So fördern Sie im virtuellen Team die persönlichen Beziehungen

Projektleiter, welche die Führung eines virtuellen Teams übernehmen, stehen vor besonderen Herausforderungen. Dr. Tomas Bohinc stellt diese Herausforderungen bei einer Führung auf Distanz vor, beschreibt die Prinzipien, nach denen ein Projektleiter in einer solchen Situation handeln sollte, und die besonderen Kompetenzen, die er dafür benötigt. Und er zeigt, wie die elektronischen Medien eingesetzt werden können, damit ein virtueller Arbeitsraum entsteht, der die persönliche Beziehung der Teammitglieder zueinander fördert.

So fördern Sie im virtuellen Team die persönlichen Beziehungen

Projektleiter, welche die Führung eines virtuellen Teams übernehmen, stehen vor besonderen Herausforderungen. Dr. Tomas Bohinc stellt diese Herausforderungen bei einer Führung auf Distanz vor, beschreibt die Prinzipien, nach denen ein Projektleiter in einer solchen Situation handeln sollte, und die besonderen Kompetenzen, die er dafür benötigt. Und er zeigt, wie die elektronischen Medien eingesetzt werden können, damit ein virtueller Arbeitsraum entsteht, der die persönliche Beziehung der Teammitglieder zueinander fördert.

Projektleiter kommen zur Führung eines virtuellen Projektteams manchmal wie die "Jungfrau zum Kinde". Sie übernehmen diese Aufgabe und stellen dann fest, dass die Mitarbeiter dieses Projekts an verschiedenen Standorten arbeiten, zuweilen in verschiedenen Unternehmen oder Ländern, und damit teilweise sogar anderen Zeitzonen.

Dies hat zur Folge, dass

  • sich der Projektleiter und die Teammitglieder kaum persönlich kennen,
  • die Kommunikation des Projektleiters mit den Mitarbeitern und der Mitarbeiter untereinander hauptsächlich über elektronische Medien stattfindet und
  • der Projektleiter seine Mitarbeiter nicht arbeiten sieht.

Das Vorgehen, wie ein Projektleiter ein reales Team führen würde, lässt sich deshalb nicht einfach auf die Führung eines virtuellen Teams übertragen. Im realen Team kann der Projektleiter beobachten, wie die einzelnen Teammitglieder handeln, und einen Mitarbeiter unmittelbar und persönlich auf Fehlentwicklungen ansprechen. Durch den persönlichen Kontakt baut der Projektleiter seine Führungsbeziehung auf und aus. Um zu unterstützen, dass das Projektteam ein "Wir"-Gefühl entwickelt, kann er Präsenz-Workshops und -Meetings nutzen.

Bei der Führung eines virtuellen Projektteams hat er all diese Möglichkeiten nicht. Sie gelingt nur, wenn der Projektleiter lernt, seine Mitarbeiter aus der Distanz zu führen. Bei dieser Art von Führung hat er verschiedene Herausforderungen zu bewältigen. Er muss bestimmte Prinzipien berücksichtigen und entsprechende Führungskompetenzen mitbringen.

Herausforderungen bei der Führung eines virtuellen Teams

Es ist schon eine Herausforderung, ein reales Team zu führen; die Führung eines virtuellen Teams ist jedoch noch anspruchsvoller. Als Leiter eines virtuellen Projektteams ist es wichtig, dass Sie

  • die Mitarbeiter dabei unterstützen, dass sie sich mit dem Projekt und dem Team identifizieren,
  • den Mitarbeitern das Gefühl der Isolation nehmen und
  • durch die Auswahl geeigneter Kommunikationsmedien die Entfernung überbrücken.

Identifikation unterstützen

Die Identifikation mit dem Projekt und das Gefühl, zu dem Team dazuzugehören, in dem man arbeitet, bilden sich bei Mitarbeitern in realen Teams leichter. Sie arbeiten im gleichen Gebäude und treffen sich bei Teammeetings, beim Mittagessen oder in der Kaffeeküche. Sie kommen in persönlichen Kontakt miteinander, tauschen sich aus, diskutieren und streiten auch manchmal. All dies trägt dazu bei, dass die Mitarbeiter allmählich ein gemeinsames Verständnis von einer guten Zusammenarbeit entwickeln.

Diese identitätsstiftenden Rahmenbedingungen fehlen einem virtuellen Team. Die Mitglieder eines solchen Teams haben oft einen stärkeren persönlichen Bezug zu ihren Kollegen vor Ort und der dortigen Organisation als zu den Kollegen des virtuellen Projektteams. Die Herausforderung für den Projektleiter ist es hier, trotz dieser Rahmenbedingungen die Teammitglieder zu einer sozialen Gemeinschaft zusammenzuschweißen.

Dem Mitarbeiter das Gefühl der Isolation nehmen

Teamarbeit ist deshalb attraktiv, weil die Mitglieder in direktem persönlichen Austausch stehen und eine starke Zugehörigkeit zu ihrem Team verspüren. Dieses Zugehörigkeitsgefühl entsteht, weil sich die Teammitglieder nicht nur in ihrer Teamrolle, sondern auch persönlich kennenlernen und eine Bindung zueinander entwickeln.

Der Projektleiter eines virtuellen Teams steht vor der Führungsaufgabe, den einzelnen Mitgliedern, die räumlich verteilt arbeiten, das Gefühl der Isolation zu nehmen und einen Prozess in Gang zu setzen, durch den die Teammitglieder trotz der räumlichen Distanz eine persönliche Beziehung aufbauen.

Entfernung überbrücken

Die Mitglieder eines Projektteams arbeiten leichter zusammen, wenn sie gemeinsam in einem Projektraum oder einer Projektetage sitzen. Fragen lassen sich einfacher klären, wenn ein Mitarbeiter spontan zum Kollegen rübergehen und Arbeitsergebnisse austauschen kann. Auch können sich zwei Mitarbeiter kurzfristig zusammensetzen, wenn es ein Problem gibt.

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