Gesundheitsmanagement in Unternehmen So bleiben Projektmitarbeiter vital und ausgeglichen

Keine Zeit für Familie und Hobbys, schlechtes Essen, kaum Bewegung - viele Projektmitarbeiter sind durch die Projektarbeit so belastet, dass sie ungesund leben und deshalb an Vitalität und Leistungsfähigkeit einbüßen. Die hohen Anforderungen in Projekten können aber auf Dauer nur erfüllt werden, wenn die Mitarbeiter gesund und ausgeglichen sind. Andreas Engelsberger und Tanja Teiwes erläutern, warum Gesundheitsmanagement in Unternehmen an Bedeutung gewinnt und wie man es im Projektalltag umsetzen kann.

Gesundheitsmanagement in Unternehmen So bleiben Projektmitarbeiter vital und ausgeglichen

Keine Zeit für Familie und Hobbys, schlechtes Essen, kaum Bewegung - viele Projektmitarbeiter sind durch die Projektarbeit so belastet, dass sie ungesund leben und deshalb an Vitalität und Leistungsfähigkeit einbüßen. Die hohen Anforderungen in Projekten können aber auf Dauer nur erfüllt werden, wenn die Mitarbeiter gesund und ausgeglichen sind. Andreas Engelsberger und Tanja Teiwes erläutern, warum Gesundheitsmanagement in Unternehmen an Bedeutung gewinnt und wie man es im Projektalltag umsetzen kann.

Nur leistungsfähige Mitarbeiter können die hohen Anforderungen in Projekten erfüllen und die Innovationskraft ihres Unternehmens sichern. Um aber auf Dauer leistungsfähig zu bleiben, müssen die Mitarbeiter gesund, vital und ausgeglichen sein. Doch in der Praxis kommen Gesundheit und Fitness oft zu kurz: Durch die zeitraubende und anstrengende Projektarbeit bleibt kaum Zeit für Familie und Freunde, Hobbys, körperliche Bewegung, gesunde Ernährung oder auch nur eine Mittagspause.

Viele Projektmitarbeiter stellen fest, dass sie an Vitalität und damit an Leistungsfähigkeit verlieren. Auch zahlreiche Unternehmen haben das Problem erkannt und beginnen damit, die Gesundheit und Fitness ihrer Belegschaft aktiv zu fördern. Mit Gesundheitsmanagement lässt sich die Leistungsfähigkeit und Kreativität der Projektbeteiligten erhöhen, Arbeitszufriedenheit und Motivation der Mitarbeiter steigen und es gibt weniger Krankheitszeiten und Fluktuation. Im Folgenden erfahren Sie, warum Gesundheitsmanagement in den Unternehmen eine immer wichtigere Rolle spielt und wie man es im Projektalltag umsetzen kann.

Vitalität: Bedeutung für Mitarbeiter und Projekte

Projektarbeit ist durch hohe und schnell wechselnde Anforderungen charakterisiert. Das Team arbeitet in einem dynamischen Arbeitsumfeld, das u.a. von folgenden Bedingungen geprägt ist:

  • hoher Erfolgs- und Wettbewerbsdruck
  • Ressourcenkämpfe zwischen konkurrierenden Projekten
  • Aushandlungsprozesse zwischen gegensätzlichen Stakeholderinteressen
  • wachsende Fülle der Aufgaben, die innerhalb einer vorgegebenen Zeit zu bewältigen sind
  • unvorhergesehene Probleme im Projekt
  • virtuelle Teamarbeit, kulturelle Unterschiede, sprachliche Barrieren, Zeitverschiebungen und Zwang zur ständigen Erreichbarkeit
  • hoher Erwartungsdruck hinsichtlich methodischer, sozialer und fachlicher Kompetenzen
  • knappe Terminpläne und Fristen, kaum Zeit für Pausen und Erholung

Anforderungen im Projekt steigen

Im Jahr 2006 hat Kick Consulting damit begonnen, Projektschaffende zu befragen, wie sich die Arbeitsbedingungen in Projekten innerhalb der letzten fünf Jahre verändert haben. Weiterhin gaben die Befragten Auskunft zu ihren persönlichen Erfahrungen mit Stress und bewerteten ihre eigene Vitalität.

