Unter Druck souverän handeln

Wenn wir beruflich unter hohem Leistungsdruck stehen, handeln wir oft impulsiver als sonst, reagieren gereizt und sagen gelegentlich Dinge, die uns hinterher leid tun. Wir neigen dazu, unsere Souveränität einzubüßen und werden zu Opfern der Situation. In einer solchen Lage fragt man sich: "Wie komme ich über die Runden, ohne Schaden zu nehmen?" Souveränes Handeln unter Druck kann nicht mit Tipps und Tricks herbeigeführt werden. Wir können uns aber kritisch mit unserer Lage auseinandersetzen und werden dabei feststellen, dass wir auch unter hohem Druck noch Einflussmöglichkeiten besitzen. In diesem Beitrag gibt George Pennington Anregungen, auf welchen Wegen wir uns dem Ziel "Souveränität im Umgang mit Druck" nähern können.

 

Unter Druck souverän handeln

Wenn wir beruflich unter hohem Leistungsdruck stehen, handeln wir oft impulsiver als sonst, reagieren gereizt und sagen gelegentlich Dinge, die uns hinterher leid tun. Wir neigen dazu, unsere Souveränität einzubüßen und werden zu Opfern der Situation. In einer solchen Lage fragt man sich: "Wie komme ich über die Runden, ohne Schaden zu nehmen?" Souveränes Handeln unter Druck kann nicht mit Tipps und Tricks herbeigeführt werden. Wir können uns aber kritisch mit unserer Lage auseinandersetzen und werden dabei feststellen, dass wir auch unter hohem Druck noch Einflussmöglichkeiten besitzen. In diesem Beitrag gibt George Pennington Anregungen, auf welchen Wegen wir uns dem Ziel "Souveränität im Umgang mit Druck" nähern können.

 

Mit dem stetig zunehmenden Leistungsdruck hat inzwischen wohl jeder arbeitende Mensch in diesem Land Bekanntschaft gemacht. Den Druck sowie seine Folgen für die Qualität von Nachtschlaf und Verdauung, für das Familien- und Sozialleben etc. brauche ich deshalb hier nicht näher zu erläutern. Hinzu gesellt sich bei vielen Angestellten die Angst, aus Gründen der Unternehmensraison freigestellt zu werden.

Unter solchem Druck neigen wir dazu, unsere Souveränität einzubüßen: Wir handeln impulsiver als sonst, reagieren gereizt und sagen gelegentlich Dinge, die uns hinterher leid tun. Wir verlieren den Überblick. Und ohne Überblick verlieren wir unsere Gelassenheit und werden zu Opfern der Situation.

Allen, die sich in einer solchen Lage befinden, stellt sich immer eindringlicher die Frage: "Wie komme ich über die Runden, ohne Schaden zu nehmen?" bzw. "Wie kann ich unter diesen Umständen Mensch bleiben, ja einfach überleben? Wie kann ich unter hohem Druck meine Souveränität bewahren?" Um diesen Fragen nachzugehen, müssen wir zunächst die Bedeutung von "souverän" eingehender betrachten.

Einerseits bedeutet das Wort "souverän" soviel wie "selbst bestimmt", andererseits ist es gleichbedeutend mit "extrem kompetent". Unsere Souveränität als freie Menschen endet, sobald wir abhängig von Menschen oder Gegebenheiten sind, bei denen unser eigener Wille nicht gefragt ist und auf die wir keinen Einfluss haben. In Situationen, in denen wir hohem Druck von außen ausgesetzt sind, erscheint uns unsere Selbstbestimmung deutlich verringert. Wir beugen uns dem Druck, gegen den wir uns machtlos fühlen und leiden daran. Dabei vergessen wir, dass wir selber durchaus Einflussmöglichkeiten haben.

Wer auf eine gute Weise mit dem (steigenden) äußeren Druck umgehen will, kommt nicht umhin, sich bewusst mit seiner Situation auseinanderzusetzen und diese in seinem Sinne zu gestalten. So zeigen sich Optionen und Veränderungsmöglichkeiten.

Druck kommt aber nicht nur von außen, sondern wir stehen auch unter innerem Druck. Je mehr innerer Druck vorhanden ist, desto weniger Druck vertragen wir von außen. Wenn es uns gelingt, den inneren Druck abzubauen, plagt uns der äußere Druck viel weniger.

Und schließlich haben - speziell bei hohem Druck - auch regelmäßige Zeiten des kurzen Innehaltens Einfluss auf unsere Lebens- und Arbeitsqualität.

Souveränes Handeln unter Druck kann nicht mit Tipps und Tricks herbeigeführt werden. Der Druck ist heute ein gesamtwirtschaftliches Begleitphänomen an den meisten Arbeitsplätzen. Um diesem Phänomen zu begegnen, geht es aus der Sicht des Einzelnen darum, eine geeignete innere Haltung dazu zu entwickeln. Dieser Beitrag möchte Sie dazu anregen, Ihr eigenes Verhalten zu reflektieren und ggf. kritisch zu hinterfragen, um sich dem Ziel "Souveränität im Umgang mit Druck" immer mehr anzunähern.

Bild 1: Den inneren Druck verringern (Flipchartfoto).

Den inneren Druck verringern

Leider ist uns nicht immer bewusst, wie wir uns selber - innerlich - unter Druck setzen. Im Folgenden will ich einige weit verbreitete Quellen inneren Drucks aufführen und so dazu beitragen, dass die Leser in einem Prozess der Selbstreflektion diese inneren Energiefresser bei sich erkennen und - falls möglich - abstellen. Kompetenter Umgang mit Druck bedeutet nicht, dass wir durch noch besseres Zeitmanagement aus einem 10-Stunden Tag die Arbeitsleistung von 14 oder mehr Stunden herauspressen. Kompetenz heisst hier, innerlich die Voraussetzungen zu schaffen dafür, dass der steigende äussere Druck uns nicht so viel anhaben kann. Gelassenheit ist die Frucht eines solchermaßen kompetenten Umgangs mit sich selber. Und auch die Vorasusetzung dafür.

Perfektionismus abbauen

Die am weitesten verbreitete Art, sich unter inneren Druck zu setzen, scheint mir der Perfektionismus zu sein. Ich meine damit nicht nur den "krankhaften" Perfektionismus, mit dem manche Menschen sich selber und alle anderen in ihrer Umgebung plagen und unglücklich machen. Ich meine die Kluft zwischen Vorstellung und Wirklichkeit. Wir alle haben sehr schöne Idealvorstellungen davon, wie es sein "könnte", wie z.B. die Kommunikation unter Kollegen idealerweise funktionieren könnte, wie unser Chef sich verhalten könnte, wie unsere Eltern und Kinder miteinander und mit uns umgehen könnten, kurz: wie die Welt idealerweise sein könnte. Und natürlich auch wie wir selber uns verhalten könnten. An sich ist das nichts Schlimmes. Schwierig wird es erst, wenn das "könnte" im eigenen Denken durch ein "sollte" ersetzt wird. Dann werden unsere Vorstellungen zur "Bringschuld" - für uns selber ebenso wie für unsere Umgebung - die sich in der Praxis natürlich nicht so realisieren lässt, wie uns das vorschwebt.

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Alle Kommentare (1)

Petra
Berleb

Wie wahr. Ich bin überzeugt, dass einen großen Anteil an unserer heutigen schnellen, gehetzten Zeit das Fehlen dieser Zwischenräume hat. Wir gönnen uns nicht mehr diese wichtigen kleinen stillen Denkpausen. Warum eigentlich nicht? Vielleicht haben wir Angst vor dem Ergebnis?