06
Jul 2018
Meilenstein – Der Projektmanagement-Blog

Mehr Motivation dank Autonomie, Expertise und Sinn

Wir alle kennen das: Es ist gerade einmal zehn Uhr und die Motivation bereits im Keller: Jeder Anruf, jede E-Mail und jede Aufgabe droht einen zu überwältigen. Man kann sich gerade noch aufraffen, sich aus der Küche den vierten Kaffee zu holen. Sollten solche Tage bei Ihnen häufig auftreten, lohnt es sich, die Gründe dafür zu eruieren. Und dafür möchte ich Ihnen einen Ansatz liefern. Die These ist: Es fehlt Ihnen an drei wichtigen Zutaten, um motiviert an Ihre Arbeit zu gehen:

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  1. Autonomie
  2. Expertise
  3. Sinn

Diese drei Grundsätze kennen Sie vielleicht aus dem sehr erfolgreichen Buch "Drive: Was Sie wirklich motiviert" vom Amerikanischen Autor David H. Pink. Beim Lesen dieses Buches kam mir der Gedanke, dass die Prinzipien des Projektmanagements eine ideale Grundlage dafür bilden, um ein Umfeld zu schaffen, in dem sich diese drei Grundsätze entfalten können. Und so dazu beitragen, dass die Motivation im Arbeitsalltag steigt.

Autonomie

Einfach formuliert bedeutet Autonomie, selbständig zu sein. Ein gewisses Maß an Entscheidungsfreiheit über seine Zeit, seinen Handlungsspielraum und die Zusammenarbeit mit anderen zu haben. Im Arbeitsalltag ist besonders die Autonomie über unsere Zeit gefühlt sehr eingeschränkt. Die mitteleuropäische Arbeitskultur ist zum Großteil (noch) dominiert vom klassischen 8-Stunden-Tag, der zwischen 8 und 18 Uhr stattfindet, sowie Präsenz am Arbeitsplatz erfordert. In Branchen, in denen straffe Prozesse befolgt werden müssen und die Zusammenarbeit mit anderen in Abteilungen organisiert ist, scheint es auch hier mit der Autonomie nicht weit her zu sein.

Die aktuellen Entwicklungen im Projektmanagement fangen jedoch an, genau diese Restriktionen aufzubrechen. Vermehrt stellen Unternehmen Ihren Mitarbeitern einen Werkzeugkasten an Hilfsmitteln zur Verfügung, aus dem Sie sich die für das jeweilige Vorhaben passende Methode oder Software nehmen – Stichwort Hybrides Projektmanagement.

In Punkto Zusammenarbeit haben abteilungsübergreifende Teams gezeigt, dass sie bessere Ergebnisse liefern. Das bedeutet, dass für ein bestimmtes Projekt jene Mitarbeiter zusammenarbeiten, die aus den einzelnen Abteilungen am besten dafür geeignet sind.

Bezüglich Zeitplanung fördert die Organisationsform Projekt mit ihrer oft rigiden Taktung paradoxerweise unsere Autonomie: Die Struktur eines Projekts – egal ob klassisch mit Phasen und Meilensteinen oder agil mit Iterationen – lässt einen Raum entstehen, in dem wir Herr über unsere Zeit sind. Denn indirekt dient sie als Hebel, der das "Reingrätschen" von anderen wichtigen Aufgaben vorhindert. So wird Fragmentierung vorgebeugt und man hat nicht mehr das Gefühl, dass einem die Zeit durch die Finger rinnt.

Expertise

Wir alle haben das Bedürfnis, besser zu werden. Dieses Bedürfnis bringt uns dazu, dass wir uns mit bestimmten Dingen intensiv auseinandersetzen, z.B. Vokabeln pauken, um im Italien-Urlaub mit den Einheimischen plaudern zu können. Was für Hobbies oder Freizeitaktivitäten gilt, gilt auch für unseren Arbeitsalltag. Es macht schlichtweg Freude, wenn wir unsere Fähigkeiten verbessern und uns dadurch die Arbeit leichter von der Hand geht.

Projektarbeit bedeutet, sich auf die Lösung einer großen Aufgabe zu konzentrieren. Das fokussierte Arbeiten, das in Projekten in Zusammenarbeit mit anderen stattfindet, trägt zwangsweise dazu bei, dass man besser wird. Um von diesem Effekt maximal zu profitieren, gilt es einen der größten Vorteile im Projektmanagement zu nutzen: das Herausarbeiten von Best Practices oder Lessons Learned.

Denn Erfolg in der heutigen Wissensgesellschaft hängt ganz stark davon ab, wie wir mit Wissen umgehen und wir es für die Mitarbeiter im Unternehmen zur Verfügung stellen. Ob Sie das in Review Sessions, Projektberichten oder Erfolgs-Stories am virtuellen Schwarzen Brett machen, ist egal. Ein strukturiertes Sammeln von Wissen in Ihrer Projektarbeit stellt den Wissenstransfer sicher und unterstützt Mitarbeiter dabei, sich kontinuierlich Wissen anzueignen und sich zu verbessern.

Sinn

Warum tun Sie das? Bei der Beantwortung dieser Frage denken viele an ganz große, hehre Ziele. Dabei geht es besonders im Arbeitsalltag einfach darum, etwas zu tun, das Bedeutung hat und wichtig ist. Nicht um den ganz großen Wurf oder Weltfrieden. Sondern um das Gefühl, dass man nicht für die Tonne arbeitet und die Leistung geschätzt wird, weil sie einen wichtigen Beitrag zum Erfolg leistet.

Die Frage nach dem Sinn im Arbeitsalltag greift weiter als das Projekt. Wissen Sie, welche Ziele – abgesehen von Profitabilität – Ihr Unternehmen verfolgt? Können Sie sagen, warum die Arbeit, die Sie verrichten wichtig für das Unternehmen oder auch "nur“ Ihr Team ist? Wenn Sie diese Fragen für sich zufriedenstellend beantwortet haben, werden Sie spüren, dass Ihre Motivation wieder wächst – davon bin ich überzeugt!

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