Schnell entscheiden in komplexen Situationen Die SWOT-Analyse

Als einfaches Instrument zur Unterstützung von Entscheidungen und Strategieentwicklungen ist die SWOT-Analyse weit verbreitet. Sie eignet sich vor allem für Situationen, in denen schnell Entscheidungen auf unzureichender Informationsbasis getroffen werden müssen. Für das Projektmanagement bietet die SWOT-Analyse im Vorfeld eines Projekts, z.B. bei der Ideenfindung, aber auch bei Krisensituationen großen Nutzen. Dr. Georg Angermeier stellt das Prinzip dieser Methode vor.

 

Schnell entscheiden in komplexen Situationen Die SWOT-Analyse

Als einfaches Instrument zur Unterstützung von Entscheidungen und Strategieentwicklungen ist die SWOT-Analyse weit verbreitet. Sie eignet sich vor allem für Situationen, in denen schnell Entscheidungen auf unzureichender Informationsbasis getroffen werden müssen. Für das Projektmanagement bietet die SWOT-Analyse im Vorfeld eines Projekts, z.B. bei der Ideenfindung, aber auch bei Krisensituationen großen Nutzen. Dr. Georg Angermeier stellt das Prinzip dieser Methode vor.

 

Als einfaches Instrument des strategischen Managements ist die so genannte SWOT-Analyse weit verbreitet. Ihre Grundidee ist die gleichzeitige Betrachtung von Stärken, Schwächen, Möglichkeiten und Gefahren, die z.B. die Marktposition eines Unternehmens bestimmen. Mögliche Strategieansätze ergeben sich daraus durch eine paarweise kombinierte Analyse dieser vier Bereiche. Durch die große Verbreitung dieser Methode finden sich unterschiedliche Varianten und Abwandlungen hinsichtlich Vorgehen und Auswertung. Für das Projektmanagement bietet die SWOT-Analyse großen Nutzen vor allem im Vorfeld eines Projekts bei der Ideenfindung aber auch bei Krisensituationen während der Projektdurchführung.

Die SWOT-Analyse geht auf den Manager und Berater Albert S. Humphrey (1926 bis 2005) zurück. Er entwickelte die Methode in den 1960er Jahren an der Standford Universität und bezeichnete sie zunächst als SOFT-Analyse. Dabei stehen S für Satisfaction (Zufriedenheit), O für Opportunities (Möglichkeiten), F für Faults/Failures (Fehler, Fehlschläge) und T für Threats (Gefahren, Bedrohung, Risiken). Humphreys Ziel war es, eine Methode zur langfristigen, strategischen Unternehmensplanung zu schaffen. Im Laufe der Anwendung entwickelte sich aus der ursprünglichen Bezeichnung der heutige Begriff SWOT-Analyse.

Hauptwerk Humphreys war nicht die SWOT-Analyse, sondern das Führungsmodell "Team Action Management" (TAM®). Wohl auch deswegen ist die SWOT-Analyse Allgemeingut und unterliegt keinen Lizenzbeschränkungen. Über Humphrey und TAM erhalten Sie weitere Informationen auf der Website www.worldwidetam.com.

Strategische Entscheidungen in komplexen Systemen treffen

Unternehmensverantwortliche, Projektleiter, Produktmanager und andere Entscheidungsträger müssen meist auf unzureichender Informationsbasis und unter Termindruck weit reichende Entscheidungen treffen. Liegen sie falsch, dann haben sie nahezu keine Steuerungsmöglichkeit mehr, z.B. wenn ein neu entwickeltes Produkt wie Blei in den Regalen liegen bleibt.

In solchen Situationen ist es sinnvoll, wenn Entscheidungsträger eine Herangehensweise wählen die

  • gezielt die kollektive Kompetenz aller Betroffenen aktiviert,
  • die Komplexität der Situation auf wenige Parameter reduziert.

Genau diesen Ansatz verfolgt die SWOT-Analyse. Sie kann bei einer breiten Palette von Situationen eingesetzt werden:

  • Ein Projektmanager muss entscheiden, ob ein mechanisch stark belastetes Teil aus Metall oder Kunststoff hergestellt werden soll
  • Der Geschäftsführer einer kleinen Weinkellerei muss sich zwischen Direktmarketing und anonymer Breitenwerbung entscheiden.
  • Ein Personalmanager fragt sich, ob er frei werdende Stellen wieder mit Angestellten oder besser mit Zeitarbeitern besetzen soll.
  • Der Leiter eines mittelständischen Unternehmens möchte die Arbeitsplätze in der Produktion trotz Billigimporten erhalten.
  • Der Vorstand eines Großkonzerns muss entscheiden, ob er ein Tochterunternehmen verkaufen soll.

Die genannten Beispiele machen deutlich, dass die SWOT-Analyse weitgehend skalierbar ist. Sie kann von einer Person auf einem Blatt Papier in einer Viertelstunde durchgeführt werden aber auch ein ganzes Team über einen längeren Zeitraum hinweg beschäftigen.

Das folgende Beispiel einer typischen Projektsituation soll die einzelnen Schritte der SWOT-Analyse illustrieren:

Karl H. ist Entwicklungleiter beim Messgerätehersteller MissGenau GmbH. Diese stellt Druckmessgeräte aller Art her, die bekannt für hohe Präzision aber auch für hohe Preise sind. In letzter Zeit hat die MissGenau GmbH zunehmend Kunden an Wettbewerber aus Asien verloren, da deren Produkte ausreichende Genauigkeit bieten aber wesentlich billiger sind. Die Geschäftsführung hat Karl H. damit beauftragt, neue Produkte als Antwort auf diese Konkurrenz zu entwickeln. Zur Entwicklung einer neuen Produktstrategie setzt er auf die SWOT-Analyse.

Das Grundprinzip der SWOT Analyse

Zwei Perspektiven, vier Kästchen

Mit der SWOT-Analyse assoziieren die meisten das in Bild 1 dargestellte Schema. Die einzelnen Buchstaben stehen dabei für

  • "Strengths", d.h. Stärken wie z.B. führende Marktposition, hoher Bekanntheitsgrad oder Beherrschung innovativer Techniken.
  • "Weaknesses", d.h. Schwächen wie z.B. hohe Produktionskosten oder Qualitätsmängel.
  • "Opportunities", d.h. Möglichkeiten wie z.B. der Konkurs eines Wettbewerbers oder ein neuer Absatzmarkt.
  • "Threats“, d.h. Bedrohungen wie z.B. ein neues Gesetz, das bisher verwendete Materialien verbietet oder eine neue Technologie, die das eigene Produkt verdrängt.

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