Erste Ergebnisse der Umfrage unter bisher knapp 200 Personen lassen erkennen, dass sich die Arbeitssituation aus Sicht der Befragten zunehmend verschlechtert hat: 89% der Teilnehmerinnen und Teilnehmer gaben an, dass sie die Termine und Fristen in Projekten als enger wahrnehmen als noch vor fünf Jahren. Über 90% erklärten, die Komplexität der Aufgabenstellung habe sich erhöht sowie die Fülle der Aufgaben, die innerhalb einer gegebenen Zeit zu bewältigen ist. 81% merkten an, dass die Geschwindigkeit, mit der sich Bedingungen in Projekten ändern, zunehme; außerdem gebe es mehr neue, unvorhergesehene Probleme im Projekt als früher. Knapp 60% der Befragten erleben heute mehr konfliktbeladene Situationen im Projekt als vor fünf Jahren, darüber hinaus hat sich ihre Reisetätigkeit erhöht.

Nur bei 38% der Befragten befinden sich die drei Lebensbereiche Beruf, Familie und Freunde sowie mentale und körperliche Fitness in der Balance. Viele klagen über Stresssymptome wie Müdigkeit, geringe Motivation, Energieverlust, Angespanntheit und Schlaflosigkeit. Der Wunsch nach Stressbewältigungsstrategien und persönlicher Balance wird bei vielen Projektschaffenden stärker.

Bild 1: Umfrageergebnisse.

Leistungsfähig bis zur Rente

Die steigende und andauernde Belastung in der Projektarbeit kann zu gesundheitlichen Schäden führen. Viele Projektmanager leiden bereits heute an einem Burnout (siehe "Burnout oder die große Erschöpfung" Teil 1 in Ausgabe 19/2006, Teil 2 in Ausgabe 21/2006). Mangelnde Vitalität führt zu Krankheit, Arbeitsausfällen und Fluktuation. In Projekten, in denen ohnehin oft mit knappen Ressourcen und engen Zeitfenstern geplant wird, können solche Ausfälle zu empfindlichen Verzögerungen führen. Die Mitarbeiter zahlen für ihr andauernd hohes Arbeitspensum mit ihrer Gesundheit.

Das Thema Vitalität ist zwar längst in unseren Köpfen, aber wir leben nicht gesund. In einer Umfrage des Europäischen Sozialreports geben 41% der Befragten an, dass sie ihre Gesundheit als mittelmäßig oder schlecht einschätzen. An erster Stelle stehen Probleme mit dem Bewegungsapparat, gefolgt von Herz- und Kreislauferkrankungen, welche die häufigste Todesursache in Deutschland sind. Auch psychische Erkrankungen nehmen laut Ärzteblatt stark zu (vgl. Gesundheitsreport).

In der aktuellen Diskussion um die Lebensarbeitszeit und das Pensionsalter zeichnet sich ab, dass wir frühestens mit 67 Jahren in den Ruhestand gehen können - oder sogar erst noch später. Wir müssen also lernen, uns gesund und fit zu halten und Prävention zu betreiben.

Das Vitalitätsdreieck

Das Maß unserer persönlichen Vitalität bzw. Lebensenergie hängt von der Balance dreier Lebensbereiche ab:

  • Beruf: Dieser Bereich besteht aus den notwendigen Fertigkeiten und Fähigkeiten, um berufliche Ziele zu erreichen. Hierzu gehören z.B. Stärken und Entwicklungsfelder, Zufriedenheit mit der aktuellen beruflichen Situation, Karriere oder der Umgang mit Niederlagen.
  • Familie und Freunde: Hierzu zählen alle Beziehungen zu anderen Menschen. Kennzeichnend sind z.B. gemeinsame Aktivitäten, Kommunikationsfähigkeit, Offenheit gegenüber neuen Kontakten.
  • Mentale und körperliche Fitness: In diesen Bereich fällt alles, was mit dem Körper zu tun hat, z.B. Leistungsfähigkeit, mentale Frische, Ernährung und Gesundheit.

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