Tipp: Kommunikation – Jeder bringt sein Thema ein

Lean Coffee – einfach strukturierte Besprechung in lockerer Atmosphäre

Sie wollen mit anderen über ein Problem so locker diskutieren, wie Sie es in der Kaffeeküche tun? Sie haben eine Idee und suchen noch Unterstützer? Torsten G. Scheller zeigt Ihnen, wie Sie mit der Moderationsmethode "Lean Coffee" auf unkonventionelle Art Gleichgesinnte zum Austausch einladen, aber dann auf strukturierte Weise die Themen besprechen, die den Anwesenden am meisten "unter den Nägeln brennen".

Kennen Sie das? Meetings, in denen Sie Ihre Themen nicht einbringen konnten? Meetings mit ausufernden Diskussionen, die nur wenige interessierten? Meetings mit Diskussionen, die eine oder zwei Personen dominierten? Sie wollen sich mit anderen so über ein Problem austauschen, wie Sie es in der Kaffeeküche tun, aber diese ist zu klein für mehrere Personen? Sie suchen Gleichgesinnte zum Austausch zu einem Thema und wissen nicht, wie Sie diese finden können? Oder haben Sie eine Idee, wollen dazu eine Initiative starten und suchen Unterstützer? Dann könnte "Lean Coffee" für Sie interessant sein.

So funktioniert Lean Coffee

Lean Coffee ist ein 2009 von den beiden Agilen Coachs Jim Benson und Jeremy Lightsmith entworfenes Format für ein freiwilliges Treffen ohne vorab definierte Agenda, zu dem jeder einfach mit einem Aushang zum Austausch über ein Thema einladen kann und bei dem die Teilnehmer zu Beginn die mit diesem Thema verbundenen Aspekte, die besprochen werden sollen, selbst bestimmen können.

Beispiel

Ein Mitarbeiter möchte, dass im Unternehmen ein sinnvoller Prozess für die Behandlung von Lessons learned etabliert wird und sucht Unterstützer für dieses Thema. Deshalb lädt er zu einem Lean Coffee ein. Die Teilnehmer bringen u.a. folgende Fragen mit: "Welchen qualitativen und quantitativen Nutzen können Lessons learned stiften?", "Wie kann ein solcher Lessons-learned-Prozess aussehen?", "Welche Tools eignen sich am besten für die Dokumentation von Lessons learned?", "Wie kann der neue Prozess kommuniziert werden, damit er Akzeptanz findet?"

Warum gaben die Erfinder der Methode den Namen "Lean Coffee"? Sie nannten sie

  • Lean, weil sie den Prinzipien des Lean Thinking verpflichtet ist, d.h. dem Vermeiden von Verschwendung, dem Verstärken von Lernen aus bereits gemachten Erfahrungen, der Eigenverantwortung und dem Blick auf das große Ganze (Poppendieck & Poppendieck, 2003), und
  • Coffee, weil eine lockere, informelle Atmosphäre wie in einem Coffee-Shop erreicht werden soll. Daher sind die Teilnehmer auch
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