Großprojekt

Ob ein Projekt ein "Großprojekt" oder nur ein "großes Projekt" ist, hängt vom Standpunkt des Betrachters ab. Was für ein Unternehmen Alltag ist, kann für das andere ein singuläres Ereignis sein.

Als Beurteilungskriterien für die Größe eines Projekts können dienen:

  • Das Projektbudget. Das Budget eines Großprojekts sollte die einzelnen Jahresumsätze der beteiligten Unternehmen jeweils übersteigen.
  • Das Scheitern des Projekts ist ein erhebliches wirtschaftliches Risiko für die beteiligten Unternehmen.
  • Die Dauer. Ein Großprojekt sollte den Zeitraum eines Jahres übersteigen. Bei Projekten mit einer Laufzeit über ungefähr zehn Jahren muss wiederum überprüft werden, ob es sich tatsächlich noch um ein Projekt handelt.
  • Die Zahl der Beteiligten. An einem Großprojekt müssen mindestens zwei Unternehmen beteiligt sein. Typisches Indiz für ein Großprojekt ist die Gründung einer eigenen Projekt-Gesellschaft durch die Beteiligten.
  • Zahl und Komplexität der Vorgänge bzw. des Netzplans. Großprojekte weisen typischerweise zwischen 500 und 100.000 Vorgänge mit einer Vernetzungszahl größer als 1 auf.
  • Die Projektstruktur. Ein Großprojekt muss in Teilprojekte gegliedert sein.
  • Die Projektaufbauorganisation. Ein Großprojekt weist eine eigenständige Organisationsstruktur mit definierter Führungs- und Entscheidungsstrukturen auf.
Eine typische Branche für Großprojekte ist der Bau- und Anlagenbau. Durch Firmenzusammenschlüsse und die Internationalisierung erhalten auch immer mehr Produktentwicklungsprojekte den Charakter von Großprojekten, insbesondere wenn auch die Marketingkampagnen in das Projekt eingerechnet werden. Selbst der Aufbau einer Dienstleistung (Erhebung von Straßenzoll, internetbasierte Arbeitsvermittlung) kann zum Großprojekt werden.

