Argumente im Kopf behalten

In einer Diskussion oder Verhandlung kann es schnell passieren, dass einem im entscheidenden Moment nicht mehr alle passenden Argumente einfallen, auch wenn man sich diese im Vorfeld sorgfältig zurechtgelegt hat. Während man noch überlegt, ergreift der Gesprächspartner wieder das Wort, lenkt das Gespräch in eine andere Richtung und schon hat man eine gute Gelegenheit verpasst, den eigenen Standpunkt zu stärken. Marko Zotschew zeigt in diesem Tipp, wie Sie vor einem wichtigen Gespräch mit einer einfachen Technik sämtliche Argumente im Kopf abspeichern und zum richtigen Zeitpunkt wieder aus Ihrem Gedächtnis hervorholen können.

Argumente im Kopf behalten

In einer Diskussion oder Verhandlung kann es schnell passieren, dass einem im entscheidenden Moment nicht mehr alle passenden Argumente einfallen, auch wenn man sich diese im Vorfeld sorgfältig zurechtgelegt hat. Während man noch überlegt, ergreift der Gesprächspartner wieder das Wort, lenkt das Gespräch in eine andere Richtung und schon hat man eine gute Gelegenheit verpasst, den eigenen Standpunkt zu stärken. Marko Zotschew zeigt in diesem Tipp, wie Sie vor einem wichtigen Gespräch mit einer einfachen Technik sämtliche Argumente im Kopf abspeichern und zum richtigen Zeitpunkt wieder aus Ihrem Gedächtnis hervorholen können.

Vielleicht kennen Sie das: Sie diskutieren in einer Verhandlung oder Besprechung angeregt mit ihrem Gegenüber über einen komplexen Sachverhalt. Im Vorfeld haben Sie sich bereits einige Argumente überlegt. Der entscheidende Moment naht, Sie möchten Ihre Argumente vorbringen – und haben diese zum Teil vergessen. Sie überlegen, wertvolle Sekunden verstreichen, die Redepause suggeriert Ihrem Gegenüber eine gewisse Unsicherheit und während Sie noch angestrengt ins Leere schauen, fällt Ihnen der Gesprächspartner ins Wort, lenkt das Thema in eine andere Richtung und schon ist die Situation vorbei. Zwei Minuten nach dem Gespräch fällt Ihnen dann das Argument ein, welches Ihnen im entsprechenden Moment geholfen hätte...

Für so einen Fall wäre es gut, sämtliche Argumente vor dem Gespräch im Kopf abzuspeichern und egal zu welchem Zeitpunkt wieder aus seinem Gedächtnis hervorzuholen. Wie das mit einer einfachen Technik gelingt, zeigt dieser Tipp.

Informationen mithilfe von Bildern abspeichern

Um sich Informationen nachhaltig zu merken, können Sie die sog. "Geisselhart-Technik" verwenden. Die Technik beruht auf der Tatsache, dass sich das Gehirn Bilder wesentlich besser merken kann als bloße Fakten. Möchten Sie eine Information abspeichern, kreieren Sie dafür in Ihrer Phantasie ein Bild und verknüpfen Sie dieses mit den Symbolen aus dem Ordnungssystem in Bild 1, welches Sie in einem ersten Schritt verinnerlichen sollten. In diesem System sind für die Zahlen von 0 bis 10 Symbole zugeordnet, die den Zahlen in ihrer Erscheinung ähneln (s. auch "Bilder im Kopf – Wichtiges leicht gemerkt", Projekt Magazin 14/2010).

Bild 1: Zahlensymbole nach der Geisselhart-Technik. Quelle: www.kopferfolg.de

Argumente leichter merken

In dem Sie Ihre Argumente in Bildern abspeichern, haben Sie diese jederzeit parat und werden auch sicherer in eine Verhandlung oder in ein Meeting gehen. Sie können dazu Ihre Argumente z.B. nach der Relevanz sortieren und dann dem wichtigsten Argument die Kerze zuordnen, dem zweitwichtigsten den Schwan usw. Dazu ein Beispiel:

Beispiel "Softwarebeschaffung"

