Normen/
Standards
PRINCE2:2005
Synonyme
  • Eventualplan
Englischer
Begriff
  • Response Plan
  • Contingency Plan

Notfallplan

Ein Notfallplan ist ein fertig ausgearbeiteter Projektplan, der bei Eintreten eines bestimmten Risikos an Stelle des ursprünglichen Projektplans tritt. Im einfachsten Fall erweitert der Notfallplan den Projektplan lediglich um einem Vorgang, der bei Eintreten des Risikos zusätzlich durchlaufen wird (Beispielsweise Neueinstellung eines Mitarbeiters bei Kündigung eines Teammitglieds).

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Die verschiedenen PM-Richtlinien messen dem Vorhalten eines Notfallplans einen sehr unterschiedlichen Stellenwert bei.

Im PM3 wird der Notfallplan überhaupt nicht erwähnt, er zählt implizit innerhalb der Maßnahme "Risiken verringern oder Schaden vermindern" zu den Korrektiv-Maßnahmen, die bei Eintreten eines Risikos dessen Auswirkungen begrenzen sollen.

Der PMBOK Guide führt den Notfallplan (Response Plan) getrennt von den vier Risikostrategien "Vermeiden", "Übertragen", "Verringern" und "Akzeptieren" eigens als "Contingent Response Strategy" auf.

PRINCE2 führte in der Version 2005 den Notfallplan als eine von fünf gleichberechtigten Gegenmaßnahmen auf. In der aktuellen Version 2009 benennt die deutsche Version den Notfallplan treffender mit "Eventualplan". Da PRINCE2:2009 Risiken als Bedrohungen und Chancen gemeinsam behandelt, ist der Eventualplan jetzt eine von neun möglichen Risikobehandlungen. PRINCE2 weist explizit darauf hin, dass der Eventualplan eine Variante von "Reduzieren" ist, bei der es ausschließlich um die Verminderung der Risikoauswirkungen geht.

Erläuterungen und Kommentar

Ob es sinnvoll ist, für ein identifiziertes Risiko einen Notfallplan zu entwickeln, hängt im Wesentlichen davon ab, ob der verbleibende Gesamtschaden bei Durchführung des Notfallplans kleiner oder größer ist als der Aufwand, das Risiko zu vermeiden, zu vermindern oder ganz abzwälzen.

In den meisten Fällen wird ein Notfallplan in Kombination mit Maßnahmen zur Risikoverminderung eingesetzt werden, um ein wirtschaftliches Optimum zwischen den Aufwänden für die Risikomaßnahmen und den wahrscheinlichen Schäden für das Projektergebnis herzustellen.

Bei externen Risiken, deren Eintrittswahrscheinlichkeit und deren Tragweite nicht beeinflusst werden kann, sind Vermeiden, Übertragen und das Entwickeln eines Notfallplans die einzigen möglichen Maßnahmen zur Risikobehandlung. Sofern ein Risiko tatsächlich vermieden ist, ist keine weitere Maßnahme erforderlich. Wenn aber ein Risiko lediglich an eine andere Person oder Organisation übertragen wurde, dann ist oft dennoch ein zusätzlicher Notfallplan erforderlich, da der Projektablauf durch das eingetretene Risiko deutlich verändert wird, obwohl die Schäden jemand anderes trägt.

Dieser Artikel wurde zuletzt aktualisiert am 01.03.2010.
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