Relevante Beiträge im Projekt Magazin
von Hans Dönges
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Bei großen Bauprojekten wird die Projektvorbereitung häufig vernachlässigt, wie z.B. der BER zeigt. Abhilfe schafft die Wertanalyse: Die Methode bietet ein strukturiertes Modell, um ein Projekt von der Planung bis zur Ausführung kostendeckend und termingerecht zu vollenden. Hans Dönges beschreibt das Vorgehen beispielhaft anhand der Projektspezifikation und stellt Vorlagen zum Herunterladen zur Verfügung.
von Dr. Georg Angermeier
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Die Reformkommission "Bau von Großprojekten" zeigt in ihrem Endbericht schonungslos die Defizite im Projektmanagement der Öffentlichen Hand auf. Die daraus abgeleiteten Maßnahmen des Bundesministers für Verkehr und Digitale Infrastruktur erscheinen dagegen wenig wirksam – meint Dr. Georg Angermeier. In Interviews mit dem Kommissionsmitglied Klaus Grewe und der Geschäftsführerin der neu gegründeten planen-bauen 4.0 GmbH, Dr. Ilka May, lotet er die Ansatzpunkte für eine Behebung der identifizierten Defizite im Projektmanagement von großen Infrastrukturprojekten der Öffentlichen Hand aus.
von Klaus Grewe
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Klaus Grewe wurde international bekannt als Projektleiter für die Infrastrukturprojekte der Olympischen Spiele 2012 in London und deshalb vom Bundesverkehrsministerium in die "Reformkommission Bau von Großprojekten" berufen. Er analysiert knapp die Hintergründe dafür, warum die aktuell in der Kritik stehenden öffentlichen Großbauprojekte in derartige Schieflagen geraten konnten. Grewe plädiert dafür, bei Projekten dieser Art einen wesentlich höheren Aufwand in die Planungsphasen zu investieren, um dann mit geringem Risiko und hoher Termintreue den eigentlichen Bau durchführen zu können. Seinen Vorschlag an die Reformkommission für einen risikominimierten Planungsprozess für Großbauprojekte unter Berücksichtigung der HOAI stellt er exklusiv für die Leser des Projekt Magazins vor.
von Dr. Georg Angermeier
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Extreme Verzögerungen und Kostensteigerungen bei Vorzeigeprojekten wie dem neuen Berliner Flughafen bringen den bisher hervorragenden Ruf des deutschen Projektmanagements in Gefahr. Eine von Bundesverkehrsminister Dr. Peter Ramsauer ins Leben gerufene Reformkommission soll die Ursachen für diese Probleme analysieren und Empfehlungen für das Management von Großprojekten der öffentlichen Hand erarbeiten. Klaus Grewe, der Projektkoordinator der Olympischen Spiele 2012 in London, gehört dieser Kommission an. Im Gespräch mit dem Projekt Magazin sieht Klaus Grewe vor allem in einer frühzeitigen, fundierten und detaillierten Planung einen wesentlichen Ansatzpunkt für die Verbesserung des Bauprojektmanagements in Deutschland. Titelbild: www.Bahnprojekt-Stuttgart-Ulm.de | Arnim Kilgus
von Jörg Magerkurth
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IT-Projekte in der öffentlichen Verwaltung finden verstärkt unter der Beteiligung mehrerer Behörden, Kommunen und Bundesländer statt. Doch häufig erreichen sie die gesetzten Ziele nicht, da der Abstimmungsaufwand hoch ist oder nur wenig Erfahrung im Umgang mit Großprojekten besteht. Um die Ministerien und Behörden des Bundes bei ihren IT-Großprojekten zu unterstützen, wurde 2009 das Kompetenzzentrum Großprojektmanagement im Bundesverwaltungsamt eingerichtet. Jörg Magerkurth stellt das Kompetenzzentrum vor und gibt einen interessanten Einblick in dessen Arbeit.
von Jessika Herrmann
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Inseln in Palmenform, riesige Hochhäuser und Paläste – einige arabische Länder erregen mit Mega-Projekten Aufsehen. Doch woher kommt das Projektmanagement-Wissen dafür? Christian Vogt hat in Dubai als Projektmanager am Aufbau eines PMO mitgearbeitet und ist derzeit in Saudi-Arabien tätig. Im Gespräch mit Jessika Herrmann und Petra Berleb berichtet er, wie fortgeschritten das Projektmanagement-Wissen in Dubai ist, warum deutsche Projektleiter in arabischen Ländern gefragt sind und wie der Alltag eines Expatriates in Saudi-Arabien aussieht.
von Jessika Herrmann
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Bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland war Heinz Palme Chef-Projektmanager. Bei der diesjährigen Europameisterschaft in Österreich und der Schweiz koordinierte er Ministerien, Städte und andere Stakeholder, außerdem leitete er die PR-Maßnahmen. Kein leichter Job: Die PR hing lange in der Luft und die Finanzierung stand plötzlich in Frage. Jessika Herrmann und Dr. Alexander Gleich sprachen mit Heinz Palme über die Probleme hinter den Kulissen der EURO 2008.
von Melich Seefeldt
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Große Projekte bergen große Risiken – das gilt auch für Projekte in der Bauwirtschaft und im Anlagenbau. Beide Industrien sehen sich denselben grundlegenden Problemen gegenüber: hohe Vorfinanzierungsquoten bei geringen Margen, große Beschaffungsanteile, Ausführungsmängel usw. Im Rahmen der Studie "Zukunftsstrategien der Bau- und Anlagenbauindustrie im Vergleich" wurden Vorstände und Geschäftsführer von Bau- und Anlagenbauunternehmen befragt, welche Maßnahmen sie ergriffen haben, um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu steigern. Melich Seefeldt und Steffen Pekrul stellen die Ergebnisse der Studie vor.
von Wolfgang Stalder
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Budgetüberschreitung und Terminverzug - das sind die Gemeinsamkeiten der bedeutenden Mega-Projekte der vergangenen 200 Jahre. Sowohl der Bau des Panama-Kanals als auch die Entwicklung der Concorde verschlangen ein Vielfaches des geplanten Budgets ohne dabei einen Nutzen zu generieren, der diesen finanziellen Aufwand rechtfertigen würde - zumindest hatte es lange Zeit diesen Anschein. Betrachtet man Mega-Projekte aus historischer Perspektive, müssen viele Negativ-Urteile revidiert werden. Wolfgang Stalder hat Daten zu bedeutenden Großprojekten gesammelt und zusammengestellt. In seinem Artikel analysiert er ihre Charakteristika und Gemeinsamkeiten und erläutert wichtige Einflussfaktoren. Nutzen und Wirtschaftlichkeit bewertet er aus historischer Sicht neu.
von Ute Kuhlmann
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Ute Kuhlmann zeigt in ihrem Praxisbericht, wie ein gigantisches Projekt geplant und umgesetzt wurde: 30 Jahre Planung, Neuschaffung einer Behörde, Austausch mit internationalen Spezialisten und ein umfassendes Risikomanagement sind nur einige der Gründe für den erfolgreichen Projektverlauf. Der Bau des "Fränkischen Seenlands" und die Umgestaltung der angeschlossenen Flüsse haben das Landschaftsbild Mittelfrankens komplett verändert.
von Astrid Pfeiffer
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Es ist ein Projekt gigantischer Dimensionen, das der erst 35 Jahre alte Christian Vogt leitet: Der Bau des riesigen Lasten-Luftschiffs 'CargoLifter CL 160' auf einem ehemaligen Militärflughafen in Briesen-Brand bei Berlin. Bei dem Projekt, gemanaged mit Hilfe der Software 'Scitor Project Scheduler 7', stehen viele hundert Millionen Mark auf dem Spiel. Die deutsche Industrie verfolgt die Entwicklung des vielseitigen Kolosses mit Spannung.
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