Externe Hilfe bei kritischen Vorhaben

Coaching gegen die Schwerkraft von Projekten

"Was bringt mir ein Coach? Welche PM-Kompetenzen kann ich mit seiner Hilfe verbessern?" Diese Fragen stellt sich jeder Projektmanager, der vor der Entscheidung steht, Zeit und Geld in ein Coaching für sich und sein Team zu stecken. Georg von Stein hat den Siemens-Manager Professor Roland Dieterle sowie verschiedene Unternehmer und Coaches zu ihren Coaching-Erfahrungen befragt – und interessante Antworten erhalten. Mit ungewöhnlicher Offenheit berichten von Steins Gesprächspartner über Aha-Erlebnisse und Erfolge, aber auch über Probleme. Sie beschreiben, wie sie die Einsichten aus dem Coaching in die Praxis des Projektalltags übersetzen.
Externe Hilfe bei kritischen Vorhaben

Coaching gegen die Schwerkraft von Projekten

"Was bringt mir ein Coach? Welche PM-Kompetenzen kann ich mit seiner Hilfe verbessern?" Diese Fragen stellt sich jeder Projektmanager, der vor der Entscheidung steht, Zeit und Geld in ein Coaching für sich und sein Team zu stecken. Georg von Stein hat den Siemens-Manager Professor Roland Dieterle sowie verschiedene Unternehmer und Coaches zu ihren Coaching-Erfahrungen befragt – und interessante Antworten erhalten. Mit ungewöhnlicher Offenheit berichten von Steins Gesprächspartner über Aha-Erlebnisse und Erfolge, aber auch über Probleme. Sie beschreiben, wie sie die Einsichten aus dem Coaching in die Praxis des Projektalltags übersetzen.

"Was bringt mir als Projektmanager ein Coach? Ist er rhetorischer Vorturner oder Motivationsverführer? Kann ich mit seiner Hilfe Schwierigkeiten in Projekten auflösen und selbst große Projekte in den Griff bekommen? Welche Kompetenzen kann ich mit einem Coach verbessern: meine fachliche, soziale oder die Methoden-Kompetenz?"

Professor Roland Dieterle, Chefarchitekt bei einem Tochterunternehmen der Siemens AG, machte sich solche und ähnliche Gedanken, als er vor gut zehn Jahren den Coach Martin Sage traf. "Es könnte noch viel besser laufen in meiner Arbeit", vermutete er damals. Denn er engagierte sich deutlich über das notwendige Maß hinaus, und von außen wurde ihm auch das nötige Talent für anspruchsvollere Aufgaben attestiert. "Mir war klar, dass meine Wahrnehmung und der Umgang mit mir selbst und Teammitgliedern eine Schlüsselrolle für den Erfolg von Projekten spielt. Denn Projektmanagement fängt beim Selbstmanagement an."

Durch dieses Bewusstsein war Dieterle offen dafür, gemeinsam mit einem Coach persönliche Fortschritte gerade im Bereich der sozialen Kompetenz anzustreben. So startete er einen beruflichen Prozess, der sich über mehrere Jahre erstreckte.

Heute betreut er als Entwurfsarchitekt und Projektleiter die Entwicklung und den Bau des weltweit ersten Unterwasserhotels in Dubai. Gleichzeitig ist er Professor und Leiter des Master-Studiengangs Projektmanagement an der Fachhochschule Stuttgart. Dort verfolgt er das Ziel, die Studenten die Methoden und Geheimnisse erfolgreichen Projektmanagements zu lehren.

Bei Studenten wie bei Projektmitarbeitern sieht Dieterle es als eine Kernaufgabe, die Begeisterung aller Beteiligten so zu wecken, dass ihre Intelligenz in der Projektarbeit voll zum Tragen kommt. Dabei hat ihm auch das Coaching mit Martin Sage geholfen. Vor allem aber habe es dazu beigetragen,

  • gelassener und gleichzeitig effektiver zu handeln,
  • besser mit Visionen und Zielen zu führen und
  • berufliche Chancen bei sich und anderen besser zu erkennen.

Die Wirkungen von Coaching

"Dass ich Chancen bei anderen und bei mir selbst deutlicher wahrnehme, hat auch mit den Methoden zu tun, die ich über das Coaching kennen gelernt habe", resümiert Dieterle heute. Die Methoden, die Martin Sage vermittelt, klingen einfach: Vom "ehrlich Feedback und Empfehlungen abgeben" ist die Rede, dem Beobachten, wo eine Person lebendig ist und wo nicht, oder vom wertschätzenden Untersuchen. "Du musst jemanden sieben mal ehrlich anerkennen, um die Bereitschaft bei ihm zu schaffen, sich konstruktive Kritik anzuhören", sagt Coach Sage dazu. Gemeinsam mit ihm sieht sich der Gecoachte die berufliche Situation genau an: Konnte er wirklich ehrlich Feedback geben? War es wirklich wertschätzend oder hat Ärger das Verhalten beeinflusst?

Aber auch die Verhaltensweisen anderer genau zu betrachten ist Aufgabe des Coaching. Denn oft führen nach Meinung von Dieterle Positionsspiele und lähmende, durch falsches Hierarchieverständnis gekennzeichnete Strukturen in Projekten zu Frustration und reduzierten Leistungen. Sie bremsen Innovationen. So sieht Dieterle im Verstecken hinter Rollen auch "den größten Krebsschaden von Konzernen".

Auf der anderen Seite hat Coach Sage ihn auch ermuntert, sich auf das - wie er sagt - "phantastische Netzwerk" eines Konzerns wie Siemens zu konzentrieren. Schließlich habe er unbewusst genau deshalb dieses Konzernumfeld gewählt, um mit einem solchen Netzwerk etwas Großes in der Architekturwelt zu bewegen.

Sage bestärkte Dieterle, in unternehmerischen Dimensionen zu denken und sich auch große Aufgaben zuzutrauen. Gleichzeitig bereitete er ihn aber auch auf die Widerstände vor, die sich ihm entgegenstellen würden, wenn er nach größeren Projekten strebte. Dieterle blickt zurück: "Letztendlich wurde mir klar, dass ich organisatorische und visionäre Führungsfähigkeiten zusammenbringen will. Konkret hat das dazu geführt, dass ich mein berufliches Tun bei Siemens mit der Professorentätigkeit an der Hochschule in Stuttgart verbunden habe."

Wer Druck macht, kann geführt werden

Dort traf er Professorenkollegen, kreative Architekten, die zwar die Notwendigkeit von Management einsehen, sich aber "aus dem Bauch heraus" dagegen sträuben. Also hatte er in dem teils sehr bürokratischen Hochschulumfeld erst einmal eine Menge Widerstände gegen den Masterstudiengang Projektmanagement zu überwinden.

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