VUCA

VUCA ist ein Akronym für Volatility, Uncertainty, Complexity and Ambiguity. Es soll die Rezeption der politischen, ökonomischen, ökologischen und gesellschaftlichen Situation durch das Individuum als chaotisches System charakterisieren.

Gemäß Wikipedia (s. weiterführende Informationen) prägte das United States Army War College dieses Acronym in der Zeit nach dem Ende des Kalten Kriegs. Seit ca. 1990 findet der Begriff "VUCA" immer weitere Verbreitung, insbesondere auch in der Charakterisierung ökonomischer Systeme (z.B. Absatzmärkten, Produktlebenszyklen).

Bedeutung der Aspekte von VUCA

Volatility

Das Schlagwort Volatilität soll den beständigen Wandel der umgebenden Systeme beschreiben. Das subjektive Empfinden, dass die Umwelt sich beständig verändert, ist nicht neu. So bringt bereits das dem griechischen Philosophen Heraklit zugeordnete "Panta rhei" dieses Empfinden zum Ausdruck. Eine neue Dimension des Wandels wird jedoch in der zunehmenden Innovationsgeschwindigkeit gesehen. Das Empfinden, in einer sich immer schneller ändernden Welt zu leben, wird auch durch die nahezu instantane Verbreitung von Informationen über die gesamte Welt hervorgerufen.

Daraus abgeleitet wird die Notwendigkeit von Früwarnsystemen, die nach Möglichkeit bereits Anzeichen für kommende Änderungen erkennen können.

Uncertainty

Dies beschreibt das Empfinden, dass Prognosen nicht möglich und somit auch Pläne wenig sinnvoll sind.

Als Antwort auf die Unsicherheit wird die Fähigkeit zur schnellen Anpassung gesehen, ausgedrückt im Schlagwort der Agilität.

Complexity

Komplexität ist die Eigenschaft eines Systems, nicht linear im Sinne eines einfachen Ursache-Wirkungs-Zusammenhangs zu reagieren.

Aus der Erkenntnis, dass alle realen Systeme komplex sind, werden unterschiedliche Konsequenzen abgeleitet. Einerseits werden aufwendigere Modellierungsmethoden empfohlen, andererseits werden Managementsysteme entwickelt, die Organisationen zum Überleben in komplexen Umgebungen befähigen sollen.

Ambiguity

Auch die Rezeption von Informationen als mehrdeutig ist keineswegs neu, bereits das Höhlengleichnis von Platon beschreibt diesen Effekt. Die Möglichkeiten der neuen Medien bewirken jedoch, dass Mehrdeutigkeiten immer intensiver wahrgenommen werden und so ein subjektives Gefühl der Unsicherheit verstärkt wird.

Um die Mehrdeutigkeit von Informationen bewältigen zu können wird systemisches Denken gefordert, d.h. der Fähigkeit in komplexen Zusammenhängen denken zu können, Modellbildungen zu hinterfragen und flexibel auf neue Erkenntnisse reagieren zu können.

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