Sammelvorgang

Ein Sammelvorgang aggregiert mehrere zusammengehörige Einzelvorgänge zu einem einzigen Vorgang. Der Einsatz von Sammelvorgängen soll die Übersichtlichkeit des Ablaufplans erhöhen und das Projekt-Controlling vereinfachen.

Die Zusammengehörigkeit der Einzelvorgänge wird meist an ihrer inhaltlich engen Abhängigkeit gemessen. Es ist aber auch möglich, Sammelvorgänge nach anderen Kriterien zu bilden. Z.B. kann man aus den Vorgängen einer Ressource deren Einsatzzeit ermitteln.

Der Beginn des Sammelvorgangs ist gleich dem Beginn seines frühesten untergeordneten Vorgangs. Das Ende des Sammelvorgangs ist dementsprechend das Ende des spätesten untergeordneten Vorgangs. Früheste und späteste Lage des Sammelvorgangs ergeben sich aus der Terminrechnung seiner untergeordneten Vorgänge. Dabei können sich diese relativ zueinander verschieben, so dass nicht immer der gleiche Vorgang der früheste bzw. der späteste Vorgang ist. Aus dieser Eigenschaft ergibt sich auch der englische Spitzname "Hammock" (=Hängematte) für den Sammelvorgang: So wie die Länge einer Hängematte durch den Abstand der beiden Aufhängepunkte (z.B. Bäume) bestimmt wird, so wird die Dauer des Sammelvorgangs durch den frühesten und durch den spätesten Vorgang bestimmt. Die fachlich korrekte englische Bezeichnung für den Sammelvorgang ist "summary activity".

Vom Sammelvorgang zu unterscheiden ist der Begleitvorgang, der zwar in der Dauer ebenfalls durch andere Vorgänge bestimmt wird, der aber einen eigenständigen Vorgang darstellt mit eigenen Ressourcen und Aufwänden.

Erläuterungen und Kommentar

Arbeitsaufwand und Kosten des Sammelvorgangs ergeben sich als Summen der Arbeitsaufwände und Kosten aller untergeordneten Vorgänge.

Bei genauer Betrachtung ist die Unsicherheit der Kosten- und Aufwandsschätzung für den Sammelvorgang relativ (d.h. bezogen auf Gesamtkosten und Gesamtaufwand) kleiner als für die einzelnen in ihm enthaltenen Vorgänge. Gemäß Gaußschem Fehlerfortpflanzungsgesetz addieren sich die Einzelfehler nur geometrisch. Bei N Vorgängen mit gleicher Unsicherheit bedeutet dies, dass der Gesamtfehler nicht das N-Fache des Einzelfehlers, sondern nur das Wurzel aus N-fache des Einzelfehlers beträgt. Bei neun Einzelvorgängen, deren geschätzte Aufwände jeweils eine Unsicherheit von einem Arbeitstag haben, beträgt die Unsicherheit für den Gesamtaufwand des Sammelvorgangs nicht neun, sondern nur drei Arbeitstage. Diese Abschätzung gilt aber nur, wenn es sich tatsächlich um eine statistische Unsicherheit handelt. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Einzelvorgang einen Arbeitstag weniger benötigt als geschätzt, muss also genauso groß sein wie die Wahrscheinlichkeit, dass er einen Arbeitstag mehr benötigt.

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