Mangelndes QM kommt teuer zu stehen

Qualität im Projekt planen, lenken, prüfen

Teil 2: Pragmatischer Lösungsansatz für Projektmanager
IT-Projektmanager müssen das Dilemma zwischen Notwendigkeit und mangelnder Akzeptanz von Qualitätsmanagement überwinden. Kay Schulz beschreibt anhand von Beispielen aus seiner Erfahrung eine pragmatische Vorgehensweise, wie er das Thema "Qualitätssicherung" mit kleinen, aber ganz konkreten Schritten ins Projekt einbringt. Kern dieses am EFQM-Modell orientierten Vorgehens, das er an das jeweilige Projektumfeld anpasst, sind die drei Elemente Qualitätsplanung, Qualitätslenkung und Qualitätsprüfung.

Qualitätssicherung für IT-Projekte stößt meiner Erfahrung nach sowohl bei Projektteams als auch bei Unternehmen meist auf Ablehnung: Teammitglieder, Auftraggeber und Linienmanager befürchten zu großen Verwaltungsaufwand, Lieferverzögerungen und zusätzliche Kosten, wenn Qualitätsmanagement ganzheitlich in Projekten eingeführt wird. Im ersten Teil dieses Artikels habe ich anhand von Beispielen aus meiner Erfahrung die negativen Konsequenzen beleuchtet, die sich aus dieser mangelnden Akzeptanz ergeben.

Vor diesem Hintergrund möchte ich im Folgenden eine pragmatische Vorgehensweise beschreiben, wie ich das Thema "Qualitätssicherung" mit kleinen, aber ganz konkreten Schritten ins Projekt einbringe. Dabei orientiere ich mich an der Darstellung von Bruno Jenny (Jenny, 2014) und an den Rahmenbedingungen des EFQM-Modells (siehe http://www.efqm.org), die ich bereits im ersten Teil vorgestellt habe. Je nach Unternehmenskultur, Projektart und anderen Faktoren passe ich dieses Vorgehen an, doch sein Kern bleibt gleich: Qualitätsplanung, Qualitätslenkung und Qualitätsprüfung.

Schritt 1: Qualitätsplanung

Mit dem Sponsor und den wichtigsten Stakeholdern bespreche ich, was wir unter Qualität im Allgemeinen verstehen, sodann, was wir konkret erreichen wollen und welche Ansprüche wir an die Qualität haben. Das gilt sowohl für die Qualität des zu liefernden Produkts als auch für die Qualität des Abwicklungsprozesses. Aus der Dokumentation der Ergebnisse dieser Gespräche entsteht der Qualitätsplan (=Qualitätssicherungsplan, Qualitätsmanagementplan) für das Projekt.

Der Qualitätsplan sollte u.a. folgende Informationen enthalten (vgl. Jenny, 2014, S. 567):

  • Ziele des Qualitätsmanagements für das Projekt
  • Referenzierte Dokumente (z.B. Qualitätsmanagement-Dokumente des Unternehmens)
  • Rollen und Verantwortlichkeiten für das Qualitätsmanagement
  • Festlegen von Vorgehen, Verfahren, Konventionen (z.B. Prozesse, Zusammenarbeit mit externen Unternehmen, anzuwendende Richtlinien)
  • Planung von Maßnahmen zur Qualitätssicherung (Reviews, Tests, Audits usw.)
  • anzuwendendes Entwicklungskonzept (z.B. Scrum, Wasserfall usw.)
  • Lieferantenkontrolle (d.h. wie wird die Zuarbeit von Lieferanten hinsichtlich Qualität überwacht?)
  • Wer führt welche Qualitätsaktivitäten wann und wie durch? (Prüfplan, s.u.)

Um diese Informationen zu erhalten, setze ich gerne das EFQM-Modell als eine Art Checkliste für Gespräche mit den Stakeholdern ein.

Konzept für Qualitätssicherung gemäß EFQM-Modell

Ich lege mit dem Sponsor und dem Projektteam fest, ob wir uns am EFQM-Modell (siehe Teil 1) orientieren und welche Teile wir ggf. herausnehmen oder neu gewichten. Die "Enabler" des EFQM-Modells beschreiben dabei die

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