Die Entscheidungsrisiko-Analyse – in schwierigen Situationen richtig urteilen

Stehen im Projekt wichtige Entscheidungen an, sollte der Projektleiter unbedingt auch die Risiken analysieren, die mit jeder Entscheidungsoption verbunden sind. Denn eine fundierte Risikoanalyse liefert Argumente für oder gegen bestimmte Entscheidungsoptionen und hilft damit Fehlentscheidungen zu vermeiden. Die Risiken der einzelnen Optionen stellt Cornelia Niklas in einer einfachen Matrix gegenüber, was eine schnelle Risikobeurteilung ermöglicht und die Kommunikation mit Lenkungsausschuss, Kunden oder Teammitgliedern erleichtert.

Risikoanalysen gehören in großen Unternehmen, Banken und Versicherungen längst zum Tagesgeschäft. Auch in Entscheidungssituationen, wie sie in Projekten sehr häufig anzutreffen sind, ist ein Blick auf die Risiken durchaus sinnvoll – aus diesem Grund lohnt es sich für den Projektleiter, bei anstehenden Entscheidungen Methoden der Risikoanalyse zu verwenden.

Für Entscheidungen, die im Vorfeld umfangreiche Analysen benötigen, ist der Aufwand in der Regel sehr hoch. Doch mit einer pragmatischen Vorgehensweise, wie bei der hier vorgestellten Entscheidungsrisiko-Analyse, lässt sich ein angemessener Aufwand für die Entscheidungsfindung in Projekten erreichen.

Zielsetzung der Methode

Die Methode konzentriert sich auf die Analyse von Risiken (wie etwa finanzielle oder projektpolitische), die mit einer Entscheidung verbunden sind. Auf diese Weise erhält der Projektmanager die Möglichkeit, Entscheidungsalternativen zu vergleichen und deren Risiken gegenüberzustellen. Die Analyse zeigt die möglichen negativen Auswirkungen verschiedener Optionen klar auf und unterstützt damit nicht nur die Entscheidungsfindung, sondern liefert darüber hinaus auch gute Argumente, um die getroffene Entscheidung – insbesondere im Vergleich zu riskanteren Entscheidungsalternativen – gegenüber Dritten zu vertreten. Nutzen und Vorteile einer Entscheidung werden bei dieser Methode nicht berücksichtigt, da sie sich rein auf die Risiken fokussiert.

Entscheiden statt Aussitzen

In der Praxis bietet sich diese Methode nicht nur an, wenn es mehr als eine Möglichkeit gibt, sondern insbesondere dann, wenn z.B. Kompromisslösungen realisiert werden sollen, die zwischen zwei klaren Entscheidungsalternativen liegen. Außerdem zeigt die Methode deutlich die negativen Folgen auf, wenn alles bleibt wie bisher – und eignet sich deshalb sehr gut zur Argumentation, wenn von Entscheidern im Projekt (wie z.B. dem Lenkungsausschuss) Taktiken des Nicht-Entscheidens, wie z.B. das "Aussitzen", zu befürchten sind. Die einzelnen Alternativen werden dabei nach ihrem jeweiligen "Schadenspotenzial" bewertet, also wie groß die Konsequenzen sind, wenn das Risiko tatsächlich eintritt.

Mit einer nachvollziehbaren und dokumentierten Analyse lassen sich gravierende Fehler vermeiden und Argumente entkräften, die evtl. eine Entscheidung verzögern. Zudem können Sie zur Entscheidungsfindung eine fundierte Analyse vorlegen und müssen sich nicht auf Ihr Bauchgefühl berufen. Denn zur Kommunikation im Projekt, sei es mit Lenkungsausschuss, Kunden oder Teammitgliedern, ist es erfahrungsgemäß nicht hilfreich, auf das eigene Bauchgefühl als Entscheidungskriterium zu verweisen.

Schließlich hilft Ihnen mit der leicht verständlichen Visualisierung des Ergebnisses die Entscheidungsrisiko-Analyse

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