Risikoregister oder Risikoliste?

In den angloamerikanischen Projektmanagementstandards wird das Dokument der Projektrisiken meist mit "risk register" bezeichnet, was in den deutschen Ausgaben mit "Risikoregister" übersetzt wird. Der Begriff "Risikoliste" ist in der Umgangssprache weiter verbreitet und wird z.B. auch im V-ModellV-ModellDas V-Modell ist der bundesdeutsche Standard für IT-Projekte der öffentlichen Hand. Es wurde im Auftrag des Bundesministeriums für Verteidigung von der Industrieanlagen-Betriebsgesellschaft mbH (IABG) in Ottobrunn (www.iabg.de) erstellt und 1992 vom Bundesministerium des Inneren für den Bereich der Bundesverwaltung übernommen. Seit 1996 ist das V-Modell eine verbindlich einzusetzende Vorschrift. XT verwendet. Beide Begriffe sind im Rahmen des Projektmanagements vollständig synonym.

Zweck eines Risikoregisters

RisikoidentifikationRisikoidentifikationZiel der Risikoidentifikation ist die möglichst vollständige Benennung der Projektrisiken, ihrer Faktoren (Ursachen) und ihrer Indikatoren (Symptome). Sie liefert damit die Datenbasis für das gesamte Risikomanagement von der Risikobewertung bis hin zur Risikosteuerung.

Alle identifizierten Risiken müssen im Risikoregister dokumentiert werden. Damit ist gewährleistet, dass erkannte Risiken nicht übersehen werden.

Risikobewertung

Die bei der RisikoanalyseRisikoanalyseDie Risikoanalyse umfasst alle Aktivitäten zur Einschätzung, Bewertung und Priorisierung der Risiken (inkl. Chancen) im Projekt. Sie liefert damit die Ausgangsbasis für alle weiteren Schritte der Maßnahmenplanung und –bewertung wie auch für die Risikoüberwachung im Projekt. Sie ist ein unverzichtbarer Bestandteil des Risikomanagements und als wiederkehrender Prozess im Projektverlauf zu sehen, der sich an die Risikoidentifikation anschließt. bestimmten Werte für EintrittswahrscheinlichkeitEintrittswahrscheinlichkeitDie Eintrittswahrscheinlichkeit ist eine quantitative oder qualitative Angabe über die Wahrscheinlichkeit, mit der ein Risikoereignis innerhalb eines bestimmten Zeitraums eintritt. und Auswirkung werden im Risikoregister dokumentiert. Mit diesen Werten können die Risiken priorisiert und eine RisikomatrixRisikomatrixEine Risikomatrix (auch Risikoportfolio genannt) visualisiert eine Menge von Risiken in Abhängigkeit von Eintrittswahrscheinlichkeit und Auswirkung (Schadenshöhe, Tragweite ). Die Risikomatrix ist das Ergebnis von Risikoanalyse und Risikobewertung . / ein RisikoportfolioRisikoportfolioEin Risikoportfolio (Risikomatrix) visualisiert eine Menge von Risiken in Abhängigkeit von Eintrittswahrscheinlichkeit und Auswirkung (Schadenshöhe). Siehe Risikomatrix. erstellt werden.

Risikobewältigungsplanung

Im Risikoregister werden die verantwortlichen Personen (RisikoeigentümerRisikoeigentümerRisikoeigentümer ist diejenige Person oder Organisationseinheit, die für die Überwachung eines bestimmten Risikos zuständig ist., Risikobearbeiter) für jedes Risiko benannt, dadurch sind die Verantwortlichkeiten festgelegt. Die beschlossenen Risikomaßnahmen und ihr jeweiliger Status sollten im Risikoregister ebenfalls aufgeführt werden, um eine effiziente Risikoüberwachung zu ermöglichen.

Risikoüberwachung und -steuerungRisikoüberwachung und -steuerungDer Prozess "Risikoüberwachung und -steuerung" ist einer von 44 Projektmanagementprozessen im PMBOK(R) Guide 2004. Er gehört zur Überwachungs- und Steuerungsprozessgruppe und zum Wissensgebiet "Risikomanagement in Projekten".

Risiken müssen in regelmäßigen Abständen oder zu bestimmten Ereignissen neu bewertet werden, um beurteilen zu können, wie sich die Erfolgswahrscheinlichkeit des Projekts entwickelt. Weiterhin muss die Durchführung von Risikomaßnahmen überwacht und gesteuert werden. Hierfür dient das Risikoregister als zentrales Steuerungsmittel des Projektleiters.

Bewältigung von Risikoereignissen

Wenn ein Risiko eintritt, liefert das Risikoregister wichtige Informationen, um die erforderlichen Maßnahmen, z.B. einen EventualplanEventualplanEin Eventualplan ist ein fertig ausgearbeiteter Projektplan, der bei Eintreten eines bestimmten Risikos an Stelle des ursprünglichen Projektplans tritt. Das deutsche Handbuch von PRINCE2:2009 verwendet die Bezeichnung " Eventualplan " anstelle des früheren Begriffs "Notfallplan". Siehe Notfallplan ., durchzuführen.

Zusammensetzung eines Risikoregisters

Welche Elemente ein Risikoregister enthalten muss, legt der Risikomanagementplan (auch: Risikomanagementstrategie) fest.

Mögliche Elemente eines Eintrags im Risikoregister sind:

 

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