Ergebnisse einer Befragung Was entscheidet ĂŒber die Akzeptanz von Projektmanagement-Software?
Ergebnisse einer Befragung Was entscheidet ĂŒber die Akzeptanz von Projektmanagement-Software?
Stellen Sie sich vor, Sie möchten eine Projektmanagement-Software (PM-Software) einfĂŒhren und die Software entpuppt sich - gemessen an Ihren Anforderungen - als unpassend. Stellen Sie sich weiter vor, Sie haben eine PM-Software eingefĂŒhrt und kein Mitarbeiter benutzt das Produkt. Das kann Ihnen nicht passieren? Dann gehören Sie zu den Ausnahmen.
TatsĂ€chlich scheitert immer noch mehr als ein Drittel aller PM-SoftwareeinfĂŒhrungen vollstĂ€ndig. Vermutlich ebenso groĂ ist die Zahl derer, die teilweise scheitern, weil die Software nicht im gewĂŒnschten MaĂ verwendet wird. Eigentlich nicht erstaunlich, bedenkt man die KomplexitĂ€t der Produkte und des abzubildenden Bereichs. Projektmanagement ist so facettenreich wie kaum ein zweites Managementgebiet. Die Gruppe der Stakeholder setzt sich aus Teammitgliedern, Projektleitern, dem Management und meist auch aus Kunden und Zulieferern zusammen. SchlieĂlich bedeutet Projektmanagement das reibungslose Zusammenspiel nahezu aller Abteilungen sowie der externen Partner.
Wird eine PM-Software nicht verwendet, fĂŒhrt das zunĂ€chst auf Teamebene zu einem Schaden. Dieser weitet sich aus und zieht sich bald durch alle Bereiche des Unternehmens (Bild 1). Es beginnt meist damit, dass relevante Daten fehlen und Auswertungen nicht möglich sind. Sind einzelne Projekte fehlerhaft im System abgebildet, kann dies weit reichende Konsequenzen fĂŒr die projektĂŒbergreifende Ressourcen- und Terminplanung haben. SchlieĂlich sind sinnvolle Statusabfragen nicht mehr möglich und Berichte enthalten InformationslĂŒcken.

Bild 1: Auswirkung mangelnder PM-Softwareakzeptanz.
Mangelnde Softwareakzeptanz wird gern als bloĂer Unwillen der Mitarbeiter abgetan, dem man mit strikten Vorgaben begegnen kann. In Wahrheit ist das Problem allerdings komplexer. Trotz guter GrĂŒnde eine PM-Software einzusetzen, strĂ€uben sich Mitarbeiter oft aus mangelnden Kenntnissen im Umgang mit der Software, diese zu benutzen. HĂ€ufig entspricht die ausgewĂ€hlte Software auch nicht den relevanten Anforderungen der Anwender, die Informationseingabe wird deshalb als lĂ€stige Zusatzpflicht verstanden. Hintergrund ist, dass Anforderungen aus nahezu allen Unternehmensbereichen an die Software herangetragen werden und diese somit Projektleitern, Teammitgliedern und der Unternehmensleitung gleichermaĂen Nutzen bringen muss. Die Softwareauswahl wird jedoch oft nur von einem Mitarbeiter oder einer kleinen Gruppe von Mitarbeitern vorgenommen, die nicht alle Anforderungen aus den Abteilungen (z.B. Produktion, Forschung, Entwicklung) kennen. Hinzu kommt, dass es die groĂe Zahl unterschiedlicher Produkte den Verantwortlichen erschwert, eine geeignete Software zu identifizieren und auszuwĂ€hlen.
Die UniversitĂ€t OsnabrĂŒck erforscht in einer groĂ angelegten Untersuchung die Ursachen fĂŒr fehlende Akzeptanz der Anwender gegenĂŒber Projektmanagement-Software und die Möglichkeiten, diese zu beheben. Im Herbst 2007befragte sie zu diesem Zweck Anwender und Experten wie Berater und Hersteller von PM-Software. Dieser Artikel beschreibt LösungsansĂ€tze, die sich aus den Ergebnissen der Befragung ableiten.
Untersuchung zur Akzeptanz von PM-Software
Seit Herbst 2007 untersucht der Fachbereich fĂŒr Organisation und Wirtschaftsinformatik der UniversitĂ€t OsnabrĂŒck intensiv die verschiedenen Einflussfaktoren der Softwareakzeptanz. Nachdem zunĂ€chst Anwender, Hersteller und Experten zu möglichen Einflussfaktoren befragt wurden, sollen die Anwender diese Einflussfaktoren in einer Folgestudie bewerten.
Sie können selbst bis zum Dezember 2008 an der Studie teilnehmen:
umfragen.bow.uni-osnabrueck.de
Die Bausteine des erfolgreichen Software-Einsatzes
Ob der Einsatz der gewĂ€hlten PM-Software von Erfolg gekennzeichnet sein wird, hĂ€ngt von verschiedenen Einflussfaktoren oder auch Bausteinen ab. Wie die Befragung bestĂ€tigte, kommt es vor allem auf die Faktoren "Mensch", "Software" und "Unternehmen" an. Nur gemeinsam ergeben sie das Fundament fĂŒr eine erfolgreiche Arbeit mit der Software im Projekt (Bild 2). Bereits bei der Auswahl und EinfĂŒhrung der Software können Sie die richtigen Voraussetzungen schaffen, indem Sie diese drei Bausteine als Ganzes betrachten.

Alexander Dworrak
27.08.2008
Josef Schwab
29.08.2008
Guido Karkosch
29.09.2008