Steigende Zahl von Projekten erfordert neue Managementansätze

Standards für das Multiprojektmanagement

Die übergeordnete Koordination einer wachsenden Zahl von Projekten in einem Unternehmen ist eine komplexe Aufgabe. Standards für das Multiprojektmanagement (MPM) sollen dabei helfen. Nach einer Definition und Abgrenzung des Begriffs "MPM" beschreibt Reinhard Wagner die deutschen und internationalen MPM-Standards, nennt die jeweiligen Zielgruppen und zeigt ihre Einsatzmöglichkeiten auf.

Projektmanagement ist heute branchenübergreifend in den meisten deutschen Unternehmen etabliert. Eine Vielzahl von Standards ist verfügbar, so z.B. nationale und internationale Normen, branchenspezifische Richtlinien und Empfehlungen sowie innerbetriebliche Regelungen in Form von Projektmanagement-Handbüchern.

Um den Unternehmen Hilfestellungen für die Koordination der steigenden Zahl von Projekten an die Hand zu geben, rückt nun zunehmend das "Multiprojektmanagement" (MPM) in den Mittelpunkt der Standardisierungsbemühungen.

Dieser Artikel gibt einen Überblick über die verfügbaren MPM-Standards, fasst diese mit einer kurzen Beschreibung zusammen, nennt die jeweiligen Zielgruppen und zeigt ihre Einsatzmöglichkeiten auf.

Ausgangssituation

Einschlägige Studien verweisen immer wieder auf die Bedeutung, die Projekte für viele Unternehmen haben. So zeigt eine repräsentative Studie der Fachhochschule Ludwigshafen und des Personaldienstleisters Hays unter Entscheidern aus knapp 300 Unternehmen von 2010, dass in 74% der befragten Unternehmen betriebliche Projektwirtschaft heute schon fest etabliert ist. Bei mehr als der Hälfte dieser Unternehmen beträgt der Anteil projektwirtschaftlicher Abläufe weniger als 30%, bei einem Drittel der Unternehmen sind jedoch bereits zwischen 60% und 100% der Arbeitsabläufe in Projekten organisiert. Projekte trifft man in nahezu allen Bereichen eines Unternehmens an (Rumpp; Schnabel; Alich; Groh, 2010). Lediglich in Finanz- und Rechtsabteilungen sowie in Produktion und Einkauf werden selten Projekte durchgeführt.

Mit steigender Anzahl von Projekten steigt auch die Komplexität der Projektabwicklung, da viele Projekte voneinander abhängig sind. Diese Abhängigkeit kann inhaltlich oder zeitlich sein, zumeist ist sie jedoch in den knappen Ressourcen begründet. Diese erfordern ein übergeordnetes Management der vielen Projekte. Hier geht es besonders um die Priorisierung von Projekten, die beeinflusst, welche Projekte die begrenzten Ressourcen zuerst zugewiesen bekommt. Trifft das Top-Management diese Entscheidungen nicht im Zusammenhang mit der strategischen Zielsetzung des Unternehmens und mit Blick auf die Gesamtheit aller Projekte, führt dies unweigerlich zu Konflikten und Reibungsverlusten, die aufwändig korrigiert werden müssen.

Mit dem MPM wird auch ein wichtiges Betätigungsfeld für das Top-Management eines Unternehmens sichtbar. Indem es die

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