Quality Function Deployment für E-Commerce

Teil 1:
Das Was und das Wie
Der Autor, Dr. Georg Angermeier, beschreibt in diesem Mehrteiler den systematischen Aufbau einer Webpräsenz nach dem Modell des Quality Function Deployment (QFD). Er führt anhand eines durchgehenden Praxisbeispiels anschaulich und leicht verständlich durch das Thema. Angermeier erklärt, wie sich Kundenanforderungen und Funktionen mit dem QFD-Modell zusammenbringen lassen und Sie somit die maßgeschneiderte Internet-Präsenz für Ihren Kunden finden.

 

Quality Function Deployment für E-Commerce

Teil 1:
Das Was und das Wie
Der Autor, Dr. Georg Angermeier, beschreibt in diesem Mehrteiler den systematischen Aufbau einer Webpräsenz nach dem Modell des Quality Function Deployment (QFD). Er führt anhand eines durchgehenden Praxisbeispiels anschaulich und leicht verständlich durch das Thema. Angermeier erklärt, wie sich Kundenanforderungen und Funktionen mit dem QFD-Modell zusammenbringen lassen und Sie somit die maßgeschneiderte Internet-Präsenz für Ihren Kunden finden.

 

E-diotismus

Haben Ihre Kunden auch ein schlechtes Gewissen, weil sie noch nicht ins E-Biz eingestiegen sind? Und war da nicht erst kürzlich ein Bericht von einem Handarbeits- und Bastelgeschäft, das seinen Umsatz an Glasperlen durch E-Commerce binnen zweier Monate um 147,3% steigern konnte?

Der ironische Einstieg überzeichnet nur ein bisschen. Da werden in der sogenannten "New Economy" Anbieter von Büchern, Autos, CDs oder anderen Standardprodukten hochgejubelt und als Vertreter eines neuen Zeitalters gepriesen, nur deswegen, weil sie ein "E-" vor ihren Namen gestellt haben. Und Firmen der "Old Economy" wird der baldige Garaus versprochen, wenn sie nicht schnellstens ein paar bunte Seiten ins World Wide Web stellen.

Wenn Ihnen also der Kopf vor lauter Buzz-Words summt, Sie aber nicht recht wissen, ob Sie als Projektmanager Ihren Kunden beim Aufbau eines virtuellen Bastelmarktplatzes, einer Glasperlen-Internet-Mall oder gleich eines ganzen vertikalen Hobby-Portals im Internet begleiten sollen, dann lesen Sie in Ruhe diesen und die nächsten Artikel zum systematischen Projektmanagement beim Aufbau eines Internet-Angebots und verhindern Sie weiteren E-diotismus.

Aber bevor Sie weiterlesen, hier einige …

kurze Vorbemerkungen

  • Den Schwerpunkt habe ich auf Electronic Commerce für kleine und mittelständische Unternehmen gelegt, für große Konzerne gelten dieselben Regeln, es kommen allerdings noch einige Anforderungen an die interne Organisationsentwicklung hinzu.
  • Um den Artikel lebendiger zu gestalten, arbeite ich ein konkretes Beispiel auf ganz einfacher Ebene durch. Ich hoffe, dass Projektmanager das Gesagte auf ihre jeweilige Beratungsaufgabe transferieren können und vor allem auch die Methoden ins Detail vertiefen können. Nebenbei bemerkt: wer glaubt, dass ein "Bastelladen" kein relevantes Beispiel sei, möge das Portal www.hobby4you.de anschauen.
  • Jeder Artikel ist begleitet von einigen Hinweisen auf Literatur und Internet-Adressen, eine Zusammenfassung gibt es beim letzten Artikel.
  • Parallel zur Artikelserie stehe ich Ihnen im Forum des Projekt Magazins für eine Diskussion zur Verfügung. Wenn Ihnen etwas gefällt oder fehlt, Sie eine Anregung haben oder eine konkrete Fragestellung, tragen Sie es doch bitte direkt in das Forum ein. Ich werde auf jeden Fall antworten, und wenn möglich, in den nächsten Artikeln darauf eingehen.

Keine Panik

Als Berater haben Sie zunächst einmal die Verantwortung für Ihren Kunden. Beten Sie nicht einfach nach, was durch die einschlägigen Medien geistert, sondern gehen Sie den Dingen auf den Grund. Nehmen wir als Beispiel die oft zitierte Aussage: "Nicht die Großen werden die Kleinen fressen, sondern die Schnellen die Langsamen". Wer hat denn an der Verbreitung dieser Hektik Interesse? Doch nur Firmen, die alle halbe Jahre neue Rechner und neue Software auf den Markt bringen und von den Updates leben. Die Internet-Wirtschaft findet noch lange nicht statt. Selbst der Online-Bücherverkauf als wohl fortgeschrittenste E-Commerce-Branche macht gerade mal ein Prozent des Buchhandelsumsatz aus.

Lassen Sie sich also nicht zu irgendwelchen Schnellschüssen verführen, sondern beruhigen Sie Ihren Auftraggeber, dass nichts anbrennt, wenn sein "Going Online" erst in einem halben Jahr stattfindet, dann aber mit einem tragfähigen Konzept. Denn das ist Ihre Aufgabe: Ein tragfähiges Konzept für einen Internet-Auftritt zu entwerfen und nicht jemanden zu immensen Ausgaben zu bewegen, deren Return on Invest in der Kristallkugel steht.

Und da gibt es noch die "Sichern-Sie-sich-Ihren-Namen-im-Internet"-Kampagnen der Provider. Ein Domain-Name ist nur so viel wert, wie Werbung in ihn gesteckt wurde. Ohne tragendes Konzept ist aber selbst das beste Marketing nichts wert. Und wenn jemand den eigenen Namen, den Geschäftsgegenstand und den Sitz der Firma kombiniert, dann ergibt das einen Domain-Namen, den einem niemand vor der Nase wegschnappt. Oder glauben Sie, dass jemand an der Domain "www.bastelbedarf-huber-oberneudorf.de" Interesse haben könnte? Na also, gehen Sie das Ganze ruhig entspannt an.

Was wollen die Kunden?

Eigentliche eine triviale Frage, seltsam nur, dass sich diese Frage anscheinend niemand der E-Bizzer zu stellen scheint. Ich habe sie oft ganz bewusst an Anbieter der neuesten und tollsten Internet-Lösungen gestellt und darob schon basses Erstaunen geerntet: "In erster Linie geht es doch darum, dass Sie mit Ihrem Internet-Auftritt Geld verdienen!" Ja, schon, aber von wem soll ich denn Geld bekommen, wenn nicht von Kunden, denen ich genau das anbiete, was sie brauchen?

Ich habe die Frage nach dem Kundennutzen ganz bewusst an den Anfang dieser Artikelserie gestellt und werde sie bei allen möglichen Gelegenheiten wieder aufgreifen. Lassen Sie mich in diesem Zusammenhang auch gleich meine erste Regel des Electronic Commerce formulieren:

Erste Regel des Electronic Commerce: Gestalte nur Internet-Angebote, für die Du den Kundennutzen eindeutig und klar formuliert hast!

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Fortsetzungen des Fachartikels

Teil 2:
Das House of Quality
Der Autor, Dr. Georg Angermeier, beschreibt in diesem Mehrteiler den systematischen Aufbau einer Webpräsenz nach dem Modell des Quality Function Deployment (QFD).