Sie plädieren dafür, dass an sämtlichen Arbeitsplätzen in Ihrer Abteilung eine neue, zeitgemäße PM-Software installiert wird. Ihr Chef ist davon wenig begeistert aufgrund der hohen Anschaffungskosten sowie der langen Einarbeitungszeit seiner Mitarbeiter ("Bisher funktioniert's doch auch!"). Dennoch nimmt er Ihr Anliegen ernst und vereinbart mit Ihnen eine kurze Besprechung, um über Ihre Idee zu diskutieren. Ihre Argumente sind im Einzelnen:

  • Kommunikation und Information: In der derzeitigen Software gibt es keine Möglichkeit, bei den einzelnen Projekten, Vorgängen und Meilensteinen Notizen und Verknüpfungen auf Dateien zu hinterlegen. Die Mitarbeiter verwenden deshalb eine Behelfslösung. Dabei kommt es häufig zu Missverständnissen, sodass immer wieder Fehler entstehen. In einer neuen PM-Software lassen sich solche Informationen direkt aus dem Projektplan aufrufen, was zu deutlich weniger Missverständnissen führt.
  • Motivation und Akzeptanz: Die Funktionalität der Software kann an die individuellen Arbeitsbedingungen angepasst werden. D.h. jeder Mitarbeiter kann sich die Bedienoberfläche je nach seinem Zuständigkeitsbereich entsprechend einrichten und so komfortabel mit der Software arbeiten, was sowohl die Motivation als auch die Akzeptanz erhöht.
  • Zeitersparnis: Das derzeitige, veraltete System ist in der Handhabung schwierig, da es die immer komplexer gewordenen Projekte nicht mehr adäquat abbilden kann und die Bedienung unkomfortabel ist. Insbesondere können keine projektübergreifenden Bezüge hergestellt werden und es gibt keine Kontextmenüs.
  • Auswertung: Die derzeitige Software unterstützt keine für das Projektportfoliomanagement benötigte Funktionen. Es gibt z.B. keine projektübergreifenden Kennzahlenvergleiche. Selbst eine einfache Auflistung aller aktiven Projekte mit Statusinformationen kann nur manuell erstellt werden. Mit einer neuen Software erhält die Geschäftsführung den vollständigen und aussagekräftigen Überblick über die Projektlandschaft, Probleme lassen sich früher erkennen, die Budgetierung einzelner Projekte fällt leichter.

...und dazu Ihre Bilder

Bewerten Sie nun die Argumente nach der Relevanz und legen Sie für jedes Argument ein eigenes Bild im Kopf an. Diese könnten z.B. folgendermaßen aussehen:

  1. Zeitersparnis: Sie sitzen völlig im Dunkeln und sehen kaum die Tastatur. Da reicht Ihnen jemand plötzlich eine Kerze. Im Hellen können Sie die Tastatur nun wesentlich besser bedienen, Sie arbeiten deutlich schneller und haben auch die Uhr wieder fest im Blick.
  2. Kommunikation und Information: Sie suchen verzweifelt nach einer Spezifikation für ein Teilprodukt. Da watschelt ein Schwan durch Ihre Bürotür, der Ihnen auf dem Rücken zwischen seinen Flügeln das gesuchte Dokument mit allen Informationen bringt.
  3. Auswertung: Die Statusberichte zu jedem einzelnen Projekt liegen vor Ihnen ausgebreitet auf dem Fußboden. Da Sie sich aufgrund fortgeschrittener Rückenschmerzen kaum bücken können, schnappen Sie sich einen Dreizack, spießen die einzelnen Blätter damit auf und erhalten auf diese Weise schließlich Ihre Auswertung.
  4. Motivation und Akzeptanz: Jedes abgeschlossene Arbeitspaket markieren Sie in der Software mit einem grünen Kleeblatt und freuen sich über das von Ihnen individuell eingestellte Symbol.

Wenn es ernst wird

Wenn Sie Ihre Argumente nun in der Besprechung vorbringen möchten, denken Sie lediglich an die Symbole aus dem Ordnungssystem, also Kerze, Schwan, Dreizack etc. Die passenden Argumente fallen Ihnen umgehend ein – und das sogar längerfristig. Machen Sie die Probe: Versuchen Sie, sich am nächsten Morgen nach dem Lesen dieses…

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