Die Mischung macht's

Diversity Management – Vielfalt in Teams fördern

Teil 1: Herausforderungen und Vorteile
Heterogene (Projekt-)Teams sind das Ergebnis einer zunehmenden Internationalisierung unserer Arbeitswelt und einer Alterung unserer Gesellschaft. Diversity Management beinhaltet zum einen die Steuerung von Teams aus Frauen und Männern, Jungen und Alten sowie Menschen aus verschiedenen Kulturen. Zum anderen gehören dazu aber auch Maßnahmen von Unternehmen, hochqualifizierte Mitarbeiter anzuwerben und zu binden. Hans-Jürgen Jeebe gibt im ersten Teil der Artikelserie einen Überblick über die unterschiedlichen Ausprägungen heterogener Teams, ihre Vorteile, aber auch individuellen Herausforderungen für Projektleiter und -mitarbeiter.

Im Herbst 2009 führte ein Team aus Informatikern eines renommierten Software-Dienstleisters mit Mitarbeitern des Bereichs "Schadenservice" eines deutschen Versicherungsunternehmens Interviews durch. Das Team bestand überwiegend aus jungen Letten und Polen. Aus den Interview-Ergebnissen sollte eine Prozess- und Ablaufbeschreibung über die Schadensabwicklung erstellt werden. Diese Beschreibung bildete die Basis für ein Fachkonzept, anhand dessen eine Software für den Schadenservice entwickelt werden sollte. Das Gesamtvolumen des Projekts lag im zweistelligen Millionen-Euro-Bereich.

Nach fast einjähriger Arbeit überprüften Mitarbeiter der Innenrevision des Versicherungsunternehmens das Fachkonzept. Sie stellten fest, dass es unvollständig war und es Abläufe in weiten Teilen falsch oder missverständlich beschrieb. Erhebliche Nachbesserungen nahe dem Umfang einer Neuerstellung waren erforderlich.

Was war geschehen? Die Informatiker im Team, das am Fachkonzept arbeitete, waren zwar fachlich sehr gut ausgebildet, verfügten aber nur über begrenzte Kenntnisse der deutschen Sprache. So führten sie die Interviews mit den deutschen Mitarbeitern des Versicherungsunternehmens überwiegend auf Englisch. Die Kommunikation gestaltete sich schwierig, beide Seiten klagten über Verständigungsprobleme. Die sehr erfahrenen, teilweise schon älteren Sachbearbeiter der Versicherung trauten sich nicht, das Vorgehen des externen Dienstleisters zu kritisieren, da der Vorstand angeordnet hatte, für das Projekt externe Berater hinzuzuziehen. Insgesamt gab es viel Frust und Unruhe im Unternehmen. Es entstand ein hoher finanzieller Schaden und das Gesamtprojekt verzögerte sich erheblich.

Heterogene Projektteams – eine Herausforderung für Projektleiter wie Projektmitarbeiter

Ein solches Desaster bildet im internationalen Projektgeschäft leider keine Ausnahme. Die Hauptursache liegt häufig in der Heterogenität des Projektteams, insbesondere wenn die Teammitglieder aus verschiedenen Kulturen stammen und dadurch Kommunikationsbarrieren wie im geschilderten Fall entstehen.

Aufgrund der zunehmenden Internationalisierung der Arbeitswelt sowie der demografischen Entwicklung müssen sich deutsche Unternehmen jedoch darauf einstellen, dass ihre Belegschaft immer heterogener wird. Der Mangel an Fachkräften, insbesondere im Ingenieur- und IT-Bereich, führt dazu, dass Betriebe alle Ressourcen nutzen müssen, die auf dem Arbeitsmarkt vorhanden sind.

Neben ausländischen Spezialisten versuchen Unternehmen bereits seit einigen Jahren verstärkt, auch weibliche und ältere Arbeitnehmer in die Belegschaft einzubinden. So hat z.B. die SAP AG für diese Gruppen spezielle Netzwerke aufgebaut, wie z.B. Business Women's Network@SAP, Family&Career@SAP und Generations@SAP. Diese bieten Foren, in denen Mitarbeiter Informationen austauschen können.

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