Ausgabe 9/2026

Es kommt ein Punkt, an dem wir aufhören müssen, Menschen aus dem Fluss zu ziehen. Einige von uns müssen flussaufwärts gehen und herausfinden, warum sie hineinfallen.
Desmond Tutu (1931–2021), südafrikanischer Geistlicher, Menschenrechtsaktivist und Friedensnobelpreisträger (1984)

Liebe Leserinnen und Leser,

wir sind gut darin geworden, im Projektalltag zu funktionieren: Deadlines einhalten, Probleme lösen, Krisen abfedern. Doch der Preis dafür bleibt auf den ersten Blick oft unsichtbar: schleichende Überlastung, fehlende Regeneration und eine Kultur, die Leistung über alles stellt. Im Interview "Mentale Gesundheit im Projekt: Wie wir mit Druck, Komplexität und Belastungsgrenzen umgehen" zeigt Mental-Health-Expertin Nora Dietrich, dass genau diese Dynamik kein individuelles Versagen ist, sondern tief in unseren Arbeitsweisen verankert liegt.

Wenn wir die Ursachen von Überlastung kennen: Warum ändern wir nichts an den Spielregeln?

Vielleicht, weil wir gelernt haben, (Zeit-)Druck als Normalzustand zu akzeptieren. Doch nachhaltige Leistungsfähigkeit entsteht nicht im Dauerlauf, sondern im bewussten Wechsel von Anspannung und Erholung. Wer Projekte erfolgreich führen will, muss daher nicht nur Ergebnisse liefern, sondern auch die Bedingungen hinterfragen, unter denen sie entstehen.

Viel Spaß beim Lesen dieser Ausgabe wünscht das Team des projektmagazins!

Weitere Themen dieser Ausgabe:
Wie KPIs Projekte wirklich steuern · Wenn die Kommunikation im Projektteam hakt · Agile Transition mit Design Thinking · Rollenbewusstsein

 

Projekte stehen unter Dauerdruck: knappe Deadlines, wachsende Komplexität, ständige Erreichbarkeit. Mental-Health-Expertin Nora Dietrich zeigt, wie Führung und Teams gemeinsam Belastungsgrenzen erkennen und gesund leistungsfähig bleiben.

Dashboards voll, Entscheidungen zäh? Performance-Dialoge geben Kennzahlen Kontext: Was bedeuten die Werte, was blockiert – und was ist jetzt nötig? So werden Risiken früher sichtbar, und Projekte lassen sich wirksamer steuern.

Kurze Antworten, ausbleibende Rückmeldungen, spürbare Distanz: Wenn die Kommunikation hakt, leidet die Zusammenarbeit. Dieser Artikel zeigt, wie sich schwierige Situationen besser einordnen und konstruktiv klären lassen.

Agile Transitionen können von Anfang an agil ablaufen und müssen nicht langfristig geplant werden, bevor es an die Umsetzung geht. Wie das mit einem Design-Thinking-Prozess funktionieren kann, erklären Stefan Hilmer und Henrik Stapel.

Rollenbewusstsein hilft Ihnen in der Projektleitung, stets Ihrer Rolle gemäß zu handeln und sich von den Verantwortungsbereichen anderer abzugrenzen. Mit diesen 6 Tipps reflektieren Sie erfolgreich Ihre Rolle und erhöhen Ihren Einfluss.