Seminar: Führung - zurück zum Wesentlichen

Orientierungshilfe im Führungsdickicht

Warum tut Herr A. nicht einfach, was man ihm sagt? Warum ist Frau S. plötzlich genervt und demotiviert? Solche oder ähnliche Fragen haben die meisten Führungskräfte schon einmal beschäftigt. Um gut führen zu können, muss man wissen, welche Faktoren die Führung beeinflussen. Neben der eigenen Persönlichkeit sind das u.a. die Motivationsstruktur der Mitarbeiter und die Unternehmenskultur. Im Seminar "Führung – zurück zum Wesentlichen" lernen die Teilnehmer verschiedene Führungsmethoden und -werkzeuge kennen. Petra Berleb hat das Seminar besucht und stellt beispielhaft drei Werkzeuge vor, die einen Einstieg in eine systematische und langfristige Führungsarbeit ermöglichen können.

Mitarbeiter zu führen ist nicht einfach. Gehört man dazu noch dem mittleren Management an, sitzt man schnell zwischen allen Stühlen. Viele Manager werden von ihrem Topmanagement allein gelassen und sollen trotzdem dafür sorgen, dass der Laden läuft. Die von oben vorgegebenen Ziele sind in der Regel zu ehrgeizig, Transparenz und klare Strukturen fehlen. "Unserem Management fehlt es an Führungsqualität. Deshalb ist es wichtig, dass die mittlere Führungsebene ihr Handwerk versteht und sich dafür regelmäßig weiter qualifiziert." So formulierte es ein Teilnehmer des Führungsseminars "Führung - zurück zum Wesentlichen", das ich Ende Februar in München besuchte.

"Personalentwicklungsmaßnahmen", bestätigt auch der Referent Michael Lorenz, "finden in vielen Unternehmen eher unstrukturiert und initiativ statt." Es ist (neben den Mitarbeitern) insbesondere das mittlere Management, das unter den Folgen mangelnder Führungsqualifikation - der eigenen und der des Topmanagements - zu leiden hat.

Gute Führung beginnt immer bei der Führungsperson selbst. Um richtig führen zu können, muss man zunächst die eigenen Potenziale und Freiräume analysieren. Diese können - abhängig von der eigenen Persönlichkeit und vom jeweiligen Unternehmen - sehr unterschiedlich sein. Persönliche Führungsstärken und -schwächen erkennt man in der Regel erst im Arbeitsalltag und muss dann gezielt (evtl. mit Hilfe eines Coachs oder im Rahmen von Schulungsmaßnahmen) daran arbeiten. Grundsätzlich ist es wichtig, keinem vermeintlichen Idealbild nachzueifern, sondern nach und nach einen eigenen Führungsstil zu entwickeln, der auf die Unternehmenskultur abgestimmt ist.

Im Seminar lernten wir verschiedene Führungsmethoden und -werkzeuge kennen. Beispielhaft möchte ich im Folgenden drei Themen herausgreifen, die wir Seminarteilnehmer für besonders hilfreich erachteten. Hierbei handelt es sich um Werkzeuge, die einen Einstieg in eine systematische und langfristige Führungsarbeit ermöglichen können.

Unternehmenskultur gibt Freiräume und Grenzen vor

Um eine erste Einschätzung vornehmen zu können, welche Grenzen der Führungsgestaltung von außen gesetzt sind, ist die Einteilung der Unternehmen in die Kategorien Segelschiff, Galeere, Kuschelecke und Patriarchat sinnvoll. Dieses so genannte Führungsportfolio stellte uns der Referent Michael Lorenz vor - und sorgte damit bei uns Seminarteilnehmern für den ersten Aha-Effekt. So fanden wir uns hauptsächlich in der Kuschelecke wieder und waren erstaunt, welche Konsequenzen diese Führungskultur mit sich bringt.

Im Führungsportfolio werden Führungsmodelle anhand der Kriterien Effizienz und Anstand voneinander abgegrenzt (Bild 1). Wenn eine Führungsperson mit ihren Mitarbeitern anständig umgeht, heißt das z.B., dass sie Zeit und Geduld aufwendet, um sie über Hintergründe zu informieren und von bestimmten Maßnahmen zu überzeugen. Sie nimmt Rücksicht und hilft bei Schwierigkeiten. Hohe Effizienz bedeutet, dass die

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