Project Freeze – ein pragmatischer Ansatz zur Konservierung von Projektergebnissen

Ein kompromissloser Abbruch ist nicht immer der beste Weg, problematische Projekte zu eliminieren. Selbst bei großen Termin- oder Finanzschwierigkeiten ist es häufig günstiger, das betreffende Projekt nur vorübergehend auf Eis zu legen. Peter Esposito zeigt in seinem Artikel, wie Unternehmen Projekte mit Hilfe der Project Freeze-Methode ohne nennenswerten Know-how- und Effizienzverlust beenden, konservieren und später ohne substanziellen Mehraufwand weiterführen können.

Die Entscheidung ist gefallen. Nachdem erhebliche Terminverzögerungen bei einem Geschäftspartner bekannt wurden, wird das Projekt vorerst auf Eis gelegt. Zeitpunkt der Wiederaufnahme: unbekannt.

Da Unternehmen über eine solche Maßnahme aus Kostengründen meist kurzfristig entscheiden, bleibt oft nur wenig oder keine Gelegenheit, das Projekt in einem problemlos reaktivierbaren Zustand zu hinterlassen. In der Annahme, erreichte Projektergebnisse und erworbenes Projekt- und Fachwissen blieben erhalten, widmen sich die Beteiligten wieder dem Tagesgeschäft oder anderen Projekten.

Tatsächlich geht aber eine erhebliche Menge an projektspezifischem Know-how und Informationen verloren. Ursache dafür ist nicht nur die vergangene Zeit bis zur Wiederaufnahme, sondern auch die mangelnde Dokumentation des Projektstands sowie die partielle Neubesetzung von Projektressourcen.

Dieser Beitrag zeigt einen Weg auf, wie laufende Projekte erfolgreich ohne nennenswerten Know-how- und Effizienzverlust beendet und konserviert werden können.

Ausgangslage: Das Aus nach drei Monaten?

Unser Mandant, ein Bankhaus, hat gemeinsam mit einem Geschäftspartner die Einführung eines neuen Services geplant. Während der Geschäftspartner die Bereitstellung der Kundenbasis übernehmen sollte, waren der Bank die Bereitstellung der technischen Infrastruktur, die prozedurale Abwicklung sowie die kreditliche Absicherung des Services vorbehalten. Nach einem vielversprechenden Projektstart und dreimonatiger Projektarbeit kam die Information des Geschäftspartners überraschend: Der ursprünglich avisierte Projektstart sollte sich wegen Unsicherheiten im Business-Plan um mehrere Monate verschieben.

Der Geschäftspartner konnte keinen genauen neuen Termin für den Start der Dienstleistung angeben. Damit war klar, dass das laufende Projekt mit diesem Partner nicht wie geplant zum Abschluss kommen und somit auch nicht zur Markteinführung des neuen Services führen würde. Was war zu tun?

Aus der Sicht der Bank kamen zu der eigentlichen Tatsache der Terminverschiebung weitere Aspekte hinzu, die sie

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