Kooperationen erfolgreich (projekt)managen

Der Trend zur Kooperation nimmt zu und schließt kaum eine Branche aus. Vorteile bringt das Konzept auf beiden Seiten: Der Kunde profitiert, denn er hat weniger Reibungsverluste durch nur einen Ansprechpartner, die beteiligten Partnerfirmen ziehen Gewinn daraus, denn sie sparen Kosten durch Synergien und können sich besser am Markt positionieren. Doch das Projektmanagement in Kooperationen bringt besondere Herausforderungen mit sich. Dr. Thomas Becker beschreibt, auf was es ankommt, damit die Partner ihre unterschiedlichen Stärken erfolgreich zusammenführen und zeigt wirksame Ansätze für das Controlling, die Ressourcenplanung und das Risikomanagement in Kooperationen.

Arbeiten in Kooperationen ist im Trend: Handwerksbetriebe schließen sich zusammen, um Baudienstleistungen aus einer Hand anzubieten, Metallbetriebe organisieren Personalpools, Zulieferer optimieren gemeinsam Bestellprozesse. Vorteile bringt das Konzept sowohl dem Kunden als auch den beteiligten Partnerfirmen. Der Kunde profitiert, weil es weniger Schnittstellen gibt, er nur einen Ansprechpartner hat und sich die Reibungsverluste zwischen den beteiligten Unternehmen verringern. Die beteiligten Betriebe ziehen Gewinn daraus, weil sie sich an größeren Aufträgen beteiligen, ihre Marktposition verbessern und einen Teil der Transaktionskosten einsparen können. Auch andere Branchen wie Textilunternehmen, Handelskooperationen, Unternehmen der Marketing- und Werbebranche verfolgen solche Strategien.

Kooperationen und Markterfordernisse

In einer Zeit, in der die Marktdynamik zunimmt und Kundenanforderungen immer komplexer werden, versprechen Kooperationen und Netzwerke Synergieeffekte. Durch eine dauerhafte Verbindung zwischen Kooperationspartnern lassen sich Kosten minimieren, z.B. für die immer neue Identifikation von Partnern oder andere Transaktionskosten (z.B. Verträge und Kooperationsanbahnung).

In arbeitsteilig organisierten Kooperationen bestimmt vor allem das Maß, in dem sich die Einzelleistungen gegenseitig ergänzen, die spezifische Qualität der Leistungsangebote im Außenverhältnis. Gerade hier ist ein professionelles Projektmanagement notwendig, um sorgfältig bearbeitete und qualitativ hochwertige Produkte und Dienstleistungen anbieten zu können.

Eine Kooperation ist kein Unternehmen mit vielen Produktionsbereichen

Auf den ersten Blick erscheint die Situation von Kooperationen vergleichbar mit der von Großunternehmen mit vielen Produktionsbereichen. Auch dort muss für die Durchführung von Kundenprojekten auf Ressourcen zurückgegriffen werden, die in der Organisation verteilt sind. Die Projektleitung besitzt dabei nicht immer disziplinarische Weisungsbefugnisse.

Doch es gibt wesentliche Unterschiede: Anders als Großunternehmen verfügen Kooperationen über keine organisatorische Lösungen, wenn es z.B. Probleme bei der Ressourcenbereitstellung gibt. Außerdem können die Einzelinteressen der Kooperationspartner insbesondere auch in Hinblick auf wirtschaftliche Ziele stark divergieren.

Wenn hier von Kooperationen die Rede ist, sind damit Netzwerke aus Einzelunternehmen gemeint, die eine Zusammenarbeit anstreben, um von den komplementären Kompetenzen der Partner zu profitieren. Weniger im Fokus stehen hingegen formale Kooperationen wie z.B. Arbeitsgemeinschaften oder auf Zeit gegründete GmbHs für die Abwicklung eines spezifischen Projekts, da in diesen Fällen andere

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