Risikomanagement in IT-Projekten

Gefahren rechtzeitig erkennen und meistern

Informationen zum Buch
Risikomanagement in IT-Projekten
Autor: Versteegen, Gerhard (Hrsg.)
ISBN: 3540441751
Verlag: Springer-Verlag
Jahr: 2003
Seitenanzahl: 296 Seiten
Medienart: geb.
Preis: 44,95 €
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Rezension von Dr. Georg Angermeier

Für eilige LeserInnen: Wenn Sie den "Bärentango" von Tom deMarco für zu populistisch halten, dann nehmen Sie doch dieses Buch!

Man sollte ja eigentlich Bücher nicht miteinander vergleichen. Aber hier juckt es mich doch in den Fingern, dem Bestseller von Tom deMarco "Bärentango" dieses deutlich bessere Buch entgegenzuhalten.

Dabei gefällt mir Tom deMarco schon auch - als Bettlektüre zum Beispiel. Und für den Small-Talk in der Teeküche und Kantine.

Dafür eignet sich wiederum das von Gerhard Versteegen herausgegebene Buch gar nicht. Aber wenn Sie vorhaben, Ihren IT-Projekten mehr Sicherheit zu geben und Sie vom Chaosprinzip Abstand nehmen wollen, dann führt er Sie in "Risikomanagement in IT-Proekten" klar und kompetent durch das gesamte Thema.

Zunächst gibt es ein Einführungskapitel, in dem vor allem die Motivation für das aufgeflammte Interesse an Risikomanagement erläutert wird.

Kapitel 2 beschreibt dann die Risikoidentifizierung in verschiedenen Projekttypen (z.B. interne und externe Projekte) und zu verschiedenen Zeitpunkten im Projekt.

Der nächste systematische Schritt stellt die Risikoanalyse und Risikobewertung dar. Schön ist dabei die praxisgerechte Darstellung unterschiedlicher Genauigkeitsanforderungen bei diesem zentralen Thema.

Kapitel 4 stellt mit der Risikomatrix das wichtigste Werkzeug des Risikomanagements vor. Ein wenig akademisch, oder zumindest erst für Fortgeschrittene ist die dabei erläuterte Kategorisierung der Risiken nach Klassen und Wahrscheinlichkeitsklassen.

Vorwitzige Leser wie ich werden sich unter Umständen als erstes das Kapitel 5 zu Gemüte führen. Denn hier geht es um die Fragen, was man mit den erkannten, analysierten und bewerteten Risiken nun anstellen soll. Die vorliegende Risikomatrix soll ja nicht als Wandschmuck dienen, sondern konkrete Vorgaben zur Risikovermeidung, Risikotransfer und Risikominimierung liefern. Wann welche Strategie zu wählen ist, erfährt der Leser in diesem Kapitel

Nachdem die Leser nun selbst Risiko-Experten geworden sind, folgt in Kapitel 6 eine ausgezeichnete Behandlung der Vorgehensmodelle V-Modell, RUP und MSF unter dem Gesichtspunkt Risikomanagement.

Demgegenüber wirkt das Kapitel 7, bei dem es um die Einführung von Risikomanagement geht, ein wenig schwach auf der Brust. Hier bleiben die Aussagen zu sehr im Unverbindlichen und Banalen. Dass es Top-Down- und Bottom-up-Strategien für die Einführung von neuen Methoden gibt, ist nicht wirklich neu. Was Risikomanagement in einem IT-Unternehmen oder einer IT-Abteilung bedeutet, welche Widerstände zu erwarten sind und wie man hier den Nutzen aufzeigt, das wäre interessanter gewesen.

Als Ausgleich unterhält uns Gerhard Versteegen zum Abschluss persönlich mit dem Kapitel "No Risk - No Fun". Der Autor macht die Leser dabei aufmerksam, dass Risiken auch Chancen bedeuten und Fehler zu Erfahrungen führen. Er geht dabei nicht allzu sehr in die Tiefe, aber die Darstellung ist eine gelungene Abrundung des gesamten Buchs.

Ein einfaches Glossar, Literaturhinweise und ein gutes Stichwortverzeichnis helfen bei Orientierungsbedarf und weiterem Informationsbedarf.

"Risikomanagement in IT-Projekten" ist ein handwerklich einwandfrei erstelltes Buch, das sich vollständig auf das Fachliche konzentriert und keinem Modetrend das Wort redet. Es schließt damit eine Lücke und sollte zur Standardausrüstung von IT-Projekten gehören.


Verlagstext

Risikomanagement in IT-Projekten ist ein detaillierter Leitfaden für jeden Projektmanager. Gerade in den immer komplexer werdenden Projekten der Informationstechnologie sind die potenziellen Projektrisiken besonders hoch. Ohne eine geeignete Strategie drohen die meisten Projekte beim Eintreten eiens Problems zu scheitern. Das Buch gibt nicht nur Ratschläge, wie Risiken vermieden werden können, sondern geht im Detail auf die Planng, Minimierung und Eliminierng von Risiken ein. Ebenso werden Situationen betrachtet, in denen Risiken zu Problemen werden, und darauf eingegangen, wie das Projekt trotzdem zum Erfolg geführt werden kann.



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