Coach Casting: Externe Projektbegleiter richtig auswählen

Ein Coach hilft seinen Klienten, Probleme zu lösen. Das können zum Beispiel Konflikte im Team, Terminschwierigkeiten in einem komplexen Projekt oder auch Fragen der Karriereplanung sein. Je nach Bedarf begleitet der Coach seine Klienten über Wochen, Monate oder auch Jahre. Deshalb ist es für den Klienten wichtig, den "Richtigen" für seine individuellen Fragestellungen aufzuspüren. Doch wie geht das? Wie findet man einen Coach, der die "gleiche Sprache" spricht? Georg von Stein zeigt, wie Sie bei der Suche am besten vorgehen, worauf es beim Erstgespräch ankommt und welche Rahmenbedingungen beide Seiten schriftlich fixieren sollten.

Wenn Sie einen Coach fragen, wo seine Wurzeln liegen, dann müsste er Sie in das kleine Dorf Kocs im Nordwesten Ungarns schicken. Seine Bewohner sollen Anfang des 16. Jahrhunderts erstmals einen leichten Pferdewagen aus einem Sesselgeflecht gebaut haben. Dieses Fahrzeug gelangte über die Grenzen nach Deutschland und nach England. Aus Kocs wurde "Kutsche" beziehungsweise "Coach", aus Kutschen wurden "Coaches".

Die ursprüngliche Bedeutung von "Coach" als Reisegefährt liegt nicht weit von der heutigen Aufgabe eines Coaches entfernt: Er ist ein Begleiter, der seine Klienten unterstützt, von A nach B zu kommen - aus verworrenen und verfahrenen beruflichen Situationen in handhabbare und entscheidungssichere Zustände. Wer einen Coach sucht, will Klarheit fnden. Er nimmt sich einen Begleiter für eine Reise, deren Ziel es ist, berufliche und private Probleme zu lösen oder schlichtweg erfolgreich "unterwegs zu sein", im Berufs- wie im Privatleben.

Das Ziel bestimmt der Kunde

Dafür wird der Klient gewohnte Orte verlassen. Aber genauso wenig wie eine Kutsche das Reiseziel für den Reisenden bestimmt, sollte der Coach die Ziele der Coaching-Reise vorgeben. Als Klient sollten Sie sich daher überlegen: Was ist Ihr Ziel? Soll der Vorstand Sie in einem Projekt stärker unterstützen? Wollen Sie mehr Engagement bei Projektmitarbeitern bewirken? Haben Sie andere Ziele?

Während des Coaching-Prozesses werden Sie und Ihr Coach das Ziel möglicherweise verändern. Gerade deshalb ist es wichtig, dass Sie beide in etwa dasselbe unter dem Prozess verstehen, der vor Ihnen liegt. Dies gilt umso mehr, als Coaches sich in ihrem Arbeitsverständnis so stark voneinander unterscheiden wie orthodoxe Schulmediziner und Bachblüten-Homöopathen. Die Kernfrage lautet also: Ist Ihr Coaching-Verständnis mit dem Ihres Coaches in Einklang zu bringen? Sprechen Sie und Ihr potenzieller Coach die gleiche Sprache?

Überprüfen können Sie Ihr Verständnis anhand der Definition des "Coaching-Reports" von Christopher Rauen. Coaching ist demnach eine Form der Beratung, in der der Coach als neutraler Feedback-Geber hilft. Zu diesem Zweck kombiniert er individuelle, unterstützende Problembewältigung und persönliche Beratung. Er nimmt dem Klienten keine Arbeit ab. So führt er beispielsweise keine Gespräche mit dem Vorstand über eine bessere Unterstützung für das Projekt. Statt dessen berät er auf der Prozessebene. Grundlage dafür ist eine freiwillige und tragfähige Beratungsbeziehung.

Coaching arbeitet mit transparenten Methoden und erlaubt keine manipulativen Techniken. Diese stünden der angestrebten Förderung von Bewusstsein entgegen.

Hilfe zur Selbsthilfe

Coaching soll die Selbstreflexion und die Selbstwahrnehmung des Klienten unterstützen. Auch Bewusstsein und Verantwortung soll es fördern, um auf diese Weise Hilfe zur Selbsthilfe zu geben. Im politisch-

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