Die fünf verschiedenen Sprachen der Wertschätzung

Lob und Anerkennung sind wichtige Instrumente zur Mitarbeitermotivation – viele Führungskräfte haben das mittlerweile erkannt und versuchen, dies umzusetzen. Dennoch beklagen sich viele Mitarbeiter über mangelnde Wertschätzung. Der Grund ist oft, dass Führungskräfte Wertschätzung nicht in der "Sprache" des Mitarbeiters ausdrücken und sie deshalb nicht so ankommt, wie sie gemeint war – trotz aller Bemühungen und guten Absichten. Josef Beil zeigt, dass es sich lohnt, die fünf verschiedenen Sprachen der Wertschätzung "sprechen" zu lernen und gibt wertvolle Tipps, wie Sie diese in der Praxis einsetzen können.

In der Projektleiterrolle müssen Sie Ihrem Team Leistungen abverlangen, meist ohne Weisungsbefugnisse zu besitzen. Auch andere typische Führungsinstrumente aus der Linie, wie z.B. Motivation durch Zielvereinbarungen oder Incentives, stehen Ihnen nicht zur Verfügung. Dennoch ist es wichtig, dass Sie Ihre Teammitglieder motivieren – ihnen Ihre Wertschätzung zu vermitteln, ist ein unverzichtbares Instrument dazu.

Theoretisch wissen wir das. Es gibt nahezu kein Training über Führung und Kommunikation, in dem das Thema Wertschätzung nicht seinen Platz hat. In der Praxis legen die Rückmeldungen zahlreicher Führungskräfte allerdings den Schluss nahe, dass das Thema Wertschätzung eher Frustbringer als Motivator ist. Zum Beispiel, wenn ein Niederlassungsleiter genervt im kleinen Kreis verkündet, dass er jetzt wieder dazu übergehen würde, mit klaren Ansagen dafür zu sorgen, dass jeder seinen Job mache. … Und wer würde denn im Übrigen überhaupt sehen, was er alles leiste? Intuitiv spürt er zwar, dass Wertschätzung notwendig und wichtig ist. Gleichzeitig fühlt er sich bei diesem Thema jedoch "unfähig". Unfähig zu bekommen, was er selbst gerne hätte und unfähig zu geben, was andere fordern bzw. brauchen. Wie lässt sich dieser scheinbare Widerspruch lösen?

Meine These lautet: Wie bei vielem anderen auch, geht es beim Thema "Wertschätzung" nicht (nur) darum, mehr zu tun (von dem, was man bisher getan hat), sondern das Richtige zu tun. Denn wer aufmerksam ist und genau beobachtet, wird feststellen, dass es verschiedene "Sprachen" gibt, Wertschätzung auszudrücken. Das kann z.B. das Aussprechen von Lob und Anerkennung sein, eine freundliche Geste, ungeteilte Aufmerksamkeit im Gespräch, etc. Zufriedenheit im Berufsalltag (im privaten Alltag übrigens auch) hängt entscheidend davon ab, einerseits die eigene Sprache zu kennen, mit der man Wertschätzung ausdrückt und in der man Wertschätzung gezeigt bekommen möchte, gleichzeitig aber auch andere "Sprachen" zu sprechen.

Drückt man Wertschätzung nicht in der Sprache seines Gegenübers aus, kommt diese oft nicht so an, wie sie gemeint war – trotz aller Bemühungen und guten Absichten. Bedeutet für ein Teammitglied Wertschätzung z.B., dass der Projektleiter ihm für einen Moment seine ungeteilte Aufmerksamkeit schenkt ("Sprache" des Mitarbeiters), wird er dessen lobende Worte über ein Arbeitsergebnis ("Sprache" des Projektleiters) nur eingeschränkt als Wertschätzung wahrnehmen – insbesondere dann, wenn der Projektleiter sich währenddessen auch noch von seinem klingelnden Handy ablenken lässt.

Es braucht nicht immer viele Worte, um Wertschätzung zu zeigen und auch nicht unbedingt viel Zeit. Notwendig ist jedoch, die richtige Sprache zu sprechen. Dieser Beitrag stellt verschiedene "Sprachen der Wertschätzung" vor und zeigt, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, um Wertschätzung damit wirkungsvoll auszudrücken.

Lob und Anerkennung – "Words of Affirmation"

Das Aussprechen von Lob und Anerkennung ist eine häufig eingesetzte Form der Wertschätzung.

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