Warum die Einzelkämpfer-Führung ausgedient hat Geteilte Führung, doppelte Expertise: So gelingt der Einstieg in Co-Leadership

Co-Leadership erfolgreich einführen: So gelingt geteilte Führung

Führungskräfte fehlen, klassische Modelle stoßen an Grenzen. Co-Leadership bietet eine Alternative: geteilte Verantwortung, kombinierte Kompetenzen und mehr Flexibilität. Worauf es beim erfolgreichen Einstieg ankommt.

Management Summary

Warum die Einzelkämpfer-Führung ausgedient hat Geteilte Führung, doppelte Expertise: So gelingt der Einstieg in Co-Leadership

Co-Leadership erfolgreich einführen: So gelingt geteilte Führung

Führungskräfte fehlen, klassische Modelle stoßen an Grenzen. Co-Leadership bietet eine Alternative: geteilte Verantwortung, kombinierte Kompetenzen und mehr Flexibilität. Worauf es beim erfolgreichen Einstieg ankommt.

Management Summary

Unternehmen haben zunehmend Schwierigkeiten, Führungspositionen zu besetzen. Was lange ein schleichender Trend war, entwickelt sich immer stärker zu einem strukturellen Problem: Technologischer Wandel, wirtschaftliche Unsicherheit und der Druck durch KI-gestützte Transformation erhöhen die Anforderungen an Führung, während gleichzeitig die Bereitschaft sinkt, diese Verantwortung überhaupt zu übernehmen.

Das Ergebnis ist eine doppelte Lücke: Unternehmen brauchen mehr und bessere Führung, doch finden immer weniger Menschen, die diese Aufgabe übernehmen wollen.

Zahlen und Fakten

Aktuelle Zahlen zeigen, wie groß die Kluft inzwischen ist. Im Jahr 2025 fehlten im Durchschnitt rund 28.000 Fachkräfte in Führungsberufen in Deutschland (KOFA Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung, 2026). Die häufigsten Gründe gegen Führung: hohe Arbeitsbelastung (77%), große Verantwortung (75%), Einschnitte ins Privatleben (73%), geringe finanzielle Anreize (48%) und der mögliche Verlust guter Beziehungen zu Kolleginnen und Kollegen (48%).

Warum sich der Führungskräftemangel weiter zuspitzt

Wenn wir uns mit den Gründen für den Führungskräftemangel beschäftigen, kommen aktuell mehrere Entwicklungen zusammen und verstärken sich gegenseitig.

  • Zunehmende Führungskomplexität: Die Anforderungen an Führungskräfte sind in den letzten Jahren massiv gestiegen. Sie müssen Entscheidungen unter Unsicherheit treffen, Orientierung in volatilen Märkten geben und technologischen Wandel aktiv mitgestalten. All das macht Führung komplexer und für viele schlicht unattraktiver.
  • Demografischer Wandel: Ein großer Teil der Babyboomer-Generation wird in den nächsten Jahren aus dem deutschen Arbeitsmarkt ausscheiden. Schätzungen zufolge gehen bis zu 35% der Beschäftigten in den nächsten zehn Jahren in Rente (Handelsblatt, 2024). Damit verlieren Unternehmen nicht nur Fachkräfte, sondern auch erhebliche Führungskapazitäten sowie jahrelang gewachsenes institutionelles Wissen.
  • Mismatch von Arbeits- und Lebensrealität: Mit einer Teilzeitquote von über 39% in Deutschland hat flexible Arbeit laut dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit ein Rekordniveau erreicht (IAB Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung, 2025). Das Problem: Klassische Führungsmodelle sind häufig weiterhin auf Vollzeit und konstante Verfügbarkeit ausgelegt. Dadurch fallen viele potenzielle Führungskräfte trotz passender Eignung durchs Raster, weil das Modell nicht zu ihrer Lebensrealität passt.

Ein Blick auf die Zahlen zur Führungsbereitschaft verstärkt dieses Bild. Während früher mehr als die Hälfte der Beschäftigten eine Führungsrolle in Betracht gezogen hat, sind es bei der Generation Z heute nur noch rund 28%, lediglich 6% streben aktiv eine Führungsposition an (Deloitte, 2025). Insgesamt wollen nur noch etwa 9% der Arbeitnehmenden Führung übernehmen (Auctority, 2024).

Vor diesem Hintergrund ist es konsequent, dass alternative Führungsmodelle an Bedeutung für Unternehmen und Gesellschaft gewinnen. Eines davon ist Co-Leadership.

Das könnte Sie auch interessieren