Englischer
Begriff
  • Sustainability

Nachhaltigkeit

Als wesentliche Meilensteine des Begriffs "Nachhaltigkeit" können angesehen werden:

  • 1972: Der Bericht des Club of Rome: Die Grenzen des Wachstums
  • 1980: Bericht der Nord-Süd-Kommission (Brandt-Report)
  • 1987: Der Brundlandt-Report
  • 1992: Der „Erdgipfel“ in Rio de Janeiro,
Als Definition von Nachhaltigkeit kann gelten (Meadows/Meadows/Randers: Die neuen Grenzen des Wachstums, 1992): "Zustand eines Systems, das sich so verhält, dass es (nach menschlichem Ermessen) über unbeschränkte Zeit ohne grundsätzliche oder unsteuerbare Veränderungen (...) im Rahmen der gegebenen Umwelt existenzfähig bleibt und vor allem nicht in den Zustand der Grenzüberziehung gerät." Aufrechterhaltbarkeit ist ein inoffizieller Begriff und gibt die amerikanische Bezeichnung sustainability wieder. Der analoge deutsche Begriff ist Nachhaltigkeit, der jedoch in manchen Wendungen und syntaktischen Zusammenhängen irreführend wirken kann."

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Trotz vielfältiger Anstrengungen engagierter Personen und Organisationen erinnert das Verhalten der Menschheit allerdings immer noch fatal an die im Science Fiction "Per Anhalter durchs All" geschilderte Vorgehensweise der auf der Erde notgelandeten "Urmenschheit": Sie setzen die Wälder in Brand, um die Inflation der gerade eingeführten "Blatt-Währung" einzudämmen.

Im Projektmanagement wird diese Verhaltensweise mit "Workaround" bezeichnet und gilt als anerkennenswerte Lösung meist vorhersehbarer Probleme, die ansonsten Anstrengungen erfordern würde.

Dieser Vergleich illustriert, dass Projekte per se nicht auf Nachhaltigkeit ausgelegt sind. Der Projektlebenszyklus ist von Anfang an beschränkt, das Projekt gilt als erfolgreich, wenn es das gesetzte Ziel erreicht hat. Alles, was nach dem Projektabschluss geschieht hat keinerlei Relevanz mehr für das Projekt selbst.

Der berechtigte Anspruch auf Nachhaltigkeit kann somit nicht innerhalb der Logik eines Projekts selbst realisiert werden, sondern muss auf übergreifenden Ebenen formuliert werden.

Die Ebene der persönlichen Verantwortung der Projektbeteiltigten, insbesondere der Projektmanager, greift der Ethik-Kodex der Deutschen Gesellschaft für Projektmanagement auf. In ihm wird der Projektmanager unter anderem auf das Gemeinwohl und die Umweltqualität verpflichtet. Ebenso soll ein Projektmanager nur Projekte übernehmen, deren "Komplexität und Folgen er im Wesentlichen überschaut".

Die Ebene der organisatorischen Verantwortung ist derzeit nirgends beschrieben und würde in die Aufgabenfelder von Programm- und Projektportfoliomanagement gehören.

Im PMBOK(R) Guide wird ohne jegliche Wertung auf die engen Wechselwirkungen zwischen Projekt und Projektumfeld hingewiesen. Dabei wird explizit das Themenfeld "Social-Economic-Environmental Sustainability" benannt.

Nun ist Projektmanagement per se eine wertneutrale Methode: Sowohl Greenpeace als auch Öl-Konzerne betreiben Projekte. Es ist also auch zu diskutieren, inwieweit gesellschafts- und umweltpolitische Wertvorstellungen überhaupt in die Projektarbeit einfließen sollen.

Entziehen kann sich die Projektarbeit gleichwohl auch nicht von der "ganzheitlichen" Verantwortung, da sie stets im gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Kontext eingebettet ist.

Ausführliche Hintergrundinformation zum Thema Nachaltigkeit liefert das "Lexikon Nachaltigkeit", das von der Aachener Stiftung Kathy Beys erstellt wurde und unter der URL www.nachhaltigkeit.aachener-stiftung.de kostenfrei zur Verfügung steht.

Dieser Artikel wurde zuletzt aktualisiert am 19.02.2004.
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