The Work – Selbstreflexion
Synonyme
The Work nach Byron Katie ist eine Methode zur strukturierten Selbstreflexion. Dabei werden belastende Gedanken und Überzeugungen systematisch hinterfragt, um deren Einfluss auf Emotionen, Entscheidungen und Verhalten bewusst zu machen. Im Mittelpunkt stehen vier aufeinander aufbauende Fragen, mit denen die betrachtete Situation reflektiert wird. Die anschließende sogenannte Umkehrung (Turnaround) der eigenen Sichtweise zeigt festgefahrene Denkmuster auf und eröffnet neue Perspektiven. Diese ermöglichen es, neue, konstruktive Handlungsoptionen für destruktive Blockadesituationen zu entwickeln.
The Work – Selbstreflexion
Synonyme
The Work nach Byron Katie ist eine Methode zur strukturierten Selbstreflexion. Dabei werden belastende Gedanken und Überzeugungen systematisch hinterfragt, um deren Einfluss auf Emotionen, Entscheidungen und Verhalten bewusst zu machen. Im Mittelpunkt stehen vier aufeinander aufbauende Fragen, mit denen die betrachtete Situation reflektiert wird. Die anschließende sogenannte Umkehrung (Turnaround) der eigenen Sichtweise zeigt festgefahrene Denkmuster auf und eröffnet neue Perspektiven. Diese ermöglichen es, neue, konstruktive Handlungsoptionen für destruktive Blockadesituationen zu entwickeln.
Einsatzmöglichkeiten
- Selbstreflexion: Aufarbeiten von schwierigen Arbeitssituationen und belastenden Problemen
- Coaching: Sichtbarmachen individueller Denkmuster und Entwicklung alternative Sichtweisen
- Führungskräfteentwicklung: Unterstützung von Führungskräften bei der Reflexion eigener Über-zeugungen, Bewertungen und zur Förderung der Selbstwahrnehmung
- Konfliktbearbeitung: Hinterfragen eigener Annahmen und Bewertungen über Konfliktsituationen oder Konfliktparteien, um Perspektivwechsel zu ermöglichen, Missverständnisse zu erkennen und die Grundlage für eine konstruktive Konfliktlösung zu schaffen.
- Vorbereitung schwieriger Gespräche: z.B. Kritikgespräche, Eskalationen oder Präsentationen vor dem Lenkungsausschuss
- Stress- und Resilienzmanagement: Identifikation und Reflexion belastender Gedanken, die zu Stresserleben beitragen können, um alternative Sichtweisen zu entwickeln und einen bewussteren Umgang mit herausfordernden Situationen zu unterstützen.
Die Methode eignet sich sowohl für die Einzelarbeit als auch für die Anwendung in Coachingprozessen. Sie erfordert nur geringen Aufwand und kann jederzeit spontan eingesetzt werden.
Ergebnisse
- Ausgefülltes Arbeitsblatt mit der belastenden Situation und den eigenen Urteilen
- Reflektierte Sicht auf belastende Gedanken und Überzeugungen mit einer klaren Unterscheidung zwischen beobachtetem Verhalten und eigener Interpretation
- Aus den Umkehrungen des untersuchten Gedankens und dem Hinterfragen festgefahrener Denkmuster abgeleitete alternative Perspektiven auf die Situation
- Veränderte Wahrnehmung einer Situation und konstruktiverer Umgang mit ihr
- Reduzierte emotionale Belastung in Bezug auf die untersuchte Situation
- Konkret formulierte Handlungsoption(en) für die nächste vergleichbare Situation
Vorteile
Durchführung: Schritt für Schritt
The Work beginnt mit einer konkreten Situation, die Sie belastet. Sie halten Ihre Urteile über diese Situation schriftlich fest, wählen einen Gedanken aus und prüfen ihn systematisch. Bild 1 zeigt die Elemente der Methode und ihren Zusammenhang.
Die in Bild 1 dargestellten Elemente von The Work haben folgende Bedeutungen:
- Situation: eine Erfahrung, ein Gedanke oder eine aktuelle Situation, die Sie bearbeiten möchten.
- Fragen zur Situation: sechs Fragen, mit denen Sie Ihre Urteile über die Situation benennen.
- Antworten: Ihre ungefilterten Urteile. Aus ihnen wählen Sie den Gedanken aus, den Sie untersuchen.
- Vier Fragen: Sie prüfen den ausgewählten Gedanken auf seinen Wahrheitsgehalt und seine Wirkung.
- Umkehrungen: Sie kehren den Gedanken in mehrere Richtungen um und suchen Belege dafür.
- Ableitung von Handlungsoptionen: Sie entwickeln für den betrachteten Aspekt Handlungsoptionen, die es Ihnen ermöglichen, die Situation konstruktiv zu bewältigen.
Bis zum Schritt ″Umkehrungen″ entspricht das Vorgehen dem von Byron Katie. Das Ableiten von Handlungsoptionen ergänzt das Original für den Projektalltag.
Sie bearbeiten diese Schritte schriftlich mit dem im Anhang herunterladbaren Arbeitsblatt (Bild 2), das Sie durch die Stationen von The Work führt.
Beispiel: Bei der Teambesprechung abgewürgt
Lena ist Teilprojektleiterin für die Datenmigration in einem Projekt zur Einführung einer neuen ERP-Softare bei einem Maschinenbauunternehmen. In der wöchentlichen Teambesprechung stellt sie einen Vorschlag vor: Die Altdaten sollen in zwei Wellen migriert werden, um das Risiko zum Produktivstart zu senken. Nach der zweiten Folie unterbricht sie Paul, der Systemarchitekt des Projekts: ″Das haben wir doch längst geklärt. Das bringt nur Mehraufwand.″ Projektleiter Jonas geht zum nächsten Tagesordnungspunkt über. Lena klappt ihren Laptop zu und sagt bis zum Ende der Besprechung nichts mehr. Am Abend geht ihr die Szene immer wieder durch den Kopf. Am nächsten Morgen setzt sie sich vor Arbeitsbeginn eine halbe Stunde an den Küchentisch und reflektiert mit dem The-Work-Arbeitsblatt die für sie belastende Situation.
Schritt 1: Wählen Sie eine Situation aus!
The Work lässt sich auf unterschiedliche Situationen und belastende Gedanken anwenden. Ausgangs-punkt kann sowohl ein konkretes Erlebnis als auch eine allgemeine Überzeugung sein. Die betrachtete Situation kann dabei in der Vergangenheit, Gegenwart oder Zukunft liegen.
Wählen Sie eine konkrete Situation, in der Sie sich geärgert haben, verletzt, traurig oder enttäuscht waren. Rufen Sie sich diese Situation so genau wie möglich ins Gedächtnis: Wo waren Sie? Wer war anwesend? Was wurde gesagt? Beschreiben Sie die Situation in einfachen Sätzen.
Mögliche Ausgangssituationen sind beispielsweise:
- konkrete Situationen und Konflikte mit anderen Menschen,
- Situationen, in denen Sie mit sich selbst, Ängsten oder Überforderung konfrontiert sind,
- länger zurückliegende Erlebnisse oder Situationen aus der Kindheit, auch wenn die Erinnerung daran nur noch teilweise vorhanden ist,
- Ereignisse aus der eigenen Vergangenheit, an die keine konkrete Erinnerung besteht,
- vorgestellte zukünftige Situationen, um beispielsweise Befürchtungen und Erwartungen zu über-prüfen,
- Gedanken und grundlegende Überzeugungen, die Sie im gegenwärtigen Moment beschäftigen, z.B. ″Niemand lobt mich″, ″Es sollte anders sein″ oder ″Ich bin ein schlechter Teamplayer″.
Damit ist die Anwendung nicht auf die Bearbeitung konkreter Konfliktsituationen beschränkt. Im Mittelpunkt steht vielmehr ein Gedanke oder eine Überzeugung, die mit einer belastenden Situation verbunden ist und mithilfe von The Work systematisch untersucht werden soll.
Ich empfehle Ihnen, das zum Download beigefügte Arbeitsblatt zu verwenden. Sie können die Methode aber auch ohne Vorlage einfach mit einem leeren Blatt Papier oder einer elektronischen Notiz durchführen.
Beispiel Teambesprechung
Lena notiert: ″Teambesprechung am Dienstag, Besprechungsraum 2. Ich präsentiere meinen Vorschlag zur Datenmigration in zwei Wellen. Paul unterbricht mich nach der zweiten Folie und sagt, das sei längst geklärt und bringe nur Mehraufwand. Jonas geht zum nächsten Punkt über.″
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