetenz und Einfühlungsvermögen verfügen. Erfahrung ist gefragt, darüber hinaus Persönlichkeit und fundierte Kompetenz. Bei einer Mitarbeiterentsendung geht es nicht nur um eine Verlagerung unternehmensspezifischer Fertigkeiten, sondern auch um den Transfer von Qualitäts- und Kulturstandards, die in der Ferne einer harten Prüfung unterzogen werden. China ist kein Land für Berufsanfänger. Kleine und mittelständische Unternehmen müssen sich genau überlegen, welche Person sie als "Aushängeschild" des Mutterhauses nach Asien schicken.

Mit Familie läuft es besser

Auch der sozial kompetenteste und fachlich bestens vorbereitete deutsche Arbeitnehmer wird im chinesischen Arbeitsalltag unvermeidlich auf Probleme stoßen. Verhaltensweisen, die in Deutschland ganz normal sind, werden in China plötzlich missverstanden und führen wiederholt zu Frustration, Ratlosigkeit und Orientierungslosigkeit. In diesen kritischen Phasen kann der Austausch mit dem ebenfalls ausgereisten Partner sehr wichtig werden.

Wenn die Familie vor Ort ist, bringt das zudem nicht nur Vorteile für das Privat-, sondern auch für das Berufsleben: Klassische Familienwerte - obwohl auch in China einem Wandel unterworfen - sind immer noch sehr wichtig und eine gute Grundlage für den Aufbau einer guten Beziehung zu den chinesischen Mitarbeitern. Einen Mitarbeiter mit Familie zu entsenden, ist für ein Unternehmen also nicht nur teuer, sondern auch nützlich. Entscheiden sich die Familienmitglieder für den Aufenthalt im Ausland, sollten sie gründlich darauf vorbereitet werden. Es liegt in der Verantwortung und im Interesse des Arbeitgebers, die familiäre Situation des Expats zu berücksichtigen und die Vorbereitungen zu unterstützen.

Die Kandidaten und ihre persönliche Situation

Die Entsendung bestimmter Mitarbeiter bringt abhängig von deren Alter und Familiensituation unterschiedliche Vor- und Nachteile mit sich.

Ist der Kandidat Anfang 30, kann es von Vorteil sein, dass in diesem Alter die Familiengründungsphase in der Regel gerade erst begonnen hat. Der Erziehungsurlaub des Partners kann möglicherweise mit dem Auslandsaufenthalt verbunden werden. Die medizinische Versorgung in den chinesischen Städten ermöglicht dies ohne weiteres. Sind keine Kinder da bzw. geplant, strebt der Partner evtl. selbst eine

Anzeige
Jetzt kostenlos weiterlesen!
Abonnenten des Projekt Magazins wissen mehr!
Starten Sie jetzt unser 4-wöchiges Kennenlern-Angebot: Die Anmeldung dauert nur ein paar Minuten – Sie können also gleich weiterlesen.
  • KostenlosDas Kennenlern-Angebot kostet Sie nichts.
  • Kein RisikoSie können jederzeit kündigen, ohne dass Ihnen Kosten entstehen.
  • Einen Monat lang alles lesen4 Wochen Online-Zugriff auf alle Inhalte des Projekt Magazins.
Tech Link