Synonyme
  • Risikoportfolio
Englischer
Begriff
  • Probability and Impact Matrix
  • Risk Portfolio
  • Risk Profile

Risikomatrix

Eine Risikomatrix (auch Risikoportfolio genannt) visualisiert eine Menge von Risiken in Abhängigkeit von Eintrittswahrscheinlichkeit und Auswirkung (Schadenshöhe). Die Risikomatrix ist das Ergebnis von Risikoanalyse und Risikobewertung.

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Darstellungsform der Risikomatrix

Es gibt keine einheitliche Darstellungsform für die Risikomatrix. Eintrittswahrscheinlichkeit und Auswirkung können sowohl auf der Abszisse als auch auf der Ordinate aufgetragen sein. Am häufigsten findet sich die Darstellung, bei der Eintrittswahrscheinlichkeit und Auswirkung in drei oder fünf Stufen bewertet werden, dementsprechend besteht die Risikomatrix meist aus neun oder 25 Feldern.

Einsatzzweck der Risikomatrix

Im Projektmanagement dient die Darstellung alle identifizierten und bewerteten Risiken in einer Risikomatrix folgenden Zwecken:

  • übersichtliche Präsentation der wichtigsten Risiken eines Projekts oder einer Gruppe von Projekten (Programmen, Portfolios)
  • Darstellung der Risikobereitschaft der Trägerorganisation (vgl. Bild)
  • Priorisierung der Risiken und der Maßnahmen des Risikomanagements

Die Abbildung zeigt ein Beispiel für eine Risikomatrix. Die Skalen für Eintrittswahrscheinlichkeit und Auswirkung sind jeweils fünfstufig, so dass sich insgesamt 25 Felder ergeben. Die Farben der Felder symbolisieren die Priorität, mit der Gegenmaßnahmen für die Risiken ergriffen werden sollten: Grüne Felder haben eine niedrige Priorität, gelbe eine mittlere und rote ein sehr hohe Priorität bei der Ergreifung von Gegenmaßnahmen. Die rote Linie visualisiert die Risikobereitschaft der Trägerorganisation: Risiken, die links unterhalb dieser Linie liegen, können akzeptiert werden. Je weiter nach oben und rechts entfernt ein Risiko liegt, desto wirkungsvollere Maßnahmen sind zu ergreifen.

Synonyme Bezeichnungen für Risikomatrix

Die Risikomatrix wird in "Kompetenzorientiertes Projektmanagement (PM3) mit "Risiko-Portfolio" bezeichnet, im PMBOK® Guide mit "probability and impact matrix" und im PRINCE2 Manual mit "risk profile" (Risikoprofil).

Erläuterungen und Kommentar

Die Darstellung der Projektrisiken in Form einer Risikomatrix bzw. eines Risikoportfolios stellt auf den ersten Blick eine aussagekräftige Visualisierung der Projektrisiken dar. Bei genauerer Betrachtung weist diese Darstellung jedoch mehrere Schwachstellen auf:

  • Aus der Portfoliodarstellung lässt sich kein Gesamtrisiko für das Projekt erkennen. Viele Risiken mit geringer Wahrscheinlichkeit und niedrigen Auswirkungen können denselben Effekt wie ein Risiko mit großer Wahrscheinlichkeit und hoher Auswirkung haben.
  • In der Praxis sind die Risiken nicht gleichmäßig verteilt, so dass die Portfoliodarstellung stark an Übersichtlichkeit verliert.
  • Eintrittswahrscheinlichkeit und Auswirkung reichen nicht aus, um beurteilen zu können, ob das Risiko unterhalb der Risikobereitschaft der Trägerorganisation liegt.

Die Risikomatrix hat daher in erster Linie didaktischen Wert. Für das operative Risikomanagement ist die Berechnung der Risikoprioritätszahl und die Sortierung der Risikoliste absteigend nach diesem Wert die aussagekräftigste Darstellung. Weiterhin müssen aus den Einzelrisiken in geeigneter Weise Cluster-Risiken und das Gesamtrisiko des Projekts berechnet werden.

Dieser Artikel wurde zuletzt aktualisiert am 25.03.2013.
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