Problem erkannt, Problem gebannt?

So gehen Sie mit "stabilen" Konflikten um

Konflikte lassen sich in der Projektarbeit nicht vermeiden. Egal was der Grund dafür ist, der Projektleiter muss sich damit auseinandersetzen. Manche Konflikte erweisen sich dabei als besonders "stabil", weil die Beteiligten durch ihr Verhalten eine Lösung verhindern. Manche Personen oder Gruppen haben, so Gero Lomnitz, ein "gutes Repertoire" entwickelt, um Konflikte nicht zu lösen. Wer dieses kennt, fällt weniger leicht darauf herein.

Projektleiter müssen sich mit Konflikten auseinandersetzen, sei es im Team oder im Teamumfeld. Dabei kann es sich um Interessenkonflikte, Streit über die Vorgehensweise oder persönliche Spannungen handeln. Daraus ergibt sich ein einfacher Schluss: Es gilt, einen Konflikt rechtzeitig zu erkennen, die Ursachen zu verstehen und den Konflikt zu lösen.

Doch so einfach ist es bei genauerer Betrachtung nicht. Problem erkannt, Problem gebannt – diese Aussage gilt längst nicht immer. Warum? Lösungen werden oft durch bestimmte Verhaltensweisen bewusst oder unbewusst verhindert. So werden Konflikte häufiger, als man denkt, stabilisiert. Manche Personen und Gruppen haben ein "gutes Repertoire" entwickelt, Konflikte nicht zu lösen. Wer dieses Repertoire kennt, fällt weniger leicht darauf herein.

In diesem Beitrag stelle ich Ihnen sechs typische Arten der Konfliktstabilisierung vor und erkläre, was Sie dagegen unternehmen können.

Man spricht nicht über das Problem

Die Beteiligten besprechen das Problem nicht gemeinsam, stattdessen gehen sie der Auseinandersetzung einfach aus dem Weg.

Was tun?

  • Sprechen Sie die Probleme sachlich und klar an.
  • Teilen Sie vorher mit, dass Sie über die Probleme sprechen möchten. Jeder sollte sich vorbereiten können.
  • Überlegen Sie, ob das Problem unter vier Augen oder im Team geklärt werden soll. Im Vier-Augenprinzip lassen sich Probleme oft besser lösen, da Gesichtsverlust vermieden wird.
  • Der richtige Zeitpunkt und der richtige Ort sind für die Konfliktlösung wichtig. Wo und wann spreche ich die Probleme am besten an? Soll das Gespräch in meinem Büro oder an einem neutralem Ort stattfinden? Auf diese Fragen gibt es nicht die einzig richtige Antwort, sondern es kommt auf Ihr Fingerspitzengefühl an.
  • Ist die Situation emotional sehr aufgeladen, dann ist es oft ratsam, eine Nacht darüber zu schlafen.

Sich wiederholende Diskussionen

Konflikte bleiben stabil, indem man immer wieder darüber redet. Paradox ausgedrückt: Willst du ein Problem nicht lösen, so mache immer wieder eine Ursachenanalyse. Ohne Zweifel, Ursachenanalyse ist wichtig, doch ständige Analysen können dazu missbraucht werden, Entscheidungen zu vermeiden.

Was tun?

  • Fragen Sie sich und andere, welchen Nutzen weitere Ursachenanalysen haben. Ist nicht bereits alles gesagt, liegen nicht alle Fakten auf dem Tisch?
  • Zeigen Sie die Konsequenzen weiterer Verzögerungen für das
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