Mit der Wunderfrage zum besseren Zusammenspiel - Systemisches Coaching für Projektbeteiligte

Was tun, wenn Teammitglieder genervt sind, Arbeiten verschleppt werden oder die Schuld für Probleme immer anderen angelastet wird? Um das Projekt aus solchen Notsituationen heraus zu holen, führen immer mehr Unternehmen systemisches Coaching durch. Dabei werden neben dem Verhalten der gecoachten Person insbesondere die Wechselwirkungen mit dem Verhalten der anderen Projektmitglieder betrachtet. Georg von Stein stellt anhand von praktischen Beispielen die besonderen Methoden und Wirkungsweisen des systemischen Coachings vor.

Die Arbeit mit einem systemischen Coach kann zu einem wichtigen Baustein für den Erfolg eines Projekts werden. Welche Methoden kommen dabei zum Einsatz und kann ein Projektleiter sie auch in Eigenregie anwenden? Im Folgenden wird anhand von drei praktischen Fällen beschrieben, wie systemisches Coaching und seine Methoden in Projekten wirken. Projektverantwortliche können sich anhand dieser Beispiele ein Bild vom systemischen Coaching machen und beurteilen, ob sein Einsatz in ihren Projekten in Frage kommt.

Die Biologie von Projekten

Projekte sind menschliche Systeme. Sie besitzen eigene Nervenbahnen, Übertragungswege und Reizverarbeitungen. Was aber, wenn diese Projektsysteme kranken, wenn Übertragungswege gestört sind, Teammitglieder genervt reagieren, Arbeiten verschleppt werden oder die Schuld für Probleme immer anderen angelastet wird? Was tun, wenn das gesamte Projekt aus dem Ruder zu laufen droht?

Immer mehr Unternehmen wenden sich in solchen Notsituationen an einen systemischen Coach. Auch in großen Firmen wie Allianz, Metro, EADS oder DaimlerChrysler kommen zunehmend Coachs und systemische Techniken zum Einsatz. Grund für die Beauftragung eines systemischen Coachs sind in der Regel schlecht laufende Projekte, Konflikte unter den Projektmitgliedern oder gar das Bestreben des Auftraggebers, das Verhalten einzelner Mitarbeiter zu ändern. Unabhängig vom konkreten Problem geht es letztendlich immer darum, bessere Projektergebnisse zu erzielen.

Das Zusammenspiel im Blick

Beim "normalen" Coaching steht der einzelne Mitarbeiter im Vordergrund. Das Coaching begleitet ihn auf dem Weg hin zu einem bestimmten Ziel. Systemisches Coaching wird hingegen angewendet, wenn ein Einzelner mit besonderem Bezug auf ein ganzes System - z.B. ein Projekt - weiter entwickelt werden soll. Auch wenn der systemische Coach nur eine einzige Person coacht, muss er die Wechselwirkungen zwischen dieser Person und dem Verhalten der anderen Mitglieder des Systems betrachten. Der Coachee gilt dabei als Experte für seine Probleme und Lösungen, der Coach als Experte für den Weg zum Finden der Lösung. Er führt den Coachee durch geeignete Fragen und Methoden zu nachhaltigen Erkenntnissen und regt ihn dazu an, seine Einstellungen und Verhaltensweise zu ändern. So soll es dem Coachee ermöglicht werden, das gewünschte Ergebnis zu erreichen, z.B. eine bessere Arbeitsorganisation.

Der systemische Coach muss sich bei seiner Arbeit einen neutralen Blick bewahren und darf sich nicht in inhaltliche Projektfragen verwickeln lassen. Die Qualität eines systemischen Coachs hängt deshalb insbesondere davon ab, inwieweit

  • er Coachees in einem Projekt wertschätzend begleitet
  • er die Beziehungen zwischen den Projektmitgliedern interpretieren kann
  • er die Muster in der Zusammenarbeit und
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