PRINCE2-Tag 2006: Britisches Management-Modell auf dem Vormarsch

PRINCE2 ist auf dem Vormarsch. Das aus Großbritannien stammende Management-Modell, ein prozessorientierter Handlungsrahmen für Projektmanagement, setzt sich international immer mehr durch. Auch in Deutschland wächst das Interesse: Auf dem zweiten PRINCE2-Tag, der Anfang Juli 2006 in Köln stattfand, konnten sich Anwender und Interessierte über die Anwendung von PRINCE2 in der Praxis informieren. Dr. Georg Angermeier hat die Tagung besucht und die Inhalte sowie die wichtigsten Hintergrundinformationen über PRINCE2 für Sie zusammengefasst.

Der zweite PRINCE2-Tag in Deutschland, der Anfang Juni in Köln stattfand, stand ganz im Zeichen der praktischen Anwendung von PRINCE2. Die Akzeptanz dieses Management-Tools wächst einerseits international sehr schnell, andererseits bestehen gegenüber PRINCE2 auch Vorbehalte bei Projektbeteiligten, die z.B. eine zu starke Bürokratisierung der Projektarbeit befürchten. Solche Bedenken können am besten durch den Nachweis eines konkreten Nutzens überwunden werden wie z.B. eine erhöhte Profitabilität der Projektarbeit. Worin der Nutzen von PRINCE2 besteht und wie er realisiert werden kann, war das wichtigste Thema der Tagungsreferate. Einen besonderen Stellenwert erhielt die Veranstaltung durch die Anwesenheit und den Vortrag von Colin Bentley, der als Hauptautor von PRINCE2 dessen Entwicklung noch immer aktiv begleitet.

Zweiter PRINCE2-Tag in Deutschland: Das Interesse wächst

Mit rund 70 Teilnehmern war der zweite PRINCE2-Tag in Deutschland (www.prince2tag.de) gut besucht. Viele der Teilnehmer waren Interessenten, was darauf hindeutet, dass PRINCE2 das Potenzial hat, sich auch in Deutschland zu etablieren.

Veranstalter war die QRP Management Methods International GmbH in Köln. Das Unternehmen führt als erste deutsche Accredited Training Organisation (ATO) Ausbildungen und Zertifizierungen für PRINCE2 in Deutschland durch. Neben kommerziellen Anbietern von Dienstleistungen und Software für PRINCE2 stellte sich auf der Tagung auch der PRINCE2 Deutschland e.V. vor, der als Fachverband der Anwender ebenfalls die Verbreitung des britischen Projektmanagement-Modells in Deutschland vorantreiben will.

In einem dichten Veranstaltungsprogramm wechselten sich Grundlagenvorträge, Praxisberichte und Präsentationen aktueller Entwicklungen ab. Durch die Beschränkung auf nur einen Tag und die hohe Informationsfülle kam leider die Diskussion etwas zu kurz. Allerdings wurde auf diese Weise das wichtigste Anliegen der Teilnehmer erfüllt, schnell einen aussagekräftigen Eindruck von PRINCE2 zu bekommen. Alle Präsentationen des PRINCE2-Tags Deutschland 2006 finden sich als PDF-Dateien zum Nachlesen auf der Website www.prince2tag.de

Bild 1: Der PRINCE2-Tag in Köln lockte nicht nur Anwender, sondern auch Interessenten an.

PRINCE2 - Was ist das?

Vorgehensmodell aus Großbritannien

PRINCE2 ist ein prozessorientierter Handlungsrahmen für Projektmanagement. Das Akronym "PRINCE" steht für "PRojects IN Controlled Environments" (Projekte in überwachter/gesteuerter Umgebung) und ist eine geschützte Marke des britischen Office of Government Commerce (OGC) (www.ogc.gov.uk). Das OGC berät die öffentliche Hand in Großbritannien, um die Arbeit öffentlicher Einrichtungen so effizient wie möglich zu gestalten. Es pflegt Handreichungen wie z.B. ITIL (IT Infrastructure Library), die in Deutschland bereits wesentlich bekannter ist als PRINCE2. In Großbritannien ist PRINCE2 der de-facto-Standard für Projektmanagement. Mehr als 150.000 Projektmanager verfügen dort bereits über eine der beiden Zertifizierungen.

Bild 2: Die acht Projektmanagementprozesse von PRINCE2 nach www.ogc.gov.uk/prince2.

Die Prozesse und Managementkomponenten sind bei PRINCE2 unabhängig von Branchen und Projekttypen definiert. Das Prozessmodell in Bild 2 beschreibt die Schnittstelle zwischen Unternehmensführung und Projektmanagement. Die Anwender haben weit gehend freie Hand, welche Detailprozesse und Methoden sie einsetzen

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