Präsentationen und Vorträge - so verhalten sich gute Zuhörer

Viele Menschen besuchen Präsentationen und Vorträge mit derselben Einstellung wie Kinovorstellungen: Mal schauen, was geboten wird. Dahinter verbirgt sich – ob bewusst oder unbewusst – eine Anspruchshaltung: Der Referent muss dafür sorgen, dass die Präsentation gut und für einen selbst möglichst angenehm verläuft. Man selbst sieht sich eher in der Rolle des Konsumenten, der während des Vortrags allenfalls die Aufgabe hat zuzuhören. Die Mitwirkungspflicht eines Zuhörers geht jedoch noch weiter. Jessika Herrmann zeigt, wie auch die Vortragsbesucher mit einfachen Mitteln dazu beitragen können, den Vortrag für alle Seiten angenehm zu gestalten.

Viele Menschen besuchen Präsentationen und Vorträge mit derselben Einstellung wie Kinovorstellungen: Mal schauen, was geboten wird. Dahinter verbirgt sich - ob bewusst oder unbewusst - eine Anspruchshaltung. Man sieht den Referenten in der Bringschuld: Er muss dafür sorgen, dass die Präsentation gut und für einen selbst möglichst angenehm verläuft. Sich selbst sieht man in der Rolle eines Konsumenten, der am Ende die Veranstaltung "amused" oder "not amused" verlässt und während des Vortrags allenfalls die Aufgabe hat zuzuhören. Abgesehen davon, dass viele Vortragsbesucher nicht einmal diese eine Aufgabe erfüllen, geht ihre Mitwirkungspflicht darüber hinaus.

Vorträge und Präsentationen mitgestalten

Von einem Referenten wird erwartet, dass er sich in die Rolle seiner Zuhörer versetzt und seinen Vortrag für sie möglichst ansprechend und verständlich konzipiert. Diese Rücksichtnahme sollte auf Gegenseitigkeit beruhen. Auch die Zuhörer sollten sich in die Rolle des Referenten hineinversetzen und das Publikum sein, das sie als Redner selbst gerne vor sich hätten. Wer dem Referenten möglichst viele positive Signale zukommen lässt, kann dazu beizutragen, den Vortrag für alle Seiten angenehm zu gestalten. Denn selbst gestandene Referenten können sich von einer wohlwollenden Zuhörerschaft bestätigt bzw. durch ein gleichgültiges oder Widerspruch signalisierendes Publikum abgelehnt fühlen.

Aufmerksam sein

Als Besucher eines Vortrags sollte man dem Referenten seine Aufmerksamkeit schenken. Diese Forderung klingt banal, wird aber oft nicht erfüllt. Zeitung lesen, angeregte Gespräche mit dem Sitznachbarn, Nickerchen - all das haben wir schon einmal gesehen. Ein solches Verhalten ist unhöflich und sollte unterbleiben. Ist der Vortrag für Sie uninteressant und haben Sie den Eindruck, dass Sie Ihre Zeit besser nutzen können, indem Sie Ihre Unterlagen sichten oder sich auf ein anstehendes Meeting vorbereiten, dann tun Sie das ruhig - aber verlassen Sie dafür den Raum.

Freundlicher Gesichtsausdruck

Räumen Sie jedem Referenten zu Beginn bewusst einen Sympathie-Bonus ein. Der Referent hat Zeit in die Vorbereitung investiert und teilt mit Ihnen sein Wissen. Das sollte belohnt werden. Wird der Referent vorgestellt, begrüßen Sie ihn mit einem freundlichen, ermunternden Gesichtsausdruck. Für jemanden, der vor Publikum steht, macht es einen großen Unterschied, ob er in 50 gleichgültige und ernste oder in 50 freundliche Gesichter schaut, die signalisieren: Schön, dass du da bist. Von uns hast du nichts zu befürchten. Wir freuen uns auf deinen Vortrag.

In Präsentationsseminaren lernt man, dass man als Referent hin und wieder direkten Blickkontakt zu den Zuhörern herstellen soll. Erwidern Sie als Zuschauer diesen Blickkontakt freundlich. So wird der Referent sich bestärkt fühlen, mit seinem Vortrag fortzufahren.

Nicken

Sie stimmen den Ausführungen des Referenten zu? Dann lassen Sie ihn das wissen, indem Sie nicken. Solche Gesten sind für einen Referenten oft hilfreich, da sie beruhigen und die Anspannung lösen. Umgekehrt können Stirnrunzeln, verständnisloses Kopfschütteln oder Augenrollen den Vortrag negativ beeinflussen. Wer möchte schon mit seinem Ausführungen fortfahren, wenn seine Aussagen auf so

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