Cross Company Collaboration Projektmanagement (C3PM)

Sisyphusarbeit in der automobilen Wertschöpfungskette

Obwohl die Zukunftsaussichten in der Automobilindustrie vielversprechend sind, herrscht dort eher Krisenstimmung und Verunsicherung. Durch starke Konkurrenz und immer kürzere Innovationszyklen wächst der Druck auf die Automobilhersteller, den diese direkt an die Zulieferer weitergeben. Die partnerschaftliche Zusammenarbeit bleibt dabei oft auf der Strecke. Reinhard Wagner analysiert die schwierige Situation und zeigt Lösungswege auf.

Gemessen an Umsatz und Beschäftigtenzahlen ist die Automobilindustrie einer der wichtigsten Industriezweige und unverzichtbarer Wachstumsmotor in Deutschland. Obwohl viele Haushalte schon zwei oder mehr Fahrzeuge besitzen, wird die Fahrzeugdichte in Deutschland von 544 Fahrzeugen je tausend Einwohner im vergangenen Jahr auf 632 im Jahre 2030 wachsen (Quelle: B&D-Forecast). Da auch der Wert der verkauften Fahrzeuge kontinuierlich steigt, sind die Aussichten für Automobilhersteller wie Zulieferer eigentlich mehr als rosig.

Wenn man sich allerdings in der Automobilindustrie genauer umhört, herrscht dort eher Krisenstimmung und Verunsicherung. Begründet wird dies häufig damit, dass sich die Automobilindustrie in einer Phase des Umbruchs bzw. der Erneuerung befindet. Gesättigte Märkte führen zu einem verstärkten Wettbewerb zwischen den Akteuren, steigende Ansprüche der Käufer erfordern immer mehr Innovationen - was Autos komplexer und damit fehleranfälliger macht - und eine zunehmende Verlagerung der Wertschöpfungsanteile von den Automobilherstellern auf die Zulieferer fordern die Branche bis an die Belastungsgrenzen.

Bis an die Grenzen gefordert

Das Management von Fahrzeugprojekten stellt deshalb hohe Anforderungen an alle Beteiligten. So müssen neue Fahrzeuge in immer kürzeren Abständen ("time-to-market") und zu verringerten Budgets auf den Markt gebracht werden. Innovative Technologien müssen spürbar den Kundennutzen steigern, bei gleichzeitiger Senkung der Qualitätsmängel. Darüber hinaus finden sich die Beteiligten in einem dichten Netz an Lieferbeziehungen und strukturellen Abhängigkeiten wieder, die es zielgerichtet (effektiv) und wirtschaftlich (effizient) zu steuern gilt. Projektmanagement wird zum entscheidenden Erfolgsfaktor.

Allerdings stößt das klassische Projektmanagement hier schnell an seine Grenzen. Herkömmliche Methoden für das Management von Einzelprojekten müssen nicht nur auf die Multi-Projekt-Situation erweitert, sondern vor allem an die unternehmensübergreifende, vernetzte Zusammenarbeit zwischen dem Automobilhersteller (OEM) und seinen Zulieferern auf den unterschiedlichen Stufen (engl. "Tier") der Wertschöpfungskette angepasst werden (vgl. Bild 1).

Beim neuen Audi A6 liegt z.B. die Fertigungstiefe des Herstellers bei nur noch 20%. Die restlichen 80% wurden durch rund 400 Zulieferer erbracht. Diese wiederum bedienen sich ebenfalls einer Vielzahl an Sublieferanten bis hin zu den Rohstofflieferanten (wie z.B. die Lederhäute aus Südafrika für  die Fahrzeugsitze).

Bild 1: Lieferpyramide der

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