Beschäftigung von Freiberuflern im Projekt:

Empfehlungen und Tipps für Auftraggeber

Unternehmen, die freiberufliche Projektmitarbeiter beschäftigen möchten, sollten einige Punkte bedenken, angefangen bei der Kostenplanung bis hin zur sozialen Integration externer Ressourcen. Der Artikel von Gisela Müller zeigt, mit welchen Risiken und Chancen dies verbunden ist, worauf Unternehmen bei der Beschäftigung von Selbstständigen achten sollten, und wie eine effiziente Integration von Externen in das Projektteam erfolgen kann.

Unternehmen, die freiberufliche Projektmitarbeiter beschäftigen möchten, sollten einige Punkte bedenken, angefangen bei der Kostenplanung bis hin zur sozialen Integration externer Ressourcen. Der folgende Artikel zeigt, mit welchen Risiken und Chancen dies verbunden ist, worauf Unternehmen bei der Beschäftigung von Selbstständigen achten sollten, und wie eine effiziente Integration von Externen in das Projektteam erfolgen kann.

Neue Selbstständige, Freelancer und E-Lancer

"Fähigkeit zur Anpassung ist das A und O", meint Rainer-Maria Grobosch. Er muss es wissen, denn er ist einer der mehr als 70.000 Freiberufler in der IT-Branche in Deutschland. Seit 1995 bietet Grobosch Internetdienstleistungen an. "Als Freiberufler entwickelt man eine besondere Art der Überlebenskunst", sagt er, und: "Der Markt ist ständig in Bewegung, wer da nicht flexibel auf Kundenwünsche reagieren kann, ist schnell weg vom Fenster." Die jüngsten Entwicklungen in der Branche scheinen Grobosch Recht zu geben. Viele der großen Internet-Agenturen haben nach Einbruch des Markts massive Probleme, müssen Leute entlassen oder gehen in Konkurs.

Sich selbst bezeichnet der ursprünglich aus der Medizintechnik kommende Wahlmünchner je nach Auftragslage und Auftraggeber als Geschäftsführer, E-Lancer oder Freelancer. Die zutreffendste Bezeichnung für Einzelunternehmer wie Grobosch scheint noch die der Neuen Selbstständigen zu sein. Der Begriff wurde im Abschlussbericht der vom Deutschen Bundestag eingesetzten Enquete-Komission "Zukunft der Medien in Wirtschaft und Gesellschaft" geprägt. Er umfasst Selbstständige, die unternehmensorientierte Dienstleistungen aller Art im Bereich der Informations- und Multimediadienste anbieten.

Outsourcing oder Integration

Grundsätzlich ist hier zwischen zwei Formen der Beschäftigung zu unterscheiden: Zwischen Outsourcing, d.h. der kompletten Auslagerung von Dienstleistungen und der temporären Beschäftigung von Freiberuflern im eigenen Haus. Unternehmen, die nur kurzfristig Personalengpässe überbrücken müssen, werden sich für die Inhouse-Variante entscheiden. Wer dagegen wirkliches Outsourcing betreiben möchte, muss eine darauf ausgerichtete Organisationsstruktur aufweisen. Denn um Dienstleistungen auslagern zu können, müssen die Anforderungen genau gefasst und definiert sein. Nur wer selbst gut organisiert ist und die eigenen Ziele kennt, kann anderen Aufgaben zuweisen und die Teilvorgänge innerhalb eines Gesamtvorhabens koordinieren.

Dies gilt natürlich ebenso für den Innenbereich eines Projekts. "Als Außenstehender ist man viel unbelasteter als die Leute, die schon seit Jahren festangestellt in einer Firma arbeiten. Man erkennt sehr schnell, ob ein Projekt professionell geplant ist und die Projektleiter etwas von ihrem Job verstehen", urteilt auch Grobosch. Die Regeln der Zusammenarbeit müssen von Anfang an klar festgelegt sein. Dies beginnt mit der Vereinbarung der Arbeitszeiten, des Arbeitsumfangs und -orts. Einige Freelancer arbeiten beispielsweise bervorzugt im eigenen (Home-)Office und kommen nur zu Kick-off-Meetings, Abstimmungs- und Abgabeterminen in die Firma.

Schaffung formaler Rahmenbedingungen

Schriftlicher Vertrag als Basisvereinbarung

Wie bereits erwähnt, müssen bestimmte Rahmenvereinbarungen vorab getroffen werden. Die wesentlichen Punkte sollten in einem Vertrag schriftlich niedergelegt und von beiden Seiten unterzeichnet sein. Formal steht das Unternehmen dabei als Auftraggeber dem Freiberufler als Auftragnehmer gegenüber.

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