Small Talk für Einsteiger – So betreiben Sie lockere Konversation

Viele Menschen, die uns nach kurzen Begegnungen als freundlich, aufmerksam und souverän in Erinnerung bleiben, können oft eines sehr gut: Small Talk. Mit ein bisschen Übung kann jeder fit darin werden. Jessika Herrmann erklärt, welche Zwecke Small Talk erfüllt und wie Sie einen Small Talk beginnen, führen und beenden können.

Small Talk für Einsteiger – So betreiben Sie lockere Konversation

Viele Menschen, die uns nach kurzen Begegnungen als freundlich, aufmerksam und souverän in Erinnerung bleiben, können oft eines sehr gut: Small Talk. Mit ein bisschen Übung kann jeder fit darin werden. Jessika Herrmann erklärt, welche Zwecke Small Talk erfüllt und wie Sie einen Small Talk beginnen, führen und beenden können.

Viele Menschen, die nach kurzen Begegnungen oder zufälligen Treffen als freundlich, aufmerksam und souverän in Erinnerung bleiben, können eines sehr gut: angenehme Konversation betreiben. Auf Neu-Deutsch: Sie beherrschen den Small Talk. Nun ist nicht jeder ein geborenes Konversationstalent. Manch einer ist eher zurückhaltend und fühlt sich in Gesellschaft fremder Personen am wohlsten, wenn er den anderen still zuhören oder mit ihnen Fachfragen klären kann. Aber in manchen Situationen reicht das nicht aus: Bei Konferenzen, Besprechungen oder Geschäftsessen geht es auch darum, neue Kontakte zu knüpfen, sich in den Pausen bei einem netten Plausch zu entspannen und zu prüfen, ob man sich sympathisch ist. Hier ist Small Talk nicht nur nettes Beiwerk, sondern eine notwendige Kompetenz.

Auch wenn Ihnen der Small Talk nicht in die Wiege gelegt wurde: Mit ein bisschen Übung können Sie fit darin werden. Im Folgenden erhalten Sie eine kleine Einführung in das Thema und erfahren, welche Zwecke Small Talk erfüllt und wie Sie einen Small Talk beginnen, führen und beenden können.

Small Talk - in angenehmer Gesellschaft

Small Talk bezeichnet eine lockere Unterhaltung, bei der soziale und berufliche Hierarchieunterschiede keine oder nur eine untergeordnete Rolle spielen. Die Gespräche entstehen spontan oder sind ein gängiger Bestandteil geschäftlicher Treffen. Geredet wird über Themen, die alle Teilnehmer verstehen und die ihre persönliche Erfahrungswelt betreffen. Ein Plausch über verstopfte Autobahnen, die Pariser Luftfahrtschau, die Beinfreiheit in Flugzeugen, den neuen Gummibaum im Besprechungszimmer, die Suche nach einer Kinderkrippe oder das neueste Wii-Spiel - das ist Small Talk.

Bei diesen Unterhaltungen geht es nicht darum, die Gesprächspartner von der eigenen Meinung zu überzeugen, Wissen zu vermitteln oder geschäftliche Fragen zu klären. Vielmehr dient Small Talk dazu, Kontakt zu anderen Personen aufzunehmen, die soziale Beziehung zu stärken und Anspannung abzubauen, zum Beispiel vor wichtigen Verhandlungen. Auf Kongressen stehen die Teilnehmer dank Small Talk in den Pausen nicht alleine herum, sondern finden schnell Kontakt zueinander. Ein Mitarbeiter, der einen Top-Manager seines Unternehmens zufällig im Fahrstuhl trifft, kann die Gelegenheit nutzen, um mit ein bisschen Small Talk positiv auf sich aufmerksam zu machen.
In vielen Situationen ist eine kurze, freundliche Unterhaltung allemal besser als sich in Schweigen zu hüllen oder die Unterhaltung nach der Begrüßung gleich wieder zu beenden.

Geeignete Themen

Bei einem Small Talk sollen sich alle Gesprächsteilnehmer wohlfühlen. Damit das gelingt, sollten Sie Themen vermeiden, die zu Irritationen oder Verärgerung führen können oder provozieren. Typische Tabu-Themen sind Politik, Religion, Intimes, Krankheiten oder persönliche Finanzen. Das gewählte Thema darf auch keinen der Anwesenden ausschließen. Jeder soll mitreden können. Gutverdiener unter sich beispielsweise können sich ausgiebig über den Service in Fünf-Sterne-Hotels in Dubai unterhalten. Ist aber eine Person in der Runde, deren Gehalt gerade so für eine Urlaubspension am Bodensee reicht, dann sprechen Sie lieber über die Sehenswürdigkeiten der Stadt, in der Sie sich gerade befinden, über eine witzige Zeitungsmeldung oder Ihre letzte Fahrradtour.

Für den Small Talk eignen sich grundsätzlich alle Themen, die viele Menschen interessieren, unverfänglich sind, kein besonders Wissen voraussetzen und aus dem Alltag kommen. Der Klassiker: Das Wetter. Andere geeignete Themen sind Beruf, Hobbys, Städte, Sport- und Kulturereignisse, Familie, Kinder, Musik, Wohnen, Wellness, Tiere, Straßenverkehr oder Fernsehsendungen.

Auf alle Fälle vermeiden

Wenn Sie im beruflichen Umfeld Small Talk betreiben, sollten Sie folgende Dinge in jedem Fall vermeiden:

  • Kollegenschelte und Lästern
  • Weitergabe von Firmeninterna
  • Fragen nach dem Einkommen
  • Fachliche Auseinandersetzungen

Ins Gespräch kommen

Häufig kostet es ein wenig Überwindung, fremde Personen anzusprechen und einen Small Talk zu beginnen. Denken Sie einfach daran: In der Regel wird Ihr Gegenüber froh darüber sein, wenn Sie die Initiative ergreifen. Und bei Geschäftstreffen oder -essen sind Sie meist ohnehin gezwungen, ein Gespräch anzuregen oder in Gang zu halten.

Um ein Gespräch zu beginnen, können Sie beispielsweise

  • nach der Begrüßung zu einem aktuellen Thema überleiten (siehe Tabelle 1, Beispiel 1)Um ein aktuelles, unverfängliches Thema zu finden, brauchen Sie morgens nur die Zeitung aufzuschlagen oder Radio zu hören. Dort erfahren Sie, welcher Star gerade Geburtstag hatte, welche Künstleraktion derzeit Aufsehen erregt, wie die Damenmode in der nächsten Saison aussieht, wo ein neues Museum eröffnet wurde, welche Sportereignisse anstehen oder welcher Jahres- oder Gedenktag heute gefeiert wird. Es gibt zum Beispiel den Tag des Deutschen Butterbrots (letzter Freitag im September), den Internationalen Tag der Familie (15. Mai) oder den Tag des Deutschen Bieres (23. April).
  • nach der Begrüßung etwas von sich persönlich erzählen (siehe Tabelle 1, Beispiel 2)
    Nicht nur in der Welt geschieht täglich etwas Neues, sondern auch in Ihrem ganz persönlichen Leben. Vielleicht haben Sie kürzlich einen schönen Kinofilm gesehen, sind umgezogen oder haben gerade die Ihrer Meinung nach beste Pizzeria der Stadt entdeckt. Von all diesen Dingen können Sie Ihrem Gesprächspartner erzählen.
  • ein Statement abgeben (siehe Tabelle 1, Beispiel 3)
    Ein Statement ist ein Gesprächsangebot. Sie sagen, was Sie denken und warten, ob Ihr potenzieller Gesprächspartner das Angebot annimmt. Man kann zu allen möglichen Dingen ein Statement abgeben: zum Wetter ("Wunderschöner Tag heute"), zur Raumausstattung ("So ein großer